Pamela Rendi Wagner: Können Frauen alles schaffen?

Wenige Tage nach ihrer Kür trat SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner beim Landesparteitag der SPÖ Niederösterreich auf, wo sie wenig originell mit „Yes we Pam“ empfangen wurde. Außerdem gab sie, offenbar im Minutentakt, einige Interviews, die von Medien jetzt ins Netz gestellt wurden. Nicht sie, aber der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser war zu Gast in der ORF-Pressestunde, wo die Entwicklungen in der SPÖ auch Thema waren. Moderatorin Claudia Dannhauser meine, sie habe recherchiert und festgestellt, dass es einen so raschen Aufstieg zum Parteivorsitzenden sonst nirgendwo gibt – mit Ausnahme von Israel. Dort wurde Avi Gabbay Labour-Chef und war erst 2016 bei dieser Partei gelandet, was dazu führte, dass man ihn mit Emmanuel Macron verglich. Gabbay ist in dieser Funktion übrigens einer der Nachfolger von Ehud Barak, der von 1997 bis 2001 Vorsitzender war. Auf den erfolgreichen Wahlkampf 1999 für Barak gründete sich der Ruhm des Beraters Tal Silberstein, der zuletzt 2017 daran scheiterte, Christian Kern das Kanzleramt zu bewahren. Mit Rendi-Wagners Senkrechtstart hat Kaiser keine Probleme. der auch versteht, dass sich Christian Kern niemandem anvertraute, als er vor einigen Tagen in Kärnten war, um mit ihm und dem burgenländischen Landesrat Hans Peter Doskozil ein Migrationspapier auszuarbeiten. Und er gibt zu bedenken, dass Behauptungen wie jene, Kern habe ein Angebot der Gazprom in der Tasche, ja nicht mal aus der SPÖ stammen müssen, sondern vielleicht von anderen in die Welt gesetzt wurden.

Freilich lief es nicht optimal, wenn Kern andere mit seinen Plänen überrumpelte und sich selbst zum EU-Spitzenkandidaten kürte, doch in so einer chaotischen Situation hat man die Dinge eben nicht im Griff. Kaiser sprach von einer „ganz schlechten Performance“ der Partei (und von Kern?), will aber am EU-Kandidaten nicht rütteln. Immerhin wurde Kern ebenso bestätigt wie seine Wunschnachfolgerin Rendi-Wagner, die jedoch auch für Unmut in den eigenen Reihen sorgte: „Rendi-Wagner hat sich in der SPÖ binnen weniger Tage gleich mehrere Fronten aufgemacht, zumal sie das klubeigene Statut missachtete. Der Klubchef wird demnach immer für die gesamte Legislaturperiode gewählt und kann von der Parteiführung auch nicht abgesetzt werden. Da Rendi-Wagner den Klub alleine führen will, hätte sie formal gegen den jetzigen geschäftsführenden Klubchef Andreas Schieder bei einer internen Abstimmung kandidieren müssen. Das wäre in dieser heiklen Situation aber eher keine gute Idee gewesen. So verzichtete Schieder bei der Klubsitzung am Dienstag von sich aus und kündigte seinen Abschied an. Dass Rendi-Wagner an diesem Treffen gar nicht teilnahm, sorgte auch für Ärger bei den Abgeordneten.“ Als Mißachtung der Bundesländer legte man ihr aus, dass Max Lercher aus der Steiermark noch dazu ohne jeden Dank ihrem Vertrauen Thomas Drozda in der Bundesgeschäftsstelle weichen musste.

Rendi-Wagner beim Parteitag in NÖ

Die ersten Interviews klingen alle recht ähnlich, was aber kein Wunder ist, da die Fragen sich auch kaum unterscheiden und es darum geht, die bislang wenig bekannte Person Rendi-Wagner vorzustellen.  Wir wissen jetzt, dass sie ein „Kind des Gemeindebaus“ ist, der Per Albin Hansson-Siedlung in Wien-Favoriten, und dass sie Frauen rät, „im Zweifel Ja zu sagen“ zu neuen beruflichen Herausforderungen. Und sie wehrt sich dagegen, dass manch ein Mann bei ihr schon wohlmeinend Überforderung feststellen will: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man in der Vergangenheit gesagt hätte, Christian Kern könne nicht gleichzeitig Kanzler und Parteichef sein oder Matthias Strolz könne bei den Neos nicht Klubobmann und Parteichef sein.“ Zur Kritik aus der Partei sagte sie tagelang nichts und versuchte dann, die Wogen zu glätten; in einem Interview meint sie dazu: „Es war immer klar, dass ich meine Aufgabe nur erfolgreich für die SPÖ erfüllen kann, wenn ich ein Team um mich habe, dem ich vertraue. Eine Schlüsselstelle ist die Bundesgeschäftsstelle. Der neue Parteimanager Thomas Drozda kennt die Partei sehr gut, ist seit fast 40 Jahren Mitglied und hat mit zwei Bundeskanzlern gearbeitet.

Im Parlamentsklub will ich die Führung als alleinige Klubobfrau übernehmen, weil es mir wichtig ist, mich dort stark einzubringen. Gleichzeitig verstehe ich, dass die Steirer dem Steirer Max Lercher (abgelöster Bundesgeschäftsführer) den Rücken stärken und die Wiener ihrem Andreas Schieder.“ Die „Kronen Zeitung“ schert aus und bringt ihr Interview nicht in Frage- und Antwort-Form, sondern eher als Kommentar: „Es gibt diese sonderbaren Interviews mit Politikern, die einen grübelnd zurücklassen. Das erste längere Gespräch mit Pamela Rendi-Wagner als künftiger SPÖ-Chefin war eines dieser Art. Was will sie uns eigentlich sagen? Vielleicht, dass sie als Vertreterin einer gut ausgebildeten Frauengeneration für ein ganz anderes Weltbild steht als das der türkisen ÖVP von Sebastian Kurz? Oder will Rendi-Wagner einfach beweisen, dass man auch in schwieriger Lage strahlen kann? So wie sie jetzt als Erbin die traurige Hinterlassenschaft von Christian Kern übernommen hat. Bleibt offen, wie sie es schaffen soll, dass auch ihre Partei wieder strahlt. Noch kann Rendi-Wagner mit ihrer Persönlichkeit politische Leerstellen überbrücken. Unangenehmen Fragen begegnet sie mit mustergültig einstudierten Antworten aus dem Handbuch der Sozialdemokratie. Eine Perfektion, die einem Respekt abringt – und Distanz schafft.“

