AIDS, Flugzeugabstürze und der Merkel-Flug

Bei Abstürzen oder Pannen wird gerne über die Ursache spekuliert oder man fragt sich, wer aller Passagier war. Es ist z.B. wenig bekannt, dass sowohl bei Flug MH 17 im Jahr 2014 als auch bei Swissair Flug 111 (1998 bei Halifax abgestürzt) AIDS-Forscher an Bord waren. Dies verleitet zu einem „was wäre wenn“, doch im Fall der Swissair kann man eine akribische Rekonstruktion in der beliebten kanadischen Serie „Mayday – Alarm im Cockpit“ sehen. Wie User meinen, klickt man von einer Folge zur nächsten weiter und erahnt das Schicksal der Passagiere, je nachdem, wer zu Beginn interviewt wird, etwa ein Vater oder jemand, der dabei war und überlebte. Als der deutsche Regierungs-Airbus A340 auf dem Flug nach Südamerika wegen Ausfall der Kommunikation umkehrte, gab es auch sofort viele Vermutungen, da der zweite A340 nicht zur Verfügung stand. Aber was würde es wem bringen, wenn die Bundeskanzlerin später beim  G 20-Gipfel eintrifft?

Doch als 2014 die malaysische Boeing 757 über der Ukraine abstürzte, dachten viele gleich an Präsident Putins Heimflug von einem BRICS-Treffen. Erst später wurde bewusst, dass es auch Meldungen über AIDS-Experten und Aktivisten an Bord gab. Und von wegen Malaysia: Das Verschwinden von Flug MH 370 im März 2014 ist immer noch ungeklärt, und es ist wohl Zufall, dass dieser asiatische Staat gegen Kriegsverbrechen der USA bis zur Veranstaltung von Tribunalen auftritt. Zugleich reagierte  Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein schräg (siehe Mayday-Folge), als er gefragt wurde, warum die vom Kurs abgekommene Boeing 757 vom Militär zwar am Radar verfolgt wurde, man aber nichts unternahm. Erfahrene Lotsen erkennen auch ohne Transponder (i.e. ohne Sekundärradar), ob es sich um Passagier- oder Kampfjet handelt, aber man kann Primärradar auch täuschen. In der Mayday-Folge zum Abschuss eines Airbus A300 der Iran Air durch ein US-Kriegsschiff wird aber so getan, als könne man eine Passagiermaschine nicht identifizieren  (siehe auch  Korean Airlines Flug 007 und in diesem Fall Russland).

Swissair Flug 111

Was den Flug der Kanzlerin angeht, dürfen wir sicher sein, dass die Piloten das Richtige Taten um zu verhindern, dass sich ihre Angehörigen einmal eine Mayday-Episode mit enem deutschen Regierungsjet ansehen können. Es ist halt wieder ein Airbus wie beim Germanwings-Absturz 2015 in Frankreich, wo viele immer noch nicht an den Selbstmord des Copiloten glauben. Aber so etwas kann passieren umd ist bei Egypt Air Flug 990 wahrscheinlicher als alles andere und die einzige Erklärung bei diesem Absturz (es gab einen Beinahe-Absturz einer FedEx-Maschine aus dem gleichen Grund). Ein Airbus A310 der Aeroflot stürzte ab, weil der Pilot seinen Sohn mit ins Cockpit nahm, der versehentlich den Autopiloten ausschaltete. Ältere erinnern sich noch an Unfälle, die der DC-10 von McDonnell Douglas zu einem schlechten Ruf verhalfen, die auch die MD-80 herstellte siehe Swissair Flug 111. Da wurde nicht der AIDS-Forscher an Bord zum Verhängnis, sondern dass Kabel zu brennen begannen und die Elektronik ausfiel, ehe die Piloten landen konnten. Das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten und wurde schließlich von Boeing übernommen. Meist gibt es eine Kombination menschlicher und technischer Fehler, aber auch Schwachstellen bei Flughäfen (Landebahnen, Funkfeuer, Gleitpfad) Dies zeigt der Crash eines brasilianischen Airbus A320 auf dem berüchtigten Flughafen Congonha in Sao Paulo, den der Pilot fürchtete, zumal die Schubumkehr nur bei einem Triebwerk funktionierte.

