Sozialministerin: Von 150 Euro im Monat leben?

In den USA wurde diskutiert, sozial Geschwächten keine Lebensmittelmarken mehr zu geben, sondern Schachteln mit Nahrungsmitteln. In einer kapitalistischen Gesellschaft bedeutet aber jeder Dollar und jeder Euro, den man selbst ausgeben kann, ein Stück Kontrolle über das eigene Leben. Den Schwächsten zuzusetzen bedeutet, ihnen Schuld an ihrem Schicksal zu geben und es zugleich für sie noch schwerer zu machen, sich aus ihrer Lage zu befreien. In Deutschland wurde Hartz IV zum Symbol für Not, Leid und Schikanen, und in Österreich tendiert die türkisblaue Regierung auch in diese Richtung. Die ohnehin angezählte (A)Sozialministerin Beate Hartinger-Klein meinte allen Ernstes, man könne, wenn die Miete bezahlt ist, von 150 Euro im Monat leben. Sie verkörpert eine Tendenz, bei Armen Mißbrauch zu vermuten und ihnen jeden Euro zu neiden, während die Großen und die ganz Großen puncto Steuer sehr großzügig behandelt werden. Ihr Vorbild sind offenbar rechtsextreme Netzwerke in der Justiz, die viele tausende Opfer mit Falschgutachten zwangsentrechten, um sich deren Immobilienbesitz einzuverleiben. Das unheilvolle Dreieck Richter – Massensachwalter – Fakegutachter reißt sich auch Aktien, Schmuck, Antiquitäten, Sparbücher und Konten unter den Nagel und läßt die Opfer hungern.

Es gibt einige Regierungsmitglieder, von denen man nichts bemerkt (und wenn, dann Negatives), und dazu gehört nicht nur Hartinger-Klein, sondern auch Justizminister Josef Moser, der massive Menschenrechtsverletzungen und Arisierungsaktionen abstellen müsste. Doch der Wege in die Armut sind viele; ebenfalls justizbedingt ist dss Verarmen von Eltern, die verzweifelt um weggenommene Kinder kämpfen, oder von ehemals Beschäftigten, die durch Korruption und Betrug auf höheren Ebenen alles verloren haben. Viele Menschen arbeiten 12 Stunden und mehr, weil sich mehrere für sie anstellen würden und sie Angst vor Armut haben, ihre Familie nicht ins Unglück stürzen wollen.  Nicht zu vergessen die Altersarmut, bei der uns angeblich zum Glück noch einiges von Deutschland unterscheidet, doch das bedeutet auch, nicht so genau bei verschämt versteckter Armut hinzusehen. Als Journalistin, die Mißstände im SPÖ-Verteidigungsministerium thematisierte, wurde ich (ohne jeden Schutz von „Kollegen“) in der Medienszene auch arm und wohnungslos und bin, weil ich mich auszudrücken weiss, auch stellvertretend für viele andere empört über diese Asozialministerin. In einer Stadt wie Wien können auch Arme Kultur genießen und es gibt viele Flohmärkte und ein paar Umsonst-Läden; am Land lebt es sich etwas billiger, aber für Arme ist ein Trip nach Wien zwecks Abwechslung unerschwinglich, von Urlaub ganz zu schweigen.

Die SPÖ auf Twitter

Es sei der Vollständigkeit halber gesagt, dass ich vor einem Monat mit SPÖ-Chef Christian Kern darüber reden wollte, dass er einen „meiner“ Übeltäter, Ex-BMLV-Kabinettschef Stefan Kammerhofer als Abteilungsleiter bei den ÖBB unterbrachte und dies mit Ex-Minister Hans Peter Doskozil vereinbarte. Bislang hat Kern nicht interessiert, was ich Kammerhofer vorwerfe, da dies ja bedeuten würde, sich mit Desinformationen z.B. zu den Eurofightern auseinanderzusetzen. Leider decken auch Infrastrukturminister Norbert Hofer und Verteidigungsminister Mario Kunasek unwissentlich Täterschutz und Opferschikane. Dies hat damit zu tun, dass ich nur mit deren Umfeld reden kann und das sich nicht für Altlasten interessiert; da ich in Wien nur unter der Brücke schlafen könnte, kann ich die beiden Minister auch nicht bei Terminen anreden. Es wäre beleidigend gegenüber Tieren, Hartinger-Klein als dummes Huhn zu bezeichnen, doch ihr verantwortungsloser Leichtsinn muss gestoppt werden, denn sie weiß wirklich nicht, was sie sagt. Wenn sie es ernst meint, soll sie ohne Wohnung mit 150 Euro einen Monat lang überleben und dabei darauf angewiesen sein, dass viele Menschen eben keine zynischen Arschlöcher sind. Die Asozialministerin weiß nicht, was man so alles brauchen kann im Laufe eines Monats und was Arme vor Angst zittern lässt, weil sie nicht mehr weiterwissen.