Neuer Labour-Clip aus Großbritannien

Interviews werden von den Redaktionen transkribiert, in lesbare Form gebracht (also z.B: Wortwiederholungen gestrichen und Sätze verständlich gemacht, die kein Ende zu haben scheinen) und dann an den Gesprächspartner geschickt. Er muss es erst autorisieren und kann noch Passagen ausbessern, in denen er sich mißverstanden fühlt; dennoch wird manchmal hinterher gegen die gedruckte Form protestiert. Bei der Serie an Rendi-Wagner-Interviews war zu vernehmen, dass die neue Parteichefin das Gespräch mit dem „Standard“ nicht annähernd so akzeptierte, wie es stattgefunden hat; auf Twitter ist von „Niederautorisieren“ die Rede. Das bedeutet wohl, dass es bis zur Unkenntlichkeit verändert wurde; andere machten andere Erfahrungen, etwa die „Presse„, die keine Probleme hatte. Man muss auch unterscheiden zwischen einem Live-Interview wie ein der Zeit im Bild 2, wo man so zwischen 8 und maximal 10 Minuten Zeit hat (oder in der längeren Pressestunde) und einem Gespräch, das in schriftlicher Form publiziert wird. Live stellte sich die „Neue“ bislang nur ca. 2 Minuten dem ORF bzw. gab ein Statement nach dem SPÖ-Vorstand ab.

Wolfgang Fellner von oe24 wägt Pro und Kontra ab, um dann zum Schluss zu kommen, dass Rendi-Wagner wahrscheinlich keine Chance hat: „Sie ist ein politisches Greenhorn. Sie hat wenig Ahnung vom Regieren (in kaum sechs Monaten hat sie außer der Anti-Smoke-Kampagne keinen Eindruck hinterlassen) und absolut keine Ahnung von der Führung einer Partei. Sie wirkt schon am Start fürchterlich nervös, konfus, fast hilflos. Wie diese sympathische Frau einen intriganten Verein wie die SPÖ – mit Wiener und Burgenländer Brutalos und ÖGB-Rambos – führen will, ist mir schleierhaft. Mit Lächeln allein wirds nicht gehen. Wunder geschehen immer wieder – aber in der Politik leider nur ganz selten.Es wäre schön, wenn Rendi endlich die SPÖ in Ordnung bringen und vor allem reformieren könnte. Es wäre noch spannender, wenn sie Kurz und Strache wirklich herausfordern könnte. Und es wäre faszinierend, endlich eine moderne Frau im Kanzleramt zu haben. Allein – mir fehlt der Glaube, dass eine totale Newcomerin ohne jede Erfahrung mit Apparat und Macht, die Politik auf den Kopf stellen kann. Schön wär‘s – aber vorher dreht sich die Erde wohl in die andere Richtung.“ Als Liebling des Boulevards taugt sie demnach nicht, wobei es Pandi etwas pointierter ausdrückt, dessen frühere Ehefrau für Ex-Bundeskanzler Werner Faymann arbeitete.

Rendi-Wagner in Niederösterreich

Pandi meinte, dass er durchaus einen „privilegierten Informationszugang“ hatte, sich aber Faymann von ihm mehr erwartet hat, als er bieten konnte. Und er meint zu Alois Stöger, der 2011 Rendi-Wagner als Sektionschefin ins Gesundheitsministerium geholt hatte: „In den wenigen Gesprächen mit ihm habe ich ehrlicherweise nicht verstanden, was er mir eigentlich gesagt hat. Es war auch unübersetzbar. Daher war er für meine Arbeit als Minister nicht brauchbar.“ Es gab de facto keine Kommunikation mit Stöger, den ich einmal so erlebte, dass er sehr unwirsch reagierte, weil ich ihn am Rande einer SPÖ-Klubtagung (zum „Profiheer„, das die SPÖ fordern musste) anzusprechen wagte. Man kann natürlich auch ohne Interview über Rendi-Wagner schreiben siehe „profil„: „Die Österreicher kannten sie schon aus dem Fernsehen, da war Rendi-Wagner noch lange nicht in der Politik. 2011 war sie vom damaligen Gesundheitsminister Alois Stöger von ihrer Gastprofessur in Tel Aviv als Sektionschefin nach Wien engagiert worden. Schon damals gab es im Ministerium leichten Ärger. Es war nicht üblich, jemanden von außen zu holen und nicht verdiente, langjährige Mitarbeiter für eine Sektionsleitung zu berufen. Sie überzeugte durch Expertise. In der Fukushima-Krise, als im japanischen Atomkraftwerk radioaktive Strahlung austrat, saß sie im ORF-Studio und rückte die Gefahrenlage in ein nüchternes Licht.

Sie erklärte und beruhigte. Bei Gelegenheit versuchte sie, die Impfhysterie zu dämpfen, und Gesundheitsminister Stöger gab sogar gemeinsam mit seiner Sektionschefin Interviews.“ Ministerin wurde sie bekanntlich am 8. März 2017 nach dem Tod von Sabine Oberhauser, und sie war ein Trumpf Kerns im Silberstein-Wahlkampf: „Im vergangenen Nationalratswahlkampf war Rendi-Wagner Listenzweite der SPÖ, auf Plakaten gemeinsam mit Christian Kern abgebildet. Schon damals hieß es, sie sei das größte politische Talent seit Jahren. Dass sie als Quereinsteigerin an allen SPÖ-Frauen vorbeigezogen ist und auf dem zweiten Platz hinter Christian Kern kandidierte, kommentierte sie selbstbewusst: ‚Gesundheitspolitik hat zentralen Stellenwert, und Kern wollte eine neue, frische Bewegung signalisieren..'“ Zwar trat sie der Partei erst am 7. März 2017 bei, sang immer wieder die Internationale mit, wie sie gerne versichert, doch sie verdankt ihren Aufstieg dem typischen Postenkarussell, für das Stöger ein gutes Beispiel ist. Der Gewerkschafter war zuerst Gesundheitsminister, dann ab 2014 Infrastrukturminister und folgte am 26. Jänner 2016 Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer als Sozialminister nach. Am gleichen Tag löste Hans Peter Doskozil Gerald Klug als Verteidigungsminister ab, der wiederum Infrastrukturminister wurde.

