Pressefreiheit als Farce

Am Internationalen Tag der Pressefreiheit, dem 3. Mai, lobten sich jene für ihren vermeintlichen journalistischen Mut, deren Aufgabe es ist, Cover Stories zu produzieren und Wahrheiten nicht zu suchen, sondern zu verbergen. Es ist irgendwie passend, dass Reporter Ohne Grenzen in Frankreich gegründet wurde, wo die Tradition des Cover Up besonders stark ist. Jüngst macht eine sogenannte D-Order britischer Behörden für die Presse sozusagen Schlagzeilen, da Alternativmedien, kritische Blogger und kritische Geister in den sozialen Medien darüber berichten. Diese Geheimhaltungsanweisung betrifft wenig überraschend den Fall Skripal, bei dem im Mainstream wesentliche Zusammenhänge verschwiegen werden, die der Geschichte eine ganz andere Wendung geben. Auch wenn in Österreich gerade vermeintlich aufgedeckt wird, was UN-Soldaten im September 2012 auf dem Golan beobachteten/zuließen, ist Skepsis gegenüber Enthüllungen angebracht. Denn die Zustände im Verteidigungsministerium wurden von jenen Medien immer zugedeckt, die jetzt die Empörten spielen und dabei für eine Minute vergessen sollen, dass für sie reguläre syrische Einheiten immer der Inbegriff des Bösen waren.

Wie wir unten sehen, versucht Reporter Ohne Grenzen den Eindruck zu erwecken, eine Lobby für Pressefreiheit und echten Journalismus zu sein, die für den Schutz jener Menschen eintritt, die Wahrheiten ans Licht bringen wollen. Reporters Sans Frontières wurde 1985 in Frankreich gegründet und in Anlehnung an Médecins Sans Frontières benannt. Wikipedia schreibt u.a.: „Nach Recherchen der Zeitung junge Welt wurde ROG in der Vergangenheit u. a. von dem US-Multimilliardär George Soros finanziert, der bereits die polnische Gewerkschaft Solidarność mit Millionen US-Dollar unterstützte, sowie vom National Endowment for Democracy, das seinerseits seine Gelder zu über 90 Prozent aus dem US-Staatshaushalt bezieht. Im Jahr 2003 stammte das Jahresbudget zu rund 10 Prozent vom französischen Staat und zu weiteren 15 Prozent von der EU.“ Auch die Verflechtung mit Rüstungskonzernen (Merkmal der Presse in Frankreich und nicht nur dort) fällt auf: „Zu den Finanziers zählten in der Vergangenheit auch der Rüstungsindustrielle und Medienzar Frankreichs Serge Dassault, der Medienkonzern Vivendi und der Milliardär François Pinault.

Die Journalistin Karin Leitner auf Twitter

Die Öffentlichkeitsarbeit, die ROG für ihre politischen Ziele betreibt, verdankt sie den unentgeltlichen Diensten der bekannten New Yorker Werbeagentur Saatchi & Saatchi, einer Werbeagentur mit 134 Filialen in 84 Ländern und großer politischer Erfahrung etwa beim Wahlkampf der Konservativen Margaret Thatcher, die die Werbeagentur 1979 mit dem Slogan ‚Labour Isn’t Working‘ zum Sieg führte, sowie bei der Beratung von George W. Bush, dessen Regierung man 2005 riet, den Krieg gegen den Terror als ‚Kampf für eine bessere Welt‘ darzustellen, deren Team alle Kommunikationskampagnen der Reporter ohne Grenzen entwickelt und realisiert.“ Vivendi wollte „Time Warner Europas“ werden und teilte sich zeitweise auch den US-Markt mit Time Warner, Walt Disney, Viacom und Bertelsmann auf. Bei Bertelsmann sollten wir auch an merkwürdige Studien und Lobbyisten wie Elmar Brok denken, einem Freund von Regime Changes a la Ukraine (unterstützt von Bertelsmann-Studien). Bei Time Warner/Turner Broadcasting können wir an Manager Gerhard Zeiler denken, der Wolfgang Fellners Kooperation für sein Webfernsehen oe24 mit CNN einfädelte. Und der Christian Kern dabei half, gegen SPÖ-Chef Werner Faymann zu putschen und von seinem Freund Noch-Bürgermeister Michael Häupl gerne als SPÖ-Chef gesehen worden wäre.