Ohne Stress stellte das kein Problem dar, er vergaß aber, das andere Triebwerk auszuschalten, sodass die Maschine drehte,  über die Piste hinausraste und verbrannte. Keinerlei Crewfehler gab es, als bei einer japanischen Boeing 747 durch nachlässige Reparatur am Heckschott das Heckleitwerk vom Kabinendruck weggesprengt wurde. So war die Maschine nicht mehr zu steuern, konnte aber eine halbe Stunde in einem Wechsel an Steig- und Sinkflug in der Luft gehalten werden, ehe sie zerschellte. Weil die Rettungskräfte so spät zur Absturzstelle kamen, überlebten nur vier Passagiere. In jüngster Zeit gab es, obwohl Sicherheitsvorkehrungen verstärkt wurden, doch wieder zu einem Anschlag, und zwar auf einen russischen Airbus A320 in Ägypten. Man sieht bei den Mayday-Folgen auch wie in einer Metapher für das Leben im Allgemeinen das Zusammenwirken technischer Faktoren (= Umstände) mit der menschlichen Komponente. Kleine Unachtsamkeiten oder Verlegenheit (den Piloten zu korrigieren, Experten bei der Fluggsellschaft um Hilfe bitten) wachsen sich zu Katastrophen aus.

Air France Flug 447

Dazu gehört, dass mehr Elektronik das Fliegen zwar sicherer macht, die Piloten aber bei Fehlfunktionen nicht wissen, wem sie trauen können. Beim Absturz von Air France Flug 447 von Rio nach Paris waren die Pitot-Rohre vereist, sodass die Höhenangaben falsch waren. Die Crew wollte dann den Strömungsabriss nicht wahrhaben, was bedeutete, dass der Airbus A330 wie ein Stein zu Boden fiel und sie ihn zu spät hochziehen wollten. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die großen Flugzeughersteller im militärischen und zivilen Bereich aktiv sind. Das gilt für Boeing, Lockheed und Airbus, die mit F-15E, F/A-18, F-16, F-35 und anderen in Konkurrenz zum Eurofighter Typhoon stehen. Als Wikileaks 2010 begann, US-Botschaftsdepeschen zu veröffentlichen, wurde bekannt, mit welchen Methoden die Anschaffung von Airbus-Jets zugunsten von Boeings verhindert werden sollte. Auch Zulieferer der Flugzeugindustrie aus Österreich sind für die USA interessant, wie diese Cable zeigt (auf dem Server von Wikileaks gibt es generell eine Menge zum Stichwort Airbus). Bei den Mayday-Folgen entsteht der Eindruck, dass es sicherer ist, in einem Airbus als in einer Boeing zu fliegen, was aber kein ganz fairer Vergleich ist, da die häufig eingesetzte Boeing 737 älter ist als die ersten Airbus-Jets und Boeings auf viel mehr Flugstunden kommen.  Führte zuerst Airbus Fly by wire (beim A320) ein, unerscheiden sich die Flugzeuge beider Hersteller inzwischen kaum mehr. Dennoch sind Boeing-Jets „Piloten-Flugzeuge“ und jene von Airbus „Ingenieurs-Flugzeuge“.