Barbara  Toth zu Silberstein

Als Doris Bures diese Funktion innehatte, machte sie 2010 Christian Kern zum ÖBB-Chef; sie wechselte ins Nationalratspräsidium nach dem Tod von Barbara Prammer 2014. Gesundheitsministerin wurde Sabine Oberhauser (und Stöger folgte Bures nach), die schließlich wie Prammer an Krebs erkrankte und daran starb. Wenn Bures nicht SPÖ-Chefin werden wollte, dann weil sie meint, die Position der 2. Nationalratspräsidentin sei ein gutes Sprungbrett bei der Bundespräsidentenwahl, wie es ja Heinz Fischer 2004 vorgemacht hat, als die SPÖ ebenfalls in Opposition war. Zu diesen Personalrochaden gehörte auch, Norbert Darabos 2013 durch Gerald Klug zu ersetzen und ihn dann 2015 als Bundesgeschäftsführer mit Gerhard Schmid abzulösen, der bei Kern Georg Niedermühlbichler wich, den man im gleichen Aufsichsrat fand. Doskozil versüßte Schmid das „Opfer“, indem er ihm 114.000 Euro für ein Konzept für das Gedenkjahr 2018 beim Bundesheer zukommen ließ. Mit Gemeindebau-Kindern, die dank Kreiskys Politik maturieren und studieren konnten, hat all dies sehr wenig zu tun. Im Jänner 2016 musste auch das Problem des „Minister spielenden“ Kabinettschefs Kammerhofer zugedeckt werden, sodass er Abteilungsleiter bei den ÖBB wurde. Die gefeierte Medizinerin Rendi-Wagner hat schon recht, dass die „gläserne Decke“ in der SPÖ durchbrochen werden muss, was aber bedeutet, diesen Männerfilz zu entwirren, von dem manchmal auch Frauen profitieren.

Und das ist nur einmal das Ämter-Ringelreihen, während die harten Brocken Gusenbauers Geschäfte, Silbersteins Einfluss und die wahre Eurofighter-Affäre darstellen. Man muss berüchsichtigen, dass Rendi-Wagner Ministerin wurde, als Silberstein wieder einmal die SPÖ „beriet“ und auf die Kommunikation von Ministerien Einfluss nehmen wollte; Michael Rendi, der von 2008 bis 2011 österreichischer Botschafter in Israel war, arbeitete als Kabinettschef bei Kanzleramtsminister Thomas Drozda. Wenn es später hieß, dass Tal Silberstein im Bundeskanzleramt ein- und ausging, wird sich das wohl auch auf Kerns Minister am Ballhausplatz beziehen. Medien deuteten in der Silberstein-Affäre manches an, das sie nicht so genau benennen wollten; der Tweet von Barbara Toth („Falter“) ist typisch für jene Postings oder Artikel, in denen von „Silbersteins Unit“ die Rede war. Der „Berater“ gab auf seiner Webseite an, eine Special Forces-Ausbildung der Armee absolviert zu haben; in manchen Berichten wird er als Offizier (und als Mossad-Mann) bezeichnet. Bei den israelischen Streitkräften dauert zwar der Wehrdienst vergleichsweise lange, dafür ist die Offiziersausbildung eher kurz und setzt keinen akademischen Grad voraus. „Units“ sind Einheiten der Special Forces, aus denen sich im Übrigen auch die „Kidon“-Teams des Mossad rekrutieren („Kidon“ ging aus der Einheit „Caesarea“ hervor, die nach dem Terror von München 1972 gebildet wurde und deren erster Kommandant Ehuk Barak war).

Wahlkampf 2017

Special Forces operieren am Golan, befassen sich mit Human Intelligence oder als Unit 8200 mit Cyberwarfare und Signals Intelligence; im Bereich israelischer Smart Technologies-Unternehmen und in der Start Up-Szene sind einige stolz auf ihren Unit 8200-Background (es ist by the way auch die Branche, in der Eveline Steinberger-Kern in Israel aktiv ist). In einem später geänderten Artikel des „trend“ wurde zuerst erwähnt, dass Silberstein als Soldat (bis zum 51. Lebensjahr können Männer wieder einberufen werden) auf den Golan beordert wurde, als er mitten in einer Kampagne war, wie uns der Google-Cache verrät. Stanley Greenberg erinnert sich in einem Buch an diverse Wahlkampfeinsätze und beschreibt, wie er mit Silberstein und Barak auf den Golan fuhr. Im „profil“ lasen wir 2017: „Seinen ersten Österreich-Einsatz erlebte der Globetrotter im Wien-Wahlkampf 2001, damals noch an der Seite des feinsinnigen Intellektuellen Stanley Greenberg, er endete mit der Rückeroberung der absoluten Mehrheit für die SPÖ. Silberstein, Offizier der israelischen Armee, musste den damaligen Wahlkampf übrigens für einen Einsatz auf dem Golan unterbrechen. In den Jahren danach jettete er regelmäßig nach Wien und in die Löwelstraße.“

Wenn Rendi-Wagner als Gesundheitspolitikerin und Ansage an die Wählerinnen präsentiert wurde, hatte dies sehr viel mit einem Gegensatz weniger zu Kern als vielmehr zu Doskozil zu tun. „Schneidige Fotos, die Kern und Doskozil beim Truppenbesuch im Burgenland zeigen, gehören noch zu den harmloseren Stempeln, die Silberstein der SPÖ aufdrückte -seinem Einfluss wird der Rechts-Kurs in Migrationsfragen angelastet. ‚Silberstein hat nie verstanden, was die Sozialdemokratie und Österreich ausmacht‘, seufzt ein SPÖ-Mitarbeiter.“ Zuerst hätte Kern martialisch in Szene gesetzt werden sollen, der heute vielleicht nicht zufällig meint, dass er nicht „mit dem Bihänder“ auf andere eindreschen will. Als „modern“ wird Rendi-Wagner als berufstätige Mutter, die Forschungsarbeiten publiziert hat, auch heute verkauft. Was Gemeindebau und Jugend betrifft, war es für Doris Bures schwieriger, da ihre Mutter sechs Kinder alleine aufgezogen hat und sie mit 15 von der Schule abging, um zu arbeiten und zum Lebensunterhalt beizutragen. Dass sich Kern nicht in Combat-Haltung vor Hubschraubern abbilden lassen wollte, passt sicher zum „Prinzessinnen-Dossier“ für Silberstein, das ein ehemaliger Gusenbauer-Sprecher (heute bei Signa) verfasste. Doskozil wiederum ließ sich nur zu gerne für eine aberwitzige Anzeige gegen Airbus einspannen, die zum Silberstein-Gusenbauer-Kurs von 2006 „Sozialfighter statt Eurofighter“ oder „Hier fliegt ihre Pensionserhöhung“ passt.