Deutsche Leserinnen und -leser und natürlich Alternativjournalisten und -innen werden einige Assoziationen zur deutschen ROG-Sektion haben (laut Wikipedia): „Der ehrenamtlich tätige Vorstand besteht aus Katja GlogerMichael Rediske (beide geschäftsführende Vorstände), Martin Kaul, Gemma Pörzgen und Matthias Spielkamp. Dem beratenden Kuratorium gehören an: Thomas BellutKlaus BrinkbäumerWolfgang BüchnerPeter-Matthias GaedeGiovanni di LorenzoHans-Jürgen JakobsLorenz MaroldtGeorg MascoloBascha MikaJan-Eric PetersAndreas PetzoldHeribert PrantlJörg QuoosPatricia Schlesinger und Karola Wille (Stand: Februar 2017). DW-Intendant Peter Limbourg verließ das Kuratorium wegen eines Streits um den China-Kurs der Deutschen Welle. Er kam damit einer Aufforderung von Reporter ohne Grenzen nach.“ Man weiss aber  über Deutschland hinaus, dass es sich hier um Vertreter einer Propagandamatrix handelt, die hier auch anschaulich grafisch dargestellt ist.

Zu Österreich lesen wir: „ROG Österreich ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien, der im Jahr 1998 gegründet wurde und rund 100 Mitglieder hat.  Seit 2002 verleiht ROG Österreich einen Press Freedom Award mit dem Schwerpunkt der Auszeichnung von ost- und südosteuropäischen Journalisten. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert. Die österreichische UNESCO-Kommission hat den Ehrenschutz über die Verleihungen.  Mitglieder der internationalen Jury sind: Freimut Duve, ehem. Beauftragter für Medienfreiheit der OSZEDunja Mijatović, Beauftragte für Medienfreiheit der OSZE, Eva Nowotny, Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission,  Albert Rohan, früherer Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums, Wolfgang Petritsch, österreichischer Botschafter bei der OECD in Paris.“ Bedingt durch den Sitz der OSZE in Wien ist ROG Österreich ein wenig OSZE-lastig, auf jeden Fall aber transatlantisch. Wolfgang Petritsch bereitete den Kosovokrieg sozusagen mit vor (Scheitern der Verhandlungen von Rambouillet 1998) und ist Präsident der Marshall Plan Stiftung Austria, die bei einem Symposium 2016 Shalini Randeria, Rektorin des Instituts für die Wissenschaft vom Menschen und im Vorstand der Soros-Universität Budapest als Referentin hatte.

Fritz Hausjell (Bund Sozialdemokratischer Akademiker) auf Twitter

Im Vorstand des IWM wiederum findet man George Soros selbst und es wird u.a. von den Open Society Foundations und der Erste Bank unterstützt, deren CEO Andreas Treichl Vorsitzender des OSF-Advisory Boards ist. Ehrenpräsident des IWM ist jetzt Ex-Bundespräsident Heinz Fischer, der zuvor Vorstandsmitglied war. Beim Symposium sprach auch Vedran Zihic vom OIIP, der ein Austrian Marshall Plan Fellow ist und dessen Aufgabe es ist, zynisch über Politiker u.a. am Balkan herzuziehen. Dies konnte ich im Herbst 2015 bei einer Veranstaltung im Presseclub Concordia zu den Wahlen in Kroatien beobachten, zu der auch das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa unter dem Vorsitz von Ex-Vizekanzler Erhard Busek (auch bei Soros‘ Organisation Pasos aktiv)  eingeladen hat. Mitveranstalter war das Renner-Institut der SPÖ, dessen Präsident damals Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer war, der 2007 alle Hebel in Bewegung setzte, um einen der Zerstörer Jugoslawiens, Ex-US-Präsident Bill Clinton, zu einer AIDS-Charity nach Wien zu holen. Bei der Diskussion war auch Peter Tyran dabei, der Chefredakteur von Hrvatske Novine ist und mit der Art der gängigen Mainstream-Berichterstattung nicht zufrieden war. Unterdrückte Wut war bei einigen Anwesenden zu spüren, die die Nase von Fake News voll hatten, aber kaum Artikulationsmöglichkeiten hatten (und denen transatlantische Einmischung und Soros ein Begriff waren).

