War’s das jetzt mit den Grünen?

Totgesagte leben länger, heisst es – aber was, wenn die Totgesagten noch in manchen Landtagen vertreten, aber außer Tritt geraten sind, seitdem sie aus dem Parlament flogen? Sicher war es kontraproduktiv, dass Ex-Klubobfrau Eva Glawischnig wenige Tage vor der Wahl in Kärnten ihren Wechsel zu Novomatic bekanntgab. Es hat vielleicht mehr bewirkt als die Gegenkandidatur unzufriedener Grüner, die sich dann ausgerechnet F.A.I.R. nannten- Dennoch trifft Marion Mitsche und ihre Mitstreiter der Bannstrahl mancher Ex-Mandatare. In Prozenten machte es sich kaum bemerkbar, doch alles zusammen sorgte dafür, dass die Grünen draußen sind. Ansonsten nicht mehr vorstellbar ist die beinahe-Mehrheit der SPÖ, die auf über 47 % gelangte. Bei den Grünen lagen die Hoffnungen darauf, sich eine kleine Fraktion von vier Bundesräten und drei EU-Abgeordneten zu erhalten,. was Förderungen bedingt und so auch die Basis für neue Kandidaturen auf Bundesebene bildet. Bei der Landtagswahl in Tirol hielten die Grünen zwar ihr Ergebnis, verloren aber einen Sitz im Bundesrat.

Bedenkt man, dass Glawischnig aus Kärnten stammt und die Grünen es nach mehreren Anläufen mit ihr erstmals in den Landtag schafften, versteht man die Empörung vieler. Denn egal, was Grüne vor Ort vertreten haben, wenn die Ex-Frontfrau zu einem Glücksspielkonzern wechselt. sieht das wie ein großer Balken „unglaubwürdig“ aus. So wird genau der Anspruch empfindlich getroffen, den viele mit den Grünen verbinden; ein „ich muss nicht mit allem einverstanden sein, aber sie sind konsequent“. Da die Wahlen in Tirol und Niederösterreich gut ausgegangen sind, kann man keinen Trend ausmachen; auf jeden Fall gibt es keine durch bundespolitische Präsenz bedingte Mobilisierung mehr. Wählerstromanalysen werden darüber mehr Aufschluß geben können, doch oberflächlich sieht es – wie bei der Nationalratswahl im Herbst – nach Gewinnen der SPÖ auf Kosten der Grünen aus. Und das sollte nur dann möglich sein, wenn beide Parteien austauschbar sind, wenn es kaum mehr unverwechselbare Positionen gibt. Im letzten Herbst war wanderten vor allem in Wien Stimmen von grün zu rot; wie in Kärnten koalieren dort SPÖ und Grüne.

Tweets von Albert Steinhauser

Wie blank die Nerven liegen, sieht man an einem Tweet von Ex-Klubobmann Albert Steinhauser, den dieser dann wieder löschte: Eine völlig unbekannte und untalentierte grüne Landespolitikerin hat es geschafft, mit ihrer egozentrischen Beleidigtheit im Sommer den Bundeswahlkampf zusätzlich negativ zu beeinflussen und einen wesentlichen Beitrag zum Ende der Kärntner Grünen zu leisten. Ob sie jetzt zufrieden ist?“ Man muss erklären, dass allen Ernstes ein paar Asylwerber mitwählen durften und Mitsche damit in Verbindung brachte, dass sie nicht an wählbarer Stelle landete. Dies macht auch deutlich, was den Grünen vielfach angekreidet wird, nämlich dass sie sich nur mehr für „refugees welcome“ (und Gender) interessierten. Sie kommen aus ziemlich rechthaberisch rüber, was vielleicht verständlich macht, mit welcher Schadenfreude einige in den sozialen Medien auf grüne Troubles reagieren. Dabei wurden Grüne so zugerichtet, während man politischere Leute entfernte, die dann aber auch gegen Militärinterventionen und Masseneinwanderung waren.Früher einmal sollten die Grünen eine Bewegung sein, die Menschen auf ernsthafteSocial, aber nicht bierernste Weise dazu ermuntert, neue Wege zu gehen.

Doch in Wahrheit ging es darum, nach außen hin eine Fassade zu wahren und  zu verhindern, dass eigene Akzente gesetzt werden. In dieses Konzept passte auch Eva Glawischnig hervorragend, die sich nicht an der Basis engagierte, sondern als Juristin von Global 2000 geholt wurde. Sich einen Namen machen war unter diesen Bedingungen nur für wenige möglich, und da stach besonders Peter Pilz als vermeintlicher Aufdecker hervor. Meist aber kaschierte er, was beleuchtet werden müsste, und sorgte gemeinsam mit den Medien dafür, dass sich falsche Narrative etablierten. Man könnte von daher auch sagen, dass der Abgang der Grünen ganz in Ordnung ist; oder sich wünschen, dass jetzt Personen die Oberhand bekommen, die selbst gestalten können. Und dass so viele unterdrückte, nie geführte Diskussionen jetzt stattfinden, zumal man ja Häme nicht ganz wegstecken wird. Vertriebene Grüne sind meist eher leise und werden daher leicht überhört; zum Teil sind sie jetzt bei der Liste Pilz, die auch keinen dauerhaften Bestand haben wird.