Arme haben sich längst angewöhnt, dass sie bei vielem außen vor bleiben – keine Kaffeehausbesuche, kein Kino (außer es ist gratis), kein Imbiß, kein Restaurant (vielleicht einmal ein billiger Coffee to go), keine Bücher, keine neue Kleidung (vielleicht einmal etwas im Schlußverkauf), kein neuer Laptop, keine reparierte Waschmaschine, kein reparierter Geschirrspüler (manche haben so etwas aus besseren Zeiten), kein besseres Tierfutter (nackte Panik, wenn Tierarztbesuche notwendig sind), Zittern, wenn das Fahrrad repariert werden muss (Angst, es könne geklaut werden); Überlegen, ob man jemanden anruft und ob man verschämt um Rückruf bittet; Abwägen, ob man sich gegen erlittenes Unrecht wehren kann, denn ohne Geld wird man so oft wie Dreck behandelt. Angst vor Obdachlosigkeit, Angst vor Gewalt, Angst vor sexuellen Übergriffen, oft weite Fußwege, weil Öffis zu teuer sind. Viele müssen im Winter entscheiden, ob sie essen oder frieren wollen und haben auch keine adäquate Kleidung für die kalte Jahreszeit. Überlegen, wo man auch als Armer dabei sein kann, ohne dass andere merken, dass man nicht wirklich zu ihnen gehört (man hat keine Anerkennung für Leistungen, keinen tollen Urlaub, kein neues Smartphone, kann nicht mit was trinken gehen und kennt keine neuen Bücher).Armut heißt auch, nicht zu essen und zu trinken, wenn es andere tun, die Geld haben, und dann z.B. am Ende einer Radtour mit leerem Magen weit heimzufahren (das tat ich letzte Woche im Burgenland).

Neues Buch über Hartz IV 

Armut heisst in der Fantasie der Asozialen, dass man es nicht besser verdient hat, zuwenig leistungsbereit ist, zuwenig gelernt hat oder das Pech hatte, Kinder zu bekommen; auf jeden Fall geht es die Gesellschaft nichts an, außer dass man die Leute nicht auf offener Straße verhungern lassen kann. Armut heisst für Asoziale, dass man z.B. halt keine Designerjeans hat aber eben in andere Läden geht; dass man kaum passable Kleidung hat und auch kaum welche kaufen kann, verstehen sie nicht. Mit Geld kann man Dinge verlieren oder verlegen, man kann Fehler haben oder Tage erleben, an denen alles schiefgeht. Für Arme ist das ein absoluter Horror, weil alles mit Ausgaben verbunden ist, die sie sich nicht leisten können. Armut bedeutet Unsichtbarkeit, auch weil es „die NGOs“ als Vertreter gibt, die von oben herab wissen wollen, was „Betroffene“ brauchen und dauernd in den Medien sind. Armut bedeutet Stigmatisierung auch dann, wenn Arme zu sagen wagen, dass „Refugees Welcome“ Masseneinwanderung ist und jeder Analphabet aus Afghanistan betüddelt wird, während ihre eigenen verschämt vorgetragenen Wünsche ignoriert werden. Und schlimmer noch, ihnen wird dann vorgeworfen, sie seien „Rassisten“ und „Rechte“, etwa wenn sie fragen, warum Einheimische obdachlos sein dürfen. Arm sein bedeutet, prominente angeblich so mitmenschliche Figuren von ihrer grausamen und unmenschlichen Seite zu erleben (ging mir mit Kardinal Schönborn, Bischof Bünker und Caritas-Chef Landau und Ex-Bürgermeister Häupl so).