Es gibt übrigens auch eine American Austrian Foundation mit Daisy M. Soros unter den Trustees, die von der Stadt Wien, dem Wiener Krankenanstaltenverbund, dem Außenministerium, dem Land Salzburg, den OSF und einigen mehr unterstützt wird. Albert Rohan, der immer bei der ROG-Preisverleihung spricht, stammt aus französischem Adel und ist Präsident der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft. Als 2013 das Gerücht kursierte, dass Sebastian Kurz Außenminister werden könnte, begrüßte Rohan diese Vorstellung. 2004 bedankte sich das NATO-affine „profil“ beim damaligen Grünen Peter Pilz und bezog sich auch auf Rohan: „Da kann man nur dem österreichischen Diplomaten Albert Rohan zustimmen, wenn er Pilz (im ‚Standard‚) dazu gratuliert, dass die Grünen ‚unabhängig von der Opportunität einer Neutralitätsdebatte zukunftsorientierte Überlegungen jenseits taktischer Erfordernisse’anstellen. Man kann aber Rohan auch folgen, wenn er trotzdem kritisiert, dass die Öko-Partei ihre ‚europäische Friedensordnung‘ als Gegenentwurf zur NATO sieht, gegenüber der sie offenbar eine ‚pathologisch wirkende Abneigung‘ empfindet.“ Unter eine alliierte D-Order fällt wohl, dass Pilz stets auch in den Grünen verdeckt gepusht wurde und für US-Militärinterventionen warb, während anständige Leute aus der Partei gedrängt wurden. Bei deren Gründung übrigens der verstorbene Ehemann von Frau Möhring, Kuno Knöbl, als vom ORF bezahlter „weißer Elefant“ im Hintergrund mitmischte.

Die SPÖ und die Pressefreiheit (Twitter)

Ebenfalls 2004 lasen wir in „News“ zu einer „unabhängigen Türkei-Kommission“ der EU: „Der ehemalige finnische Staatspräsident Ahtisaari wird als Vorsitzender fungieren. Albert Rohan, früherer österreichischer Generalsekretär für Auswärtige Angelegenheiten und erfahrener Südosteuropa-Experte, wurde zum Berichterstatter der Kommission bestellt. Die Kommission wird vom British Council und dem Open Society Institute unterstützt.“ Wenn wir noch einmal zu Wikipedia zurückkehren, ist auch interessant, wie ROG seinen Press Freedom Index errechnet: „Der Index wird auf der Grundlage zwei verschiedener Kriterien erstellt. Zum einen auf Grund eines Fragebogens mit 87 Fragen, der von den ROG-Partnerorganisationen, ROG-Korrespondenten sowie Journalisten, Forschern, Juristen und Menschenrechtsaktivisten auf der ganzen Welt beantwortet wird. Gefragt wird unter anderem nach Medienvielfalt, Medienrechtlichen Strafen, Staatsmonopolen, der Existenz von Regulierungseinrichtungen, dem Maß der Unabhängigkeit staatlicher Medien, Selbstzensur, Recherchefreiheit, finanziellem Druck, Hindernissen für den freien Informationsfluss im Internet und Verschiedenem mehr.