PS: Ohne die Concorde ist so ein Artikel unvollständig, sodass noch ein paar Videos nachgereicht werden. Der Absturz einer Air France-Concorde macht außerdem besonders gut deutlich, wie eines zum anderen kam. Von Beginn an waren die Reifen die Schwachstelle des Jets, der auf der Startbahn mehr als alle anderen beschleunigte und dessen Triebwerke Nachbrenner hatten wie bei Kampfflugzeugen. Sie durfte hinten nicht zu schwer sein, um abheben und genug Höhe zu gewinnen. Der Pilot ließ die Schubumkehr an einem Triebwerk noch überprüfen, was korrektes Verhalten war, aber den Start um eine Stunde verzögerte. In dieser Zeit startete u.a. eine DC-10, bei deren Triebwerkswartung eine Teil aus Titan verwendet worden war, das auf die Startbahn fiel. Für die DC-10 war es nicht weiter wichtig, aber es lag genau dort, wo die Concorde drüberfuhr. Die DC-10 tötet sogar die Passagiere anderer Maschinen, meinte ein User, aber es war auch Pech,  dass der Concorde-Pilot auf der breiten Piste ausgerechnet dort fuhr. Die Concorde war überladen, weilman nicht wollte, dass eine deutsche Reisegruppe auf dem Weg zu einer Luxuskreuzfahrt auf ihr Gepäck warten musste. Ausserdem nahm der Pilot um 3 Tonnen Treibstoff mehr als benötigt mit, sodass keine Luft in den Tanks war und beständig vom Heck in die Flügeltanks nachgepumpt wurde, was man auch deaktivieren kann.

Die Concorde hätte die Bahn auch in die andere Richtung benutzen können, was wegen des Übergewichts bei den Windverhältnissen besser gewesen wäre; so aber war sie über den V1-Punkt hinaus, als der Reifen platzte, bis zu dem man einen Start noch abbrechen kann. Als ein schweres Gummiteil gegen den Flügel hochschoss, löste es eine Wellenbewegng aus, die dazu führt, dass ein Tank leckte und ein Triebwerk erhitzt war und es aussah, als ob es brennt. Der Flugingenieur schaltete es ab, ohne den Piloten zu fragen, als der Tower den Brand meldete,  und so gewann die zu schwere Maschine nicht genug Höhe und stürzte ab. Damit war ihr Ende besiegelt, da die anderen Jets 18 Monate überholt wurden und danach weit weniger Buchungen als zuvor erfolgten. Mit Mach 2 bestand ihr Zweck in Transatlantikflügen, doch die USA wollten nur den 16 gebauten Maschinen Landerlaubnis erteilen, sodass es die einzigen blieben. Sie flogen aber auch Bahrain an oder Rio de Janeiro und Singapur und landeten manchmal in anderen europäischen Ländern. Als Russland die Tupolew-144 präsentierte, nannte man sie wegen der Aehnlichkeit Concordski und vermutete Industriespionage. Heute ist die russische Aeroflot übrigens international erfolgreich und verfügt über einige Boeing- und noch mehr Airbus-Jets. Die Entwicklung der Concorde brachte jene Zusammenarbeit, die zum Bau der Airbus-Flugzeuge führte. Übrigens greift Airbus die Idee eines Überschall-Passagierjets gerade wieder auf (die US-Konkurrenz heißt Boom).

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6 Gedanken zu “AIDS, Flugzeugabstürze und der Merkel-Flug

  1. Das Verschwinden von Flug MH 370, und die Verbindung zu MH17 wurde hervorragend von David und Field erforscht und ausfuehrlich beschrieben. =>https://www.abeldanger.org/
    Andrea Lubitz hatte nichts mit dem Germanwings-Absturz zu tun.

    Boeing Honeywell Uninterruptible Autopilot https://iia1.wordpress.com/category/boeing-honeywell-uninterruptible-autopilot/

    Air India Boeing 777-300ER Flight AI-101 Flight vone Dehli nach NYT hatte Instrumenten Ausfall am 11. September 2018 vor Landung. Dies wurde in der Presse stillgeschwiegen. https://www.bitchute.com/video/s9vlokhjPPYs/

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    1. Eigentlich ist so eine „Panne“ unmöglich, schon überhaupt nicht in einem hochgerüsteten Regierungsflugzeug. Warum steigt die Frau Merkel dann auch noch in einen normalen Linienflug um? Viel Raum für Spekulationen! Sieht für mich eher nach einer „Warnung“ aus, von wem und zu welchem Zweck auch immer….

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