Das Buch „Hearts Fear“ von Bettina Kenter-Götte  kostet 12 Euro, das ist für die Armen der Asozialministerin absolut unerschwinglich, wenngleich sicher lesenswert. Denn es wird u.a. so beschrieben:  „Die Autorin Bettina Kenter-Götte weiß, wovon sie schreibt: Die Schauspielerin wurde als alleinerziehende Mutter diskriminiert, von Behörden drangsaliert, vom Jobcenter sanktioniert. Mit dem authentischen Buch über ihre Erfahrungen erhebt sie ihre Stimme gegen Hartz IV, das ‚kontraproduktiv, absurd, brutal, menschenverachtend, existenz-, gesundheits- und motivationszerstörend‘ ist.“ Es nützt ihr nichts, wen sie in der Kulturszene kennt, denn sie ist durch Armut auf die andere Seite gewechselt; eine Armut, von der jeder deutsche Erwerbstätige gerade mal 12 Monate entfernt ist. In einer anderen Buchvorstellung lesen wir: „Erst stand sie mit dem ‚Armen Mann aus dem Toggenburg‘ auf der Bühne. Dann stand sie als arme Frau Schlange vor der ‚Tafel‘. Arm machten sie Kindererziehung, Krankheit und die Kirch-Pleite. Es macht keinen Spass, den eignen Abstieg aufzuzeichnen. Kenter-Götte hat es trotzdem getan und zwar in Form der Montage. Sie vermischt Erlebtes mit Zitaten. Nochmal danke für´s Aufzeichnen des sozialdarwinistischen Fieberwahns der SPD, der den Sozialstaat zerschlug. Schröders ‚Niedriglohnland‘, die Vernichtungsdrohung Münteferings ‚Wer arbeitet, soll etwas zu essen haben, wer nicht arbeitet, braucht nichts.‘, und Clements Parasitenvergleich. Noch in Verwesung begriffen trat die Partei nach unten.“

Twitterfund

In Österreich haben wir (noch) kein Hartz IV, aber mir fiel heute eine Werbung von FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bezogen auf Wien auf, in der gefordert wurde, die Mindestsicherung nur mehr an Beitragszahler zu vergeben. Bekanntlich will Türkisblau ja auch Zuwendungen für Arbeitslose anknabbern, denen man nicht vorwerfen kann, nichts eingezahlt zu haben. Wie Bettina Kenter-Götte machte ich die Erfahrung, dass auch Menschen, die wussten, wie ich ins Visier geraten bin, keinerlei Verständnis hatten, wenn ich sie weinend bat, mir zu helfen, weil ich in meiner Not keinen Ausweg mehr sehe. In ihrer Welt spielt Geld aber keine Rolle, sie haben eine Wohnung und alles, was sie brauchen, und wenn sie jemand mobbt, bedroht, verleumdet, können sie sich einen Anwalt nehmen; was ihnen beruflich widerfährt, wird gewerkschaftlich abgefedert. Armut heißt auch, das Leben zu verlieren, es als fernen Traum zu sehen z.B. in der Früh im Freien zu sitzen mit einem Becher Tee, allein den Tagesanbruch zu genießen umgeben von Katzen. Jedwede Sicherheit ist verloren, da sie auch real nicht mehr da ist und man nie weiß, wie man den nächsten Tag überstehen soll. Es kann auch das Heimweh nach einer Stadt überwältigend sein. in der man viel Schlechtes erlebt hat, weil es dennoch die Heimat ist.

Es ist ein Riesenunterschied, in der eigenen Wohnung zu weinen und sich dann zu sammeln und weiterzumachen oder diese minimale Sicherheit nicht mehr zu haben und nur ein wenig von diesem Gefühl zu haben, wenn man mit Tränen in den Augen schwimmen geht. Armut bedeutet, dass Heimfahren in die Stadt, in der ich nicht geboren, aber aus der ich vertrieben wurde, Tapferkeit verlangt: mit dem ÖGB unterwegs sein, sich dann doch auf die Straßen Wiens freuen und viel zu schnell wieder zurück ins Burgenland, das für mich als Städterin zu ruhig ist. Absurderweise vermisse ich auch Medientermine, bei denen ich nicht zur Mainstream-Blase gehörte, zu jenen „Kollegen„, neben denen Dissidenten tot umfallen könnten und sie merken es nicht. Aber es war mein Leben, und die besondere Härte des Außenseitertums durch brisante Recherche, die andere nicht anstellten, war erträglich, solange ich ein Dach über dem Kopf hatte. Armut ist schrecklich unerträglich, sie macht furchtbar unglücklich, weil es so viele Optionen nur mit entsprechenden finanziellen Mitteln gibt. Und mich Gegner in jeder Hinsicht vernichten wollten, was sie nicht geschafft haben. Armut ist Ausnahmezustand, da es nicht eigene Wohnung, unbekümmert Einkaufen, Verreisen, Fortgehen, Perspektive haben ist. Armut ist für immer mehr Menschen die Endstation ihres Lebens, und sie rätseln fortwährend, wie sie in so eine Lage kommen konnten. Solange es Asozialministerinnen gibt, wird die Anzahl der Betroffenen noch zunehmen.