Von ROG nach festgelegten Kriterien selbst ermittelt werden Informationen zu Zahl und Umfang von gewalttätigen Übergriffen, Morden oder Verhaftungen, die Zahl entführter Journalisten, die Anzahl zensierter Medien und die Zahl von Journalisten, die ins Exil geflohen sind, aber auch nach indirektem Druck auf die Berichterstattung der Medien wird geforscht.“ Mit anderen Worten zählt ausschliesslich die gefilterte Mainstream-Wahrnehmung, zumal auch „Menschenrechtsaktivisten“ mit Vorsicht zu genießen ist. Denn der Begriff „Menschenrechte“ dient nicht der Durchsetzung der Rechte jedes menschlichen Wesens, sondern als Vorwand für Destabilisierung und Regime Changes. Es ist kein Zufall, dass der erste Vorsitzende von Médecins Sans Frontières Bernard Kouchner als „Erfinder“ der „humanitären“ Intervention (Kosovo 1999) gilt, Soros-Connections wie MSF selbst hat und  (aus der sozialistischen Partei kommend) Außenminister unter Präsident Nicolas Sarkozy war. Und es passt auch ins Bild, dass Soros mehr als 48 Millionen Dollar an Medienorganisationen u.a. zur Finanzierung von Preisen spendete. Wenn „aufgedeckt“ wird und Rechercheverbände involviert sind, stehen transatlantische Stiftungen wie jene des George Soros als Financiers im Hintergrund, siehe International Consortium of Investigative Journalists (Medien wie „Falter“ oder „Süddeutsche“ sind dabei) oder Global Investigative Journalists Network (z.B. Dossier aus Österreich).

Tagein, tagaus bestätigt sich der Mainstream gegenseitig, was die Wahrnehmung der Menschen immer noch formt, auch wenn immer mehr kritisch geworden sind. Umfassende Lügen kann man aber nur allmählich durch ein anderes Weltbild ersetzen, was für echte Journalisten zu mitunter mühsamem Dialog mit Leserinnen und Lesern führt. Denn sie nerven Aufklärer oft damit, dass sie nicht selbst versuchen, mit anderen Infos klarzukommen, sondern diese zugleich aufnehmen und in ihrer Bedeutung bezweifeln, indem sie sich weiterhin an Mainstream-Bilder klammern. Auch für Informierte ist es ein weiter Weg, wie etwa der deutsche Filmemacher Dirk Pohlmann weiß, der vor einigen Jahren begann, sich mit Geheimdiensten zu befassen. Auf seiner Erfahrung und seinem Wissen aufbauend kann er jetzt auf Facebook posten: „Es gibt offenbar eine Geheimhaltungsorder der britischen Regierung für die britische Presse (eine sogenannte D-Order) hinsichtlich der Umstände der Skripal Vergiftung, genauer gesagt den Zusammenhang mit dem MI6 Agenten Pablo Miller, der sowohl Litwinenko als auch Skripal angeheuert hatte und mit Christopher Steele an der Trump Schmutzakte gearbeitet hat.“

Tweet von Gordon Corera

Dazu verweist er auf den ehemaligen britischen Diplomaten Craig Murray, der u.a. mit Tweets von Mainstream-„Sicherheitsexperten“ zeigt, wie Desinformationen aufgebaut werden: „At the very beginning of the of the Skripal incident, the security services blocked by D(SMA) notice any media mention of Pablo Miller and told the media not to look at Orbis and the Steele dossier on Trump, acting immediately to get out their message via trusties in the BBC and Guardian. Gordon Corera, ‚BBC Security Correspondent‘, did not name the source who told him to say this, but helpfully illustrated his tweet with a nice picture of MI6 Headquarter.“ Als Bannerbild verwendet Corera auf Twitter das Cover seines BuchesSecret Pigeon Service: Operation Columba, Resistance and the Struggle to Liberate Europe“, also Zeitgeschichte, die ihn zum Geheimdienstspezialisten machen soll. Wie in der deutschen, österreichischen, internationalen Medien-Twitterblase üblich bezieht man sich wie bei Stille Post aufeinander, um einen Narrativ zu verfestigen. Und Lügen zu verbreiten, wie Murray unter Hinweis auf Luke Harding vom „Guardian“ ausführt: „Given that the Steele dossier is demonstrably in large degree nonsense, it seems to me more probable the idea was to silence Skripal to close the danger that he would reveal his part in the concoction of this fraud. Remember he had sold out Russian agents to the British for cash and was a man of elastic loyalties.