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexand

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11 Gedanken zu “War’s das jetzt mit den Grünen?

  1. Johannes Hand, Ex-Coe bei Novomatic, der jeden Ganoven im Balkan promotete ist ja EU Kommissar, für die Balkan Mafia heute! Vollkommen inkompetend und korrupt

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  2. also liebe Alexandra ich muss da jetzt echt mal was klar stellen.
    Nachdem ich so eine Streunerin im Netz bin, bin ich irgendwann mal über dein Blog gestolpert und war total positiv überrascht, dass da eine ist, die die Dinge erkennt und vor allem auch noch sehr viel Backgroundwissen hat, noch dazu eine EX Grüne (Haha Scherz)
    Also zur Klarstellung , ich respektiere dich natürlich.
    Aber ich bin manchmal vielleicht chaotisch und manchmal ärger ich mich und manchmal sind Menschen eben verschiedener Meinung.
    Das bringt dann in dein Blog ein wenig Wirbel.
    Prinzipiell aber steh ich dir wirklich ganz positiv gegenüber.

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  3. Korrumpiert sind die Grünen bestimmt und das schon länger und jetzt kaskadieren die Exceptions und General Protection Faults. Da ist der Wurm drinnen, aber nicht der Wirtschaftswurm.

    Der Preis für die (Teilnahme an der) Macht ist der Verrat an der eigenen Sache. Sozialdemokratie hat sich schon in .de im Rahmen der Bewilligung der Kredit für den Ersten Weltkrieg als Verräterpartei etabliert und ist dieser Tradition treu geblieben.

    Unter den Grünen finden sich viele Beispiele von Rudi Anschober, Eva Glawischnig und Peter Pilz. Wobei ich den Peter Pilz nicht als Grünen hatte wahrgenommen. Der hat sich in dem Umfeld ob der Themen die er gedachte zu besetzen dort seinen Rahmen gesucht.

    Vor 100 Jahren hat der Kaiser abgedankt und 100 Jahre später holt der Herr Kaiser (nomen est omen am Gemeinwohl orientiert) beinahe eine absolute Mehrheit. Die Geschichte wiederholt sich doch dann und wann, zwar anders als man denkt – aber doch.

    Die Grünen setzten sich zumindest zu Beginn für die Deregulierung (zumindest von Flüssen) ein und sind hernach hart ins altlinke Fahrwasser in den Güterstrom der Zeit abgedriftet. Bei jeder Schnelle wurde nach der Regulierung gerufen. Das passt nicht zusammen.

    Das Elend der Grünen kommt daher, dass sie irgendwelche Themen aufgreifen und komplett losgelöst von jedem Wissen über Wirtschaft versuchen aus ihrer Perspektive gehüllt in den süßen Duft von Kuhfladen zu hüllen bis es dem Wähler stinkt. Das soll Naturverbundenheit suggerieren?

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  4. Hoffentlich macht das nicht Schule. Was wäre zB Wien ohne die GrünInnen? Es wartet doch noch so viel grüne Arbeit. Gar nicht vorstellbar, was passiert, wenn sich alles wieder zu Normalität zurück entwickeln könnte. Alleine der Gedanke daran ist nur noch schiach; soll all die, natürlich gut gemeinte, Bevormundung unwiderruflich Vergangenheit sein ? 😀

    wie auch immer

    MfG

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  5. Werte Frau Bader,

    daß Eva Glawischnig den Grünen ganz bewußt eine Retourkutsche gelegt hat mit dem kaum zu toppenden Wechsel zu Novomatic (siehe etwa tagespresse.at samt den entsprechenden Kommentaren), ist kaum verwunderlich, wenn man die Umstände ihrer Absetzung letztes Jahr bedenkt.

    Bedenkt man ferner, daß die Grünwähler nun in überwiegender Mehrheit „Heim ins SP-Reich“ wandern, wird klar, daß die Zeit dieser Partei sich dem Ende zuneigt, analog dem BZÖ oder dem Team Stronach (nur, sicher auch aufgrund der sehr wohlwollenden Medienberichterstattung, etwas verzögert); die ganzen Karrieristen werden sich ein anderes Platzerl suchen, die echten Idealisten vielleicht noch eine Zeit lang weitermachen; ohne Steuergeldregen werden nicht sehr viele übrigbleiben.

    In Wien wird sich in den nächsten Jahren weisen, ob es genügend … äh … Wähler*_Innen (war das jetzt richtig? Ich bringe die *, I und _ manchmal noch durcheinander!) … für eine weitere Korruptionspartei gibt.

    Vielleicht bleibt der ORF als eines der wenige Kommun … äh… Grünbiotope übrig: Der Sender ist uns zwar nicht lieb, aber jedenfalls teuer.

    Ich sage es gerne immer wieder: Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Arbeit! Das ist echter Journalismus und damit hierzulande leider nicht mehrheitsfähig.

    Tomj

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