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

 

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19 Gedanken zu “Sozialministerin: Von 150 Euro im Monat leben?

  1. Vollkommen richtig dargestellt …wählt man rot, die in den letzten Jahrzehnten schlichts nichts für die Arbeitnehmer getan haben, sondern nur für sich selber, wählt man die Armut ..denn die Massenmigration zerbröselt auf Dauer jedes soziale Netz.(anrechnen für Pension und kein Zugriff auf Vermögen) beginnt es schon.
    Ich finde es ist an der Zeit für grosse Demos.

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    1. Korrektur: da ist ein teil der Formulierung verloren gegangen

      Vollkommen richtig dargestellt …wählt man rot, die in den letzten Jahrzehnten schlichts nichts für die Arbeitnehmer getan haben, sondern nur für sich selber, wählt man die Armut ..denn die Massenmigration zerbröselt auf Dauer jedes soziale Netz
      Wählt man ÖVP .wählt man die Zersprengung des sozialen Netzes sowieso.
      Wählt man FPÖ ebenso …Umfaller ..machen was die ÖVP will.
      Mit der Auflösung der Notstandshilfe beginnt es:
      (anrechnen für Pension und kein Zugriff auf Vermögen)
      Habe mir die Mühe gemacht und das ÖVP Programm im Detail durchgelesen:
      der Satz: schrittweise Beendigung der frühen Pensionen bedeutet vielleicht keine Anrechnung von Arbeitslosenzeiten und Krankenstand für die Pension.
      Dann wirds richtig lustig.
      Ich finde es ist an der Zeit für grosse Demos.

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  2. das stimmt aber Europa ist in der Falle ..die roten haben jahrzehntelang nur sich selbst bedient,die Mittelschicht erodierte, und sie sind nach wie vor auf dem Migrationsdampfer, was jedes soziale Netz auf Dauer sprengt und die Sicherheit Europas zerstört (speziell der Frauen und Kinder), ebenso islamfreundlich ..was so ist als ob man mit Nattern ins Bett geht

    die ÖVP bedient immer schon die Unternehmer, Kirche und Bauern
    die FPÖ ist so regierungsgeil dass sie alle Versprechungen über Bord geworfen hat (nix kleiner Mann)

    so oder so ..
    ich sehe im Moment keinen Ausweg

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  3. Es sehe das wie „raindancer68“. Es scheint, als gäbe es keine politische Alternative mehr, falls es die jemals überhaupt gab. Ich wüßte ehrlich gesagt nicht, wen ich noch wählen sollte!

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  4. Ich kann berichten, daß ich einer Politikerin, der ich bei der letzten Wahl, an welcher ich mich beteiligt habe (9 Jahre her!!), mein Stimmverhalten auch mitgeteilt habe. Die betroffene Partei hat später der Schuldenvergemeinschaftung in der EU zugestimmt, was mich empört hat. Auf meine Nachfrage nach dem Stimmverhalten meiner Vorzugsgewählten kam keine Antwort, nur der Stehtsatz, eine glühende Europäerin zu sein!
    Ich habe klar gemacht, daß es für finanzielles Eintunken der eigenen Wählerinnen bestimmt meine Stimme nicht mehr geben wird und die Souveränin bei so weitreichenden Entscheidungen eigentlich befragt werden müßte!

    Ich kann weiter berichten, diese Partei sitzt nicht mehr im Parlament!

    Also Leute, sagt es ihnen, wenn ihr sie für unwählbar haltet und begnügt euch auch nicht mit dem geringeren Übel!!!