It is also worth noting that Luke Harding has a bestselling book currently on sale, in large part predicated on the truth of the Steele Dossier. Steele, MI6 and the elements of the CIA which are out to get Trump, all would have a powerful motive to have the Skripal loose end tied.“ Inzwischen haben echte Journalisten beharrlich darauf hingewiesen, dass sowohl die Skripal-Story als auch die Duma-Giftgas-Geschichte vollkommen unglaubwürdig sind. Mittlerweile heisst es, das US-Außenministerium werde die finanzielle Unterstützung der 2013 von James Le Mesurier (ehemaliger Angehöriger einer britischen Spezialeinheit) gegründeten „White Helmets“ einstellen. Und der tschechische Präsident Milos Zeman spricht davon, dass sein Land früher mit Nowitschok experimentierte, was Dirk Pohlmann so kommentiert: „Ich hatte in meinem Film ‚Mengeles Erben‚ dargestellt, dass die CSSR der weltgrößte Produzent von LSD war, ich habe militärische LSD Versuche im Ostblock mit Filmaufnahmen gezeigt, den Einsatz von Verhördrogen analog zu MK Ultra Versuchen in den USA, dass die CSSR DER Chemiewaffenexperte im Warschauer Pakt war, und dass all dieses Wissen heimlich, still und leise in die NATO integriert wurde. Gegen die Übergabe des Wissens gab es Schweigen und Straffreiheit bei den moralisch höchst-aufgeladenen US-Regierungen.“

Es fällt auf, dass die „Giftgaswochen bei McMedien“ inzwischen wieder beendet sind, weil der erwünschte Effekt offenbar nur teilweise erzielt wurde. Und man sieht „seltsame Medienkorrekturen“ im Fall Skripal, bei dem echte Journalisten sofort am ehesten einen Zusammenhang zum Steele-Dossier gesehen haben. Dabei war hilfreich, dass der Konnex von Pablo Miller und Sergej Skripal zu Orbis bei Linkedin noch sichtbar war, wenngleich auf der Webseite von Orbis nicht mehr feststellbar. Gordon Corera und Co. verbreiteten schon das nächste Schauermärchen: „Breaking: US and UK issue new alert about hacking into internet infrastructure by Russian state. Targeting routers, switches and network devices. Activity seen for at least a year so predates recent tension. Potentially milliosn of machines targeted – govt and industry.“ Tatsächlich kann man heutźutage kaum mehr feststellen, woher ein Cyberangriff kommt, zumal Geheimdienste – wie Wikileaks letztes Jahr enthüllte – auch die Herkunft faken kann. Selbstverständlich nahmen alle österreichischen Mainstream-Medien an der Propagandainszenierung teil und selbstverständlich werden sie mit Inseraten und Förderungen am Leben erhalten und es sind ihre „Journalisten“, die Preise erhalten.

Stefan Kappacher (ORF) auf Twitter

Als im Jahr 1993 der sozialistische französische Ex-Premierminister Pierre Bérégovoy Selbstmord beging, brach eine Debatte über die Verantwortung der Medien los. Ihm wurde vorgeworfen, Kickbackzahlungen genommen und Insiderwissen verwendet zu haben: „Beregovoy, friends say, was deeply wounded by newspaper stories questioning his integrity and overwhelmed with a feeling of personal responsibility for the devastating defeat of the Socialist Party in parliamentary elections last March. The debate is mainly between the political class, which feels itself hounded by increasingly aggressive French media, and the French press in general, which longs for the more independent, adversarial role enjoyed by the press in the United States and Britain.“ Die Affäre wurde über das Satireblatt „Le Canard Enchaine“ nach sieben Jahren publik, das sich (mit anderen) wochenlang auf  Bérégovoy eingeschossen hat; nach seinem Tod sprach der Mitte-Rechts-Verteidigungsminister Francois Leotard von Mord, begangen von der Presse. Mord kann man auch anders meinen, etwa wenn man an seinen Freund James Andanson denkt, den Fahrer des mysteriösen Fiat Uno am 31. August 1997 in Paris (Tod von Prinzessin Diana), der 2000 Selbstmord begangen haben soll, indem er sich in seinem BMW verbrannte. Was in Paris geschah, stand wohl medial unter französischen wie britischen D-Orders, zumal der MI 6 auch Fotografen und Journalisten auf seiner Payroll hatte. Bei Bérégovoy ist auch die Symbolik auffällig, dass er (oder jemand anderer?) den Tag der Arbeit, den wichtigsten Feiertag der Sozialisten und Sozialdemokraten auswählte (wie bedeutsam der 1. Mai ist, sah man 2016 in Wien, als Parteichef Werner Faymann konzertiert ausgepfiffen wurde).

