Explosion in österreichischer Gasstation

In Baumgarten an der Grenze zur Slowakei wurde in den 1950er Jahren erstmals Erdgas gefördert; nachdem Österreich 1968 einen Liefervertrag mit der Sowjetunion unterzeichnete, wurde eine Verdichterstation gebaut, von der das Gas dann weitergeleitet wird. Der heutige Betreiber nennt sich Gas Connect Austria und war vor wenigen Monaten noch zu 100 % um Besitz der OMV und ist es jetzt zu 51 %. Der Rest gehört einem Konsortium aus dem italienischen Gasnetz-Betreiber SNAM und der deutschen Allianz Capital Partners. Betrieben wird die Station seit Juni vom Austrian Gas Grid Management, das zu 51 % im Eigentum von Gas Connect mit weiteren Anteilen diverser Landesenergiehgesellschaften. Am Morgen des 12. Dezember 2017 ereignete sich eine Explosion in der Station, die der wichtigste Verteiler in Mitteleuropa ist. Zuerst war von 60 Verletzten die Rede, dann von einem Toten, einem Schwerverletzten und weiteren 20 Verletzten; Fotos zeigen einen weithin sichtbaren Feuerball. Es war sofort von einem „technischen Gebrechen“ die Rede: „Laut Gas Connect Austria wurde die Anlage in der Folge ‚im kontrollierten Zustand heruntergefahren und ist außer Betrieb‘. Bei dem tödlich Verletzten soll es sich nicht um einen Betriebsangehörigen handeln.

Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos Niederösterreich war aus zunächst ungeklärter Ursache auf dem Areal eine Gasleitung im Freien explodiert. Sprecher Franz Resperger berichtete von einer ‚ohrenbetäubenden Explosion‘ und einer heftigen Druckwelle. Das Feuer erfasste sechs Objekte, die zum Teil in Vollbrand gerieten. Die Hitzeentwicklung sei so enorm gewesen, dass abgestellte Autos verschmorten.“ Letzteres aufgrund von PVC-Komponenten, aber dennoch muss es es sehr heiß gewesen sein. In Österreich gibt es keine Versorgungsengpässe, da die Reserven für mehrere Monate reichen, aber Italien hat schon den (Gas-) Notstand erklärt. Der Großhandelspreis kletterte dort auch sofort um 87 % in die Höhe auf 44,50 Euro pro Megawattstunde. Der „Standard“ verwies in seinem Bericht auf Aktivisten, welche die Gunst der Stunde nutzen wollten:“Die Gasexplosion in Baumgarten zeige, dass Gas, Öl und Kohle gleichermaßen gefährlich für Menschen und Klima seien, hielt ‚System Change, not Climate Change!‘  in einer Aussendung am Dienstag fest. Man müsse so schnell wie möglich aus fossiler Energie aussteigen, fordert die Organisation. ‚Dazu gehört auch Erdgas, das oft als ’saubere Brückentechnologie‘ verkauft wird. Obwohl dessen Klimaschädlichkeit und Gefahren bekannt sind, wird in Europa weiter in neue Gasinfrastruktur investiert‘ kritisierte Iris Frey von ‚System Change!‘.

Verwiesen wurde auf die ‚gerade heute‘ anstehende Entscheidung der Europäischen Investitionsbank über einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro für die ‚Transadriatische Pipeline‘, als Teilstück des südlichen Gaskorridors, über den Erdgas aus Aserbaidschan nach Europa transportiert werden soll. Bei einem Unfall seien auch dort massive Gefahren für Umwelt und die lokale Bevölkerung zu befürchten.“ Die Plattform für „System Change, not Climate Change“ fügt sich harmonisch in das ein, was bei uns als Zivilgesellschaft gilt und ihr Name ist Programm: Es geht gar nicht um den Klimawandel, sondern um einen Systemwandel (= Grenzen und Staaten abschaffen, refugees welcome!). Da Österreich noch zu Zeiten des Kalten Krieges Gaslieferungen vereinbarte, ist die hier dafür errichtete Infrastruktur nach wie vor für Europa bedeutend. Der Regime Change in der Ukraine betraf auch Pipelines nach Europa, sodass für Russland dann South Stream umso mehr auf dem Proigramm stand, wie man bei Wladimir Putins Wien-Besuch 2014 sehen konnte. Ende jenes Jahres war dann aber alles wieder anders, wobei manche von Anfang an skeptisch waren und Russland jetzt auf