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  5. wir brauchen eine neue Partei die Österreich nach vorne bringt und denn menschen in unseren land hilft keine SPÖ die Abzocker und Schuldenmacher und bla bla bla macht die arbeiren in die eigene tasche sowie die ÖVP ich bin entäuscht von der FPÖ sie sind für die menschen da so hat man gesagt aber leider von denn NEOS und GRÜNEN zu sprechen wäre sinnlos denn diese Parteien NEOS GRÜNE die wissen alles können alles machen alles
    aber wie alles in die eigene tasche hinter mir die sündflut

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  6. Mutiger Artikel der unter die Haut geht. Auch die schonungslose Schilderungen der eigenen Betroffenheit sind extrem mutig.
    Arme Menschen sind leichter zu beherrschen schrieb bereits vor Jahren die Washington Post. Ja das Ganze hat System und ist gewollt. Die Wirtschaft will sich so billige und willige Arbeitskräfte sichern. Deshalb ist Solidarität und Widerstand der betroffenen Bevölkerung so wichtig. Richtig wie du es immer sagst Alexandra wir dürfen uns nicht spalten lassen.

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  7. Österreich hat keine eigenständige Wirtschaftspolitik. Es wird allein gemacht was die Deutschen einen Wirtschaftszyklus zuvor haben gemacht.

    Darin besteht kein Vorsatz, obwohl die Beobachtung von Karina einem in den Sinn kommen möchte.

    Klassisch und damit anbieterseitig heißt, nur der Selbstständgie hat Zugriff auf Werkzeuge die ihm selbst etwas bringen (Affinität in Richtung Arbeitsteilung) und das Unternehmen Zugriff auf Maschinen.

    Unser Wirtschaftsmodell ist klassisch und das Wachstumsmodell stammend aus der Zeit davor und kennt nur Verbrauch. Das ist der Widerspruch.

    Die Frucht just von der Pflanze abgetrennt wird eilig in lokale Märkte in Städte und Dörfer verbracht. Verblieben sind der Konsument (Rumpfmarktplatz) und der Bauernhof (Global Supply Chain).

    Was mal die Nahrung war, ein beinahe exklusiv lokal bereitgestelltes Gut, ist heute die Miete definiert als Verbrauchsgut.

    Der Trend den wir beobachten, über das Motiv kann man streiten, war das Ausbreiten des Modells der sich automatisierenden Güterbereitstellungslinie welche Güter im Konsumenten übergibt (neo-klassische Line im oben genannten Wachstumsmodell), die aus dem Marktplatz Technologie abzieht. Das führt zur Beschleunigung des Austretens der Betriebe aus dem Wirtschaftsraum.

    Genau das machen die Linien genau dann, wenn sie Gefahr läuft in eine Allmende zu kollabieren (Zahlt sich Investition aus? Oder sie zahlt sich bestimmt nicht mehr aus).

    In der Krise der 80er sind Politiker gelaufen und haben versucht zentral zu organisieren, den Mitarbeitern (zumeist einer im Haushalt) zu ermöglichen möglichst viel und lange am Arbeitsplatz zu verweilen. Der Prozess läuft noch immer. Es hat sich die Wahrnehmung davon geändert ;). Die peu a peu Werkzeuge wanderten in den Servicesektor.

    Dass der klare Verstand definiert als akademische Würde (Akademikerschwemme) als Werkzeug interpretiert ist eine Notlüge und Selbstbetrug. Dahinter verbergen sich zwei Probleme.

    Sie können, salopp formuliert, nicht im Wohnzimmer einen Hochofen aufstellen, mit dem Pfannen in der Küche jonglieren, über die Stiege im Hof den Strang abgießen und draußen die Brannen verrotten lassen damit sie mal in der Voest anfangen können (Industrie). Sie können aber tischlern.

    Durch das Ausrollen des Industriemodells und der damit verbundenen Dematerialisierung klarerweise auch der Betriebe ging das nicht mehr.

    Jetzt ist die E.U. hergegangen und hat gesagt, ‚Der klare Verstand und das Papier wird uns in Zukunft alle mit Aktivitäten versorgen die per Gesetz der Arbeit der Maschine zurechenbar bleiben).

    usw …

    IT Industries an sich managen in den U.S. genau den Prozess.