Während französische Medien stillschweigend akzeptierten, dass sie z.B. über Geliebte und uneheliche Kinder von Präsidenten kein Wort verlieren dürfen, ließ sich manches, die  Royals betreffend, via Frankreich in die britische Öffentlichkeit bringen. Denn die britische Presse wahrte über vieles Schweigen, was wie in Frankreich auch auf Übereinkommen mit den Geheimdiensten beruht. Seit Emmanuel Macron sind die französischen Sozialisten vorerst Geschichte, doch ihr österreichischer Konterpart arbeitet eifrig daran, sich ebenfalls abzuschaffen. Dabei spielt eine Rolle, dass sich Parteichef Christian Kern eines engen Verhältnisses zu George Soros rühmt und eifrig all jene unterstützt, die diesen gegen Kritik verteidigen. Allem Beteuern zum Trotz, Pressefreiheit als hohes Gut zu schützen, sieht die Bilanz der SPÖ nämlich ganz anders aus. Eine der wichtigsten von einer Art D-Order betroffenen Wahrheiten der heimischen Politik ist der Umgang auch der SPÖ mit ihrem eigenen Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos. Denn es gab Handlanger bei seiner Abschottung, die mit Druck und Überwachung einhergeht und ohne fremde Dienste undenkbar ist. Der Mainstream übernahm die Aufgabe, Darabos als am Bundesheer nicht interessiert darzustellen, damit nicht weiter auffällt, dass nicht einmal der oberste Soldat, der Generalstabschef, Zugang zu ihm hatte.

Als ich diese Legende in zahlreichen Artikeln zerstörte, traf mich der Bannstrahl der Handlanger fremder Dienste – und selbstverständlich gab es niemals Rückhalt bei Reporter Ohne Grenzen, Journalisten Club, OSZE  und Co. Gemäß D-Order spannen die „Kollegen“ beim Mainstream weiter falsche Narrative, die selbstverständlich weit über die Person Darabos hinausgehen und den gesamten Bereich Bundesheer, Sicherheit, Verteidigung umfassen. Daher abschliessend noch ein paar Anmerkungen zu den als Illustration verwendeten Twerets: Fritz Hausjell ist nicht nur beim BSA, den roten Akademikern, sondern auch stellvertretender Vorstand des Instituts für Publizistik an der Universität Wien. In beiden Rollen findet er es in Ordnung, wenn eine Journalistin eingeschüchtert und existentiell vernichtet wird, weil sie untragbare Zustände aufdeckt. Speziell okay ist für ihn auch, dass am Institut der Ex-Darabos-Sprecher Answer Lang Vorlesungen hält, der an der Abschottung des eigenen Chefs beteiligt war und mich bedrohte und verleumdete. Die frühere „Standard“-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, die den Ari Rath-Preis erhielt, hat mit kritischem Journalismus nichts am Hut, sondern deckte die Farce im Verteidigungsministerium und dass ich beim „Standard“ als Userin gesperrt wurde, weil ich auf unangenehme Wahrheiten hinwies.

Auch Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky, der die Laudatio auf Föderl-Schmid hielt, hat mit realer Berichterstattung nichts am Hut, zumal er ja ebenfalls Transatlantiker ist. Ex-Kanzleramtsminister Thomas Drozda hält gar nichts von Pressefreiheit und meint auch nicht, dass sie ein Grundstein der Menschenrechte sei, sondern ist dafür, die Menschenrechte einer echten Journalistin zu verletzen. Er hält es nicht einmal aus, Tweets von mir zu lesen bzw. meine Reaktionen auf ihn, sodass er mich längst blockiert hat. Wenn ein Parteigenosse unter Druck gesetzt wird, weil er nicht auf alliierter Linie ist, kann Drozda damit auch ganz gut leben. Tatsächlich ist die SPÖ in ihrer derzeitigen Verfassung Teil von Propaganda via Mainstream, etwa wenn sie das Skripal-Märchen verbreitet, den ungarischen Premierminister Viktor Orban attackiert oder jede Analyse des verdeckten Soros-Einflusses als angeblich antisemitisch ablehnt. An das hiesige Äquivalent der D-Order hält sie sich brav, sodass es keine kritische Auseinandersetzung z.B. mit dem via Peter Pilz etablierten Eurofighter-Narrativ gibt. Zur Anzeige von Pilz gegen Darabos schweigen die „Parteifreunde“ ebenso wie wenn via „Falter“ versucht wird, aus einem Zwischenfall am Golan dem Ex-Minister einen Strick zu drehen. Wenn Drozda am 6. Mai u.a. mit Nina Horaczek vom „Falter“ und Julia Herrnböck von Reporter Ohne Grenzen über Pressefreiheit diskutiert, deklariert sich die SPÖ damit.