Aus dem Buch „Dispatches from the War Room“ von Stanley Greenberg

Man fragt sich spätestens bei diesem pikanten Detail, ob Silberstein für oder gegen Kern und die SPÖ arbeitete: „Silberstein empfahl dem Kanzler, eine gewisse Anja H. für eine Sprecherfunktion zu engagieren. Das verhinderte Niedermühlbichler in letzter Sekunde. Anja H. hatte bis 2015 eine Internetplattform als Expertin für Vaginalkugeln und ‚gemüseähnliche Dildos‘ betrieben und Heute darüber ein Interview gegeben. Diese Art von Publicity erschien selbst Kern, der Silberstein ansonsten gewähren ließ, abträglich. Die Dildo-Expertin landete nicht offiziell im Kern-Team, aber immerhin in jener Sudel-Gruppe, die heimlich die Kampagne gegen Sebastian Kurz betrieb.“ Was wusste Rendi-Wagner über solche Wahlkampf-Interna, deren Gatte ja Drozdas Kabinettschef war, ehe sie öffentlich breitgetreten wurden? Hielt sie sich wie andere SPÖ-Frauen heraus, zumal Kritik dann auch wenn, dann von Männern kam? Sie verdankt Pleiten, Pech und Pannen, dass Kern und die Partei auf der Oppositionsbank landeten, wo er sich zunehmend unbehaglich fühlte, sodass in ihm der Entschluß reifte, das Zepter aus der Hand zu geben. Wie er heute betont, betrachtete er sie immer schon als potenzielle Nachfolgerin, was schon deshalb recht kühn ist, weil sie keinerlei Hausmacht hat.

Es war nicht nur ungeschickt, gleich zu Beginn Teile der Partei vor den Kopf zu stoßen, sie könnte bald mit lange zudeckten Altasten zu tun haben. Etwa mit den Geschäften Alfred Gusenbauers, die in der Kanzlerzeit vorbereitet wurden; bei Lobbying für die frühere ukrainische Regierung in den USA beachtete er die Bestimmungen des Foreign Agents Registration Act nicht. Er kann sich zwar ahnungslos stellen, doch dies ist kaum glaubhaft, wenn man an seine weitverzweigte Geschäftstätigkeit und daran denkt, dass er mehrfach liobbyierte. Bei den Eurofightern wird der SPÖ Doskozils Anzeige gegen Airbus ebenso auf den Kopf fallen wie die von Doskozil unterstützte von Peter Pilz gegen Norbert Darabos. Und hier geht es dann wieder um Gusenbauer, Silberstein und die Folgen des Wahlkampfs 2006, den man dank all der Enthüllungen über den Wahlkampf 2017 jetzt besser einschätzen kann. Dass Doskozil Rendi-Wagner seiner Unterstützung versichert, mag diese zu Fehleinschätzungen verleiten, was dessen Position betrifft. Zum einen wäre er selbst gern Bundesparteichef, zum anderen aber wird ihm zum Verhängnis, wie er mit der Causa Eurofighter und seinem Konkurrenten Darabos umgeht.

Stanley Greenberg über „Dispatches from the War Room“

Auch Josef Kalina, der übrigens ebenfalls mit Silberstein kooperiert hat, stellt sich auf die Seite der „Neue“, warnt sie jedoch auch vor falschen Freunden: „Mindestens so notwendig wäre es allerdings seitens der SPÖ Führung, sich gegen Fussis Aufdringlichkeit als deren Sprecher zu erscheinen, zu wehren. Wer solche ‚Freunde‘ hat, braucht wahrlich keine Feinde.“ Er meint damit Fussis sonntägliche Kolumne in Fellners oe24, mit er er sich an Rendi-Wagner anbiedert. Es mag ihr schmeicheln, dass er darin sie und die Frauen lobt, doch er wird wegen der Silberstein-Affäre bald vor Gericht stehen. Denn Fussi setzte Silbersteins Übersetzerin Anna J. zu, weil er sie verdächtigte, Informationen geleakt zu haben und tat dies nachvollziehbar via WhatsApp. Was Kritik an Rendis Kür und ihren Personalentscheidungen betrifft, versucht man, an Einigkeit zu appellieren. Bei ihrem Auftritt in Niederösterreich streute man ihr Rosen und bezeichnete sie als großes politisches Talent; dass so ein Ruhm vergänglich ist, kann ihr Darabos sagen, den Gusenbauer einst so nannte. Sie sieht ihren neuen Job als politische Lebensentscheidung und meint, Frauen könnten alles schaffen; Im Zweifel sollten sie ja sagen, wie sie es immer getan hat. Die SPÖ ist ihre „politsche, persönliche, emotionale Heimat“, die ihr Leben ermöglicht hat, was sie nun zurückgeben will als „Investment in die Zukunft“.

„Geburt, Geschlecht und Hautfarbe  dürfen nicht über die Chancen von Menschen entscheiden“. betonte sie in NÖ. Man dürfe „niemanden allein lassen“ und müsse zusammenhalten, was „unser Credo in der Regierung“ war. Es gehe darum, die positiven Gefühle der Menschen anzusprechen, die mehr sind als ihre Ängste und Sorgen; sie haben Vorstellungen, Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse – dort werden wie sie abholen“, sagt Rendi-Wagner, die Rechte nicht erwähnt. „Gemeinsam mit euch will ich ein Kapitel SPÖ gestalten“, und das „kann ich niemals alleine stemmen, ich muss mich auf euch vertrauen (verlassen) und ich vertraue euch hundertprozentig“. Sie weist auf das Frauenvolksbegehren hin, das jetzt Eintragungswoche hat und meint im Allgemeinen, dass die SPÖ „mit großem Stolz kämpft, denn hier geht es um sehr sehr viel“. Ehe Rendi-Wagner, die „kein Mitleid“ hat mit Kern, nach Wunsch „erste Kanzlerin“ wird, muss sie sich der Auseinandersetzung nicht nur mit dem „wirklich ausgezeichneten Parteimanager“ Bundeskanzler Sebastian Kurz stellen. Denn das alternative Frauenangebot auf Regierungsseite besteht z.B. aus Außenministerin Karin Kneissl, die bei der UN_Vollversammlung in vier Sprachen redete und dabei u.a. gegenüber Israel das Atomabkommen mit dem Iran verteidigte. Und wir alle erinnern uns an die internationalen Schlagzeilen wegen ihres Hochzeitsgasts Wladimir Putin.