    Die U.S. sind 2 Dematerialisierungszyklen vor Europa (sprich Deutschland). Die Wirtschaft eine und die IT zumindest eine davor. 20 Jahre. Österreich ist 10 hintern. 30 Jahre. So läuft das. IT Industries bewahrt in einem Tal alle dematerialisierten Güter auf und betreibt dort Landschaftspflege.

    Die IT sorgt dafür, dass mal der Menschen bekommt was ihm oder ihr wichtig ist. Was Einzelnen oder der Familie nicht wichtig oder nicht mehr wicht ist, bekommt die Industrie. Enterprise IT. Cloud Technologie ist die Emulation des alten IT Schrotts.

    Deswegen muss man immer aufpassen, ob neue Technologien werden angepriesen oder Menschen gefragt werden, ob ihnen etwas wichtig ist (Marktwirtschaft) im Moment in Gestalt der Apps, eine Dekade zuvor die Webseite usw…

    China hat genau das getan was man nicht tun soll. Sie haben die IT speziell auf die Industrielinie abgestimmt und damit die Dematerialisierung vorangetrieben. Die müssen die steigende Zahl der Menschen in der alternden Bevölkerung auch füttern. Diese Linien ziehen klarerweise mal in den U.S. ab und wenn dort nichts mehr ist, dann in der E.U, abzüglich jenen Unternehmen die sowieso hätten im höheren Preisniveau überlebt (im Moment Tageszeitungen, ORF usw…). In der Logik der Abwertungstendenz der Einkommen in der Industrielinie stehen in der E.U. Teile der verlängerten Werkbank.

    Jetzt noch sinken bei uns die Löhne, aber die Dematerialisierung von menschlicher Arbeit aus Produktionsprozessen schreitet voran. Wer in Asien soll die Güter bereitstellen und hier auch keiner?

    So wurde die Idee geboren Unternehmen sofort kollabiert als Allmende in die Cloud zu packen und ein Gegengewicht zu erzeugen.

    Landschaftspflege von dematerialsierten Gütern gespeichert auf Server können sogar Menschen im Pensionsalter machen. Digital garteln.

    Der Christian Kern hat das richtige gemeint mit dem Laptop für jedes Kind, dort drauf sind die Werkzeuge.

    Wer unter welcher Motivlage was entschieden hat, Ich wage es nicht zu beurteilen.

    Es ist gefährlich Menschen nicht reinen Wein einzuschenken. In Wahrheit haben wir Hocken Ende nie. Die Konsumgesellschaft ist halt vorbei. D.h. es gibt keine Pension mehr. Jetzt bekommt Politik das Problem mit ‚einzahlen‘ :). Es wird schon Seniorenbetriebe geben. Der Leihopa war eher vorklassisch. Boottsrappng Unicorn Entrepreneur.

    Die Kindergärtnerin von morgen ist über 60 :).

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      1. Stimmt. Der zunehmende Einfluss der globalen Konvergenz ist nicht zu leugnen und auch die Divergenz der Strukturen.

        Die Lage ist deswegen unübersichtlich, das viele strukturelle Altlasten (die sog.Wirtschaft) reflektiert sind die sich zum Teil überlagern.

        Die Arbeiterkammer lebt noch immer in der Alten Welt. Die Entwicklung in Deutschland geben die Linie vor. Diese nehmen noch immer Einfluss.

        Damit bewegen wir uns mit Lichtgeschwindigkeit aus den staatl. Ansprüchen raus.

        Die Umverteilung in Österreich läuft anders. Wenn der Luxus zum Sozialtarif zu haben ist, dann ist der Sozialtarif bereits der Luxus. Beispielsweise werden Mieten in meiner Umgebung schon für Doppelverdiener ein Thema. Die Stellung der Miete heute als Verbrauch abgebildet ist die einst lokal bereitgestellte Nahrung.

        Der Peter Rabl halt mal gesagt, ‚Unsern Kindern und Enkeln wird es nicht mehr so gut gehen‘. Damit hat er am Ende gemeint, dass zumindest zum Industrielohn ein sich zusehends subjektivierender Einkommensbestandteil hinzukommt. Die Entwicklung läuft schon lange. Früher hätte man gesagt, ‚Jemand hält neben seinem Job noch Vorträge‘. So in die Richtung wird in Zukunft der Regelfall. Wir können über Umverteilung nicht die Notwendigkeit des Zuverdienst (wie früher ‚der Papa‘ noch hat getaxelt) zu zwei Einkommen im Haushalt kompensier. Die Chance besteht eher darin sich frühzeitig die Ausgestaltung des Wegs dorthin überlegen und umsetzen.