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer (wahrheitsgemässer!!!!) Berichte attackiert;  nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

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14 Gedanken zu “Pressefreiheit als Farce

  1. Ja ja Pressefreiheit.
    Soros bestimmt eigentlich was veröffentlicht werden darf also genehm ist.
    Alles andere wird als rassistissch oder Spinnerei oder Verschwörungstheorie gebrandmarkt.

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    1. sie scheinen es nicht zu verstehen. Die Schuldfrage ist immer facettenreich und nie einfach, aber Zusammenhänge zu sehen hilft. Der Schreiberling hat ausser vermeintlich lustigem Zusammenwürfeln ohne Kontext nichts zu bieten

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    2. sie scheinen es nicht zu verstehen. Die Schuldfrage ist immer facettenreich und nie einfach, aber Zusammenhänge zu sehen hilft. Der Schreiberling hat ausser vermeintlich lustigem Zusammenwürfeln ohne Kontext nichts zu bieten

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  2. Ein guter Bekannter von mir hat auf meine Frage, was er von Ihnen, Frau Bader, hält, sinngemäß, nicht wortwörtlich, gemeint: „Ah, ja, die Bader! Die hat ja den Darabos gestalkt! Die hat dauernd angerufen und wollte mit ihm reden. Da ist nicht viel dahinter.“
    Nun, ich denke, daß ich es hier mit einer Sprachregelung zu tun habe, die ausgegeben wurde, wenn jemand nach Ihnen fragt.
    Mein Mitleid mit Darabos hält sich in Grenzen. Ein Parteisoldat, der auf schmerzliche Weise lernen mußte, daß er tatsächlich nichts anderes ist, als ein – Parteisoldat, der hin- und hergeschoben wird, wie man es gerade braucht und gegebenenfalls auch „verbrannt“ wird.
    Unsere Mainstream-Presstituierten können locker mit den damaligen Propagandisten der DDR mithalten. Und in Wahrheit verkaufen sich diese Verräter geradezu noch lächerlich billig. Aber die meisten von denen glauben ja auch, daß sie besonders intelligent seien. Naja.

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    1. das sind bösartige verleumdungen – ich hätte gar nicht anrufen können, weil ich wie viele andere abgewimmelt bzw bedroht wurde – aber wenn man die wahrheit schreibt,. wird man eben so behandelt – und ihr bekannter ist ein feiger verleumder, der nicht den mut hat, mir direkt ins gesicht zu sagen, was er glaubt – weils peinlich wird, wenn ich ihn zurechtstutze?

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      1. Ich halte das ja auch für Verleumdungen. Ich werde hier auf den Laufenden bleiben und mal schaun, was ich da noch rauskriege.
        Gut, daß es diesen Blog gibt. Die Wahrheit ist ja eine Tochter der Zeit.

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      2. Eines hab ich noch vergessen zu erwähnen. Der „Stalking“-Vorwurf stammt nicht von meinem Bekannten, jedoch hat er ihn ohne ihn weiter zu hinterfragen so zur Kenntnis genommen. Zumindest sagt mir das, daß die Verleumndungskampagne gegen Sie durchaus erfolgreich war.
        Es mag ein schwacher Trost sein, aber solche Attacken gleichen schon fast einem Ritterschlag. Sie werden weitermachen und die Zahl Ihrer Unterstützer wird ebenso steigen. DANN wird diese legale Mafia nochmal versuchen, Sie zum Schweigen zu bringen, und das wahrscheinlich noch brutaler als zuvor.

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