PS zum Fall Gusenbauer: Der Signa-Aufsichtsrat, dessen Ex-Sprecher Signa-Sprecher ist, wird wohl auch zu Gast sein in Rene Benkos Luxus-„Chalet N“ in Lech am Arlberg:  „Wer hier in dem selbst ernannten Sechs-Sterne-Chalet logiert, wird von Benkos Mitarbeitern natürlich nicht verraten. Dass darunter die Beiratsmitglieder der Benko-eigenen Signa Holding wie Exkanzler Alfred Gusenbauer, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Unternehmensberater Roland Berger sein könnten, ist wohl nicht ganz abwegig.“ Wenn sich Tal Silberstein in Wien auifhielt, übernachtete er übrigens in Signas Park Hyatt-Hotel.

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32 Gedanken zu “Pamela Rendi Wagner: Können Frauen alles schaffen?

  1. Also ich für meinen Teil finde es unehrlich und unseriös, wenn jemand Politischer Interviews die er oder sie gegeben hat, nachbessert. Das untergräbt die vielbeschworene Pressefreiheit und Demokratie. Lügen fangen halt im Kleinen an und erinnern mich an die Bonzenmauer oder die Silbersteinaffäre.
    Und ebenfalls undemokratisch finde ich es, wenn Kern nach seinem Rücktritt gleich seinen Nachfolger selber festlegt. Warum heißen die dann SozialDEMOKRATIE? Das ist ein Widerspruch in sich.

    Zu ihrer Tätigkeit in Israel möchte ich hinzufügen, Israel ist vielleicht eines der rassistischsten Länder der Welt. Und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass in israelischen Reisepässen sogar die Stammeszugehörigkeit(ca 12 Stämme gibts) angemerkt ist. Es gibt strenge Einwanderungs- und Einreisebestimmungen. Weltoffen ist was anderes.

    Und nicht dass nachher jemand behauptet, RW wäre weil sie eine Frau sei mehr kritisiert worden als ihr männlicher Vorgänger. Bei Chancengleichheit müssen auch gleiche Regeln und Standards gelten, sonst wäre es ja keine Chancengleichheit, sondern die Bevorzugung aufgrund eines Geschlechts. Was nicht der natürlichen Voraussetzung widerspricht, dass Männer eben leistungsfähiger, als Frauen sind.

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    1. Es ist dann arg, wenn sie vollkommen verändert werden. Aber dass der Interviewer etwas beim Transkribieren missversteht, kommt immer wieder vor, das kann man dann auch korrigieren.

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  2. Interviews werden von den Redaktionen transkribiert, in lesbare Form gebracht (also z.B: Wortwiederholungen gestrichen und Sätze verständlich gemacht, die kein Ende zu haben scheinen) und dann an den Gesprächspartner geschickt. Er muss es erst autorisieren und kann noch Passagen ausbessern, in denen er sich mißverstanden fühlt;

    Finde ich vollkommen in Ordnung und vor allem nachvollziehbar !

    wie auch immer

    MfG

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  3. „Sie ist ein politisches Greenhorn. Sie hat wenig Ahnung vom Regieren (in kaum sechs Monaten hat sie außer der Anti-Smoke-Kampagne keinen Eindruck hinterlassen) und absolut keine Ahnung von der Führung einer Partei. Sie wirkt schon am Start fürchterlich nervös, konfus, fast hilflos. Wie diese sympathische Frau einen intriganten Verein wie die SPÖ – mit Wiener und Burgenländer Brutalos und ÖGB-Rambos – führen will, ist mir schleierhaft. Mit Lächeln allein wirds nicht gehen. Wunder geschehen immer wieder – aber in der Politik leider nur ganz selten.Es wäre schön, wenn Rendi endlich die SPÖ in Ordnung bringen und vor allem reformieren könnte. Es wäre noch spannender, wenn sie Kurz und Strache wirklich herausfordern könnte. Und es wäre faszinierend, endlich eine moderne Frau im Kanzleramt zu haben. Allein – mir fehlt der Glaube, dass eine totale Newcomerin ohne jede Erfahrung mit Apparat und Macht, die Politik auf den Kopf stellen kann. Schön wär‘s – aber vorher dreht sich die Erde wohl in die andere Richtung.“

    Obschon ich dem Wolfgang Fellner in manchen Punkten, was die Interna der SPÖ betreffen, Recht geben muss. Aber: Gerade Newcomer bzw Quereinsteiger wird oft zurecht nachgesagt, noch sehr sehr weit entfernt zu sein, von der alles lähmenden und meistens im Stillstand endenden Betriebsblindheit. Wenn der Chef zB allmählich den Wald wegen der vielen Bäume nicht mehr sehen kann

    Das sollte mann / frau der Fairness halber zu Gunsten der Newcomerin Rendi Wagner mitberücksichtigen, weil sich das Unvoreingenommem-sein einer Newcomerin durchaus lohnend als Vorteil herauskristallisieren kann.

    Alles was Rendi Wagner nämlich für einen erfolgreichen Durchbruch zur Nummer 1 bräuchte, sind sozialökonomisch rasch umsetzbare Ideen, welche jedoch alles bisher Dagewesene [samt Türkis-Blau (ein latent bestehender Wunsch vom Wolfi Fellner)], sprichwörtlich, in den Schatten stellen.

    Aber wer darf / soll / will oder könnte der so dringend benötigte sozialökonomische Kiebitz / Berater sein ? Tal Silberstein ? Rudi Fussi ? Ausgeschlossen, und zwar Beide !!!