        In dem Punkt hab ich mit den 150 EURO noch kein Problem. Das kann man als unmenschlich ansehen.

        Sozial ist heute nicht herzugehen und andere zu analysieren wo ihre Schwächen liegen und anzugreifen, sondern mit Investition den Weg ‚ins Wachstum‘ zu forcieren.

        Wenn das was der Unternehmer von gestern war ein investorlastige Peer Group ist, dann ist ein Job der allein Industrielohn liefert (Konsum) der direkte Weg in die Armut. Alles andere heiße ja Herrgott zu spielen während andere ihre Seele an den Teufel verkaufen.

        Sie liegen mit ihre Analysen richtig. Sie zeigen auch sehr gut die Punkte auf die es drauf ankommt. Wenn ich mal, verzeihen sie den Ausdruck in Anlehnung an den Namen des blogs, mit einem ‚grünen Weib‘ ähnliche Felder identifiziere, dann brennt der Hut.

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  8. Wenn jemand meint, noch dazu eine Sozialministerin, dass man ohne Wohnungskosten mit 150 Euro im Monat auskäme, was will man da noch sagen.

    Etliche CDU-Politiker und deutsche Wirtschaftsbosse, wohl auch Leute aus der österreichischen Industriellenvereinigung, sie kennen nur ihre Welt des Kapitalismus und der Gewinnmaximierung.

    Aber, bei der Ursachensuche fällt mir auch immer auf, dass im großen Ganzen das Sozialsystem durch geburtenschwache Jahrgänge(durch Abtreibungen) und das Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen in eine Schieflage geraten ist.

    DAS kann man den Menschen aber nicht zum Vorwurf machen. Unverschuldet in Not geratenen Sozialhilfebeziehern ein schlechtes Gewissen zu machen ist genauso niederträchtig.

    Manche übertreiben in ihren Rundumschlägen, kritisieren sie bspw den IS, müssen gleich alle Religionen mitkritisiert werden, besonders die katholische Kirche. Und kritisieren sie hohe Managergehälter, werden gleich alle Vermögenden mitkritisiert.
    Und weil da keine Differenzierungen mehr gemacht werden, gibt es auch keine konstruktive Diskussionen, weder in TV-Talkrunden, noch im Parlament.

    Wenn Kurz alle seine Vorhaben im Sozialbereich wahrmacht, wird es entsprechend den Änderungen auch Wähler zur Gegenseite hintreiben. Das Geld spüren die Leute, wenn es ihnen fehlt.

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    1. das fatale ist, dass man natürlich unterschiede machen muss, wie lange jemand hier ist, aber wenn sie zu gross sind, fällt das auf uns alle zurück und ist ein hartz iv experiment

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      1. Genau. Flüchtlinge werden dazu benutzt, das Sozialsystem auszuhebeln und in Frage zu stellen.
        Das stört mich an der Politik immer wieder, dass Parteiführer immer in Extremen und in Ideologien denken, somit keine ausgewogenen Programme zustande bringen, wo niemand „den schwarzen Peter hat“.

        Auch ein Beispiel für „in Extremen denken“ ist, wenn Özil kritisiert wird, weil er bei der WM schlecht gespielt hat und er aber dann auf Rassismus markiert. Die Presse springt auf den Zug auf, will sie doch das Flüchtlingsthema durchbringen. Noch dazu ließ er sich mit Erdogan fotografieren, das spricht alles für sich.

        Oder wenn etwas Schlechtes über Juden gesagt wird, bspw die historische Feststellung, dass sie in der Bibel von Gottes Bund abgefallen sind, da riechen manche gar Antisemitismus. So verblödet und abgestumpft sind viele heute schon. Der eigentliche „Feind“ der Juden – der politische Islam – wird geflissentlich ignoriert.

        Vielleicht bräuchten die Politiker eine Zeit lang mehr Abstand zur Politik und die Journalisten eine Zeit lang Abstand zu Medien, um vernünftigere Entscheidungen treffen zu können. Damit wieder die notwendige Distanz zur Materie hergestellt wird, um alles neu bewerten zu können. Wäre ja ein guter Anfang und böte sich in der Urlaubszeit jetzt sehr gut an.

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