    Wie auch immer

    MfG

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    1. Neu bedeutet sicher auch neuer Zugang, das kann ein Vorteil sein, aber auch die „Alten“ sind nicht alle betriebsblind. Neu birgt aber noch mehr Gefahr, den Falschen zu vertrauen. Und die Altlasten, derer sie sich annehmen muss, sind beachtlich (Gusenbauer., Silberstein, Eurofighter).

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      1. Im Mai Teilnehmerin beim Bilderberger-Treffen – als völlig unbedeutende Gesundheitsministerin a.D. – und heute Parteivorsitzende.
        Zusätzlich eine „Israel“-lastige Vita.
        Und hier wird ernsthaft spekuliert, wie die „Newcomerin“ „ihre“ Ideen umsetzen soll…nicht böse sein, diese Person ist nur ein Proxy und wird genau das umsetzen, was ihr die Masterminds vorschreiben.
        Somit sind auch Überlegungen hinsichtlich „Frau an der Spitze“ und so weiter nur Ablenkung, sie untersteht der Agenda der „Globalisten“.
        Hoffnungen an diese Person zu knüpfen heißt wieder einmal nur, sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen, etwas, das ich das „Jesus-Syndrom“ nenne – der wäre ja auch angeblich für meine/unsere Sünden am Kreuz gestorben…

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      2. Hoffnungen an diese Person zu knüpfen heißt wieder einmal nur, sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen, etwas, das ich das „Jesus-Syndrom“ nenne – der wäre ja auch angeblich für meine/unsere Sünden am Kreuz gestorben…

        Jesus Christus, den es ja wirklich gab, ist weder für mich als Mensch, noch für sonstige Menschen am Kreuz gestorben, sondern, Jesus Christus ist von der Römisch Katholischen Kirche, sprich: den Römern, zu Tode geschunden, sprich: ermordet worden.

        Im zweiten oder dem dritten Jahrhundert nach Christi Geburt, wen kümmert’s, begann die Katholische Kirche, deren Mord an Jesus Christus, mit dem Vorsatz der Täuschung, und unter Ausnutzung der einfachen Gestricktheit der damaligen Christen, schnöde als ein: „Jesus ist für uns Menschen und unsere Sünden am Kreuz gestorben“ zu vermarkten.

        Und siehe da: Die Bibel war geboren.

        Der, mit dieser Täuschung einhergegangene, Erfolg bei den Christen genau damit durchzukommen, gab der Römisch Katholischen Kirche [Atheisten] , trotz aller Gegenteiligkeit, scheinbar Recht.

        wie auch immer

        MfG

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    2. Sozialökonomische neue Ideen sind ein wichtiger Punkt. Die FPÖ hatte jahrelang konkrete Inhalte im Programm. Also z.bsp bestimmte Pensionshöhe ab so und soviel Beitragsjahren.
      Wirklich schlau fand ich diese Hakerlliste und das Gegenüberstellen vis a vis den Roten. Das hat die FPÖ quasi erfunden, sowas spricht die Leute an, weil es Fakten sind. Die SPÖ ruht sich auf früheren, aus ihrer eigenen Sicht, Errungenschaften aus, und macht keine echte Oppositionspolitik. Von nichts kommt nichts.

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  4. „Yes we Pam!“ Na, da weiß man doch, wie man die (Anti)Sozen in Gegenwart und möglicherweise auch Zukunft einzuordnen hat. Niemand kommt durch Zufall in diese Position! Weder Gabbay noch Macron oder „CanPam“.

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    1. Ich frage mich auch, ob das Zufall ist – zugleich aber denken die meisten nicht nach, was sie mit welchem Slogan vermitteln (siehe auch Van der Bellen 2016 als „Öbama“ entsprechend gezeichnet).

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      1. „Yes, we pam“ ist eh alles Andere als ein auf positiven Erfolg verweisender WerbeSlogan.

        Ich erinnere nur an die in den 70ern von dem Duo Jenö Eisenberger und Julius Meinl ins Leben gerufene Verbrauchermarktkette „PamPam“!

        Fazit: „PamPam“ ist schon lange in der Versenkung verschwunden; wurde Ende der 90er mit Allem was noch da war, von der bis dato bestens florierenden Spar AG konsumiert.

        Eine Handvoll der PamPams (Westösterreich ?; Kärnten ?) wurde allerdings im selben Jahrzehnt umgetauft und nannte sich von da an „Billa“

        Jetzt mal ehrlich und Hand aufs Herz: Erwarten sich die SPÖsen im Ernst, dass deren eh schon stetig dahin schrumpfendes Stimmvieh [in aller Regel Bildungsfern], für die offensichtlich transatlantisch befehligte Partei, namentlich: die SPÖ, noch länger ein großzügig reges Interesse werden haben wollen ???

        Ich hab da so meine Bedenken. Denn, irgendwann wird doch jeder licht und merkt, wie bei den SPÖsen seit rund 100 Jahre Regierungszeit, unveränderlich der Hase läuft, oder ??? 😦

        Also: PamPam, und’s Blumen gießen nicht vergessen lol

        Wie auch immer

        MfG

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  5. das Problem ist nicht ob Mann oder Frau , auch nicht ob Newcomer oder Senior.
    Das Problem sind die Inhalte.
    Wenn ich zb höre sie wollen das Frauen eine Mindestpension von 1200 bekommen, dann ist meine Frage ..haben die Frauen Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet und wie viele Jahre.und wieviel ist ins Pensionskonto eingezahlt worden.
    Das Wort Sozialdemokratie ist ein Hohn in diesen Zeiten.

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  6. Nimm den schwarzen Block und mache dir deine Notizen, da hast einen Bleistift.

    Die Ansprache ist neo-liberales Geschwafel der Statthalterin von Kern & Co. Wann hätte eine Schlange sich nicht das ein oder andere Schweinchen gefunden um es für seine Zwecke einzuspannen? Wird in diesem Fall nicht anders sein.

    Davon mal abgesehen, dass das Histoirchen so neu nicht ist, so scheint es doch für die Zuhörer im Saal neu zu sein. Erstaunlich.

    ‚Sag ja‘ zur Herausforderung, hießt nichts anderes als ‚Sag ja zur Karriere. Sag ja zum Schicksal das andere für irgendjemanden bereithalten. Dieser Irgendjemand bist du‘. Die Positionierung von Parteien im Rahmen der neo-liberalen Agenda ändert sich, aber nicht die Position zu dieser Agenda.

    Der Streit darüber wer Karrierepfade anbietet ist eigentlich irrelevant. Karriere ist bereits Ausdruck von Unfreiheit.

    Die PRW wird sich nicht dagegen aufstellen und schon gar nicht die SPÖ. Die SPÖ ist keine Alternative zur ÖVP. Beide Parteien sind der Neo-liberale Einheitsblock.

    ‚Sag nein‘ zum Schicksal und haue ihm volles Programm in die Fresse. Die Freiheit nimm dir einfach‘. Aber solche Ansagen wird man von Vertretern der SPÖ nicht hören.

    Die Grundideen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Arbeitern, resp. konkrete Vorschläge, entspringen dem libertären Umfeld und wurden später von, so seltsam sich die Formulierung heute anhört, von libertären ‚Kommunisten‘ aufgegriffen – sog. Anarchisten.

    Sozialdemokraten haben diese Ideen und Formulierung allein im Rahmen des Staats umgesetzt und bspw. Gewerkschaften gekapert.

    Vorschläge zur Verbesserung von Lebenbedingungen für Menschen kommen wohl aus dem anarchischen Umfeld (nicht zwingend aus dem anarchistischen). Die Ära Kreisky wird nicht zum Erfolg

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  7. Frau Bader ! Hat Ihnen Aplikmuj auch so ne eigenartig formulierte Mail zukommen lassen ? Bei mir angelangt um 14:57 Uhr … Angeblich ein noch nicht sichtbarer Kommentar zu obigem Thema

    selektiv gewählte Auszüge daraus:

    Nimm, den schwarzen block, und mache dir deine Notizen. da hast einen Bleistift.

    Sag ja zur Herausforderung. hießt [sic] nichts anderes als sag ja zur Karriere, Sag ja zum Schicksal das andere für „irgendjemand“ bereithalten. Dieser irgendjemand bist du‘.

    Sag nein zum Schicksal, und haue „ihm“ volles Programm in die Fresse. Die Freiheit nimm dir einfach. Aber solche Ansagen wird man von Vertretern der SPÖ nicht hören.

    Hoffe, regelrecht abgetippt zu haben. Äußerst seltsam und eigentlich ungewöhnlich. Soll sowas wirklich von Aplikmuj resp howdyneighbors verfasst und verschickt worden sein ? Wie sehen Sie das, Frau Bader ?

    Wie auch immer

    MfG

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      1. Ja, der Kommentar ist wahrscheinlich vom WordPressSystem gerade delayed frei gegeben worden, als ich gerade dabei war, meinen Kommentar zu tippen, auf Tippfehler hin zu prüfen und abzuschicken.

        Trotzden ungewöhnlich vom Inhalt her: Vorgestern der Hirntote, der Sie frontal attakierte und heute wars Aplikmuj, welcher versuchte Ihnen vorzuschreiben, wie Sie sich, in Ihren eigenen Angelegenheiten zu verhalten haben. Mutmaßlich „KI“ oder „AI“, wie die Engländer sagen würden.

        Das Video kann man getrost 2 mal gucken … nur ein gut gemeinter Rat, der sich an meine Wenigkeit selbst adressiert verstanden sein will lol

        Wie auch immer

        MfG

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      2. Ich habe ja gelobt, fledlgings Unsinn nicht mehr zu kommentieren, doch hier erfolgte ein persönlicher Angriff.
        Schreiben Sie sich es hinter Ihre Ohren, ich habe die Autorin nicht attackiert!
        Das ist der typische aufwieglerische Schwachsinn einer Person, die nur vor dem PC stark ist und so ihr Gift verspritzt…im realen Leben garantiert ein Bückling mit goldener Kniescheibe.
        Haben Sie denn schon einmal der Autorin etwas gespendet (außer schwachsinnigen Kommentaren)?
        Konzentrieren Sie sich nicht ständig darauf, andere Kommentatoren hier zu verunglimpfen, sondern optimieren Sie die Güte Ihrer Beiträge – was ohnedies eine Lebensaufgabe darstellt (und – so ehrlich muss ich sein – für Sie zum Sisyphos gereicht).

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  8. Wenn ich zb höre sie wollen das Frauen eine Mindestpension von 1200 bekommen, dann ist meine Frage …

    … raindancer68, da erübrigt sich jede Frage, weilnach dem GleichheitsGrundsatz, jeder in Österreich legal ansässigen Frau, so wie den in Österreich legal ansässigen Männern, eine Pension von mindestens von 1200 Euro zusteht und zwar ab der ersten Pensionsminute an.

    Wollen Sie dass Österreich zur SozialDemokratie sich entwickelt, oder ist ihnen das eh egal ?

    Wie auch immer

    MfG

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    1. Wichtig: unter legal in Österreich ansässigen Frauen und Männer, sind selbstredend ausschließlich in Österreich geborene und durchgehend in Österreich aufgewachsene ÖsterreicherInnen gemeint. Sonst würde das angedachte SozialSystem natürlich nie funktionieren.

      Da steh ich mit meinem sozialökonömisch „rund“ Laufenden Model natürlich geradezu diamentral zu den neo-liberalen Allüren der SPÖ, resp. diamentral dem, was Rendi Wagner in ihrer Rede großartig zum Ausdruck zu bringen versucht hat, gegenüber.

      Nach dem GleichheitsPrinzip ist es jedoch legitim, ein, zu den SPÖ-Allüren diamentral entgegenstrebendes SozialModel zu kommunizieren, denn eine echte, auf sozial sein und soziales agieren ausgerichtete Sozialdemokratie als Staatsform, kann auf die Sozialdemokraten, wenns sein soll und im Zweifelsfalle sein muss, gut und gerne verzichten.

      Was unverzichtbar ist und bleibt, sind sozialökonomisch ausgereifte Ideen und dieser Ideen gibts bereits viele, in von mir ausgearbeiteten und im GedankenExperiment auf Funktionstüchtigkeit überprüften SozialModel 😦

      Also wo sehen Sie das Problem, meine Ausführungen zu verstehen ? Schon vergessen: Frauen können alles schaffen lol

      Wie auch immer

      MfG

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      1. ich glaube sie verstehen nicht,
        ich vertrete nicht die Auffassung, dass Pensionen einfach nur auf Grund der Staatsbürgerschaft und des Alters eine Vollpension ausbezahlt werden sollen , sondern auf Grund von Arbeit , dem entsprechenden Einzahlunganteil und den Jahren der Beschäftigung in Relation zur monatlichen Arbeitszeit. (Ausnahme Krankheit, Arbeitslosigkeit und 4 Jahre Pensionszeit pro Kind)
        Alles klar?

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      2. ich glaube sie verstehen nicht,
        ich vertrete nicht die Auffassung, dass Pensionen einfach nur auf Grund der Staatsbürgerschaft und des Alters eine Vollpension ausbezahlt werden sollen , sondern auf Grund von Arbeit , dem entsprechenden Einzahlunganteil und den Jahren der Beschäftigung in Relation zur monatlichen Arbeitszeit. (Ausnahme Krankheit, Arbeitslosigkeit und 4 Jahre Pensionszeit pro Kind)
        Alles klar?

        Das rührt daher, dass Sie mich „missverstehen“ – wollen, weil Sie kleinkariert in Schachteln und Laden denken und vorwiegend der Neid und die Missgunst Ihre Antreiber sind. Fütterneid, wie in der der Tierwelt. Das erkennt mann, wenn Sie sich abfällig herablassend über Asylanten auslassen.

        Lassen Sie das besser uns Menschen handeln, ja !

        Alles klar? Alles klar !!!

        Wie auch immer

        MfG

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  9. Das hat die FPÖ quasi erfunden, sowas spricht die Leute an, weil es Fakten sind.

    Das mag schon sein, dass die FPÖ den 12 Stunden Tag quasi im Alleingang erfunden hat. Aber: was soll daran für Menschen, sozialökonomisch Ansprechendes, zu finden sein ?

    Meine Auffassung ist es daher, dass die Einführung des 12-Stunden Arbeitstag / die 60-Stunden Woche in Wahrheit bereits von der vorher bestandenen Regierungskonstellation „Rot + Schwarz“ als Richtlinie / Agenda geplant und mutmaßlich verbindlich zur späteren Implementierung fixiert worden ist.

    „Türkis + Blau“ befindet sich dadurch mutmaßlich in Geiselhaft, da Türkis-Blau sich mutmaßlich genötigt sieht, die menschenfeindliche Agenda der schon durchgehend seit 100 Jahren anhaltenden Rot-Schwarzen Packelei, mutmaßlich Punkt für Punkt verwirklichen zu müssen. 😦

    Wie auch immer

    MfG

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  10. @Gaon

    Haben Sie denn schon einmal der Autorin etwas gespendet

    Soll das eine Fangfrage sein, um zu checken, ob ich noch bei Sinnen bin ? Von Gesetzes wegen, ist es aus gutem Grunde verboten, an unbekannte Personen oder PersonenGruppen, wo die Voraussetzungen fehlen, legal Spendengelder entgegenzunehmen, „fahrlässig, vorsätzlich oder im guten Glauben“, Geld zu überweisen.

    Sie wissen schon, dass es im Internet nur so wimmelt, von Staatsfeindlichen Verbindungen, welche in penetranter Manier, Unbedarfte teilweise geschickt motivierten, quasi deren „Arbeit“ lol mit zu finanzieren. Glauben Sie, ich will als Unfreiwilliger, wegen der Mitfinanzierung von Kriminellen Organisationen, hinter Gitter gehen.

    Auf das zu achten bewegt sich nämlich innerhalb der persönlich zumutbaren Sorgfaltspflicht !!! Das heißt, mann frau, wenn mündig, ist jeweils haftbar, für das eigene Handeln und Tun.

    Ausreden wie:

    — „Wer hätte das wissen können“,

    oder

    — „Ich wollte doch nur Gutes Tun“

    oder

    — „Es war mir nicht bewusst, dass ich mit meinem Geld eine Staatsfeindliche Verbindung mitfinanzierte“

    sind im Ernstfall, also bei Einschreiten der Behörden, aus gutem Grunde, unzulässig.

    Frau Bader gehört mit größt anzunehmender Wahrscheinlichkeit, solchen Staatsfeindlichen Verbindungen nicht an, aber wie soll mann / frau das aus der Ferne treffsicher beurteilen können ? Da müsste ich Frau Bader schon persönlich kennen lernen.

    Daher wird von Gesetzgeber dringend angeraten, nur vom Gesetzgeber legitimierten Personen oder Personengruppen, [zB amtlich registrierte Vereine] bei Bedarf, für eine gute Sache, nach eigenem Ermessen, SpendenGeld zu überweisen.

    Alles klar ??? Alles klar !!!

    Wie auch immer

    MfG

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      1. Ihnen scheint es, aus gutem Grunde, an Menschenkenntnis zu mangeln, daher in aller Deutlichkeit für Sie zum Mitschreiben: Ich bin derjenige, vor dem Sie, und auch die, die Ihnen gleich sind, sich mit voller Berechtigung fürchten – von wegen Feigling !!!

        Wie auch immer

        MfG

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      2. @Frau Bader

        Ja, jetzt ist ALLES klar, Sie Maulheld….ich lag schon richtig – ein Bückling mit goldener Kniescheibe, und ein erbärmlicher Feigling.

        Haben Sie den Kommentar vom 2. Oktober 2018 um 18:54 übersehen, weil Gaon mich indirekt eh mit Ihrer Zustimmung attackieren hat dürfen ? Wenn Ja, so verwundert es, ehrlich gesagt, eh wenig;

        Wenn nein, warum haben Sie es unterlassen, mich zu verteidigen ? Mir zur Seite zu stehen ? Ist der Grund Ihres mutmaßlich wohlwollendem Schweigen, der, aus juristischer Sicht, Sinn stiftend gewordene Kommentar von 2. Oktober 2018 um 15:53 ? Wenn ja, warum ?

        Wie auch immer

        MfG

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      3. ich hab andere sorgen als im sandkasten streit zwischen buben zu schlichten. ich lehne mich aus dem fenster und ihr alle schaut feige zu.

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  11. ich hab andere sorgen als im sandkasten streit zwischen buben zu schlichten. ich lehne mich aus dem fenster und ihr alle schaut feige zu.

    Danke, Frau Bader, für Ihre rasche und, vor allem, aussagekräftige Reaktion. JETZT ist ALLES klar !!!

    Wie auch immer

    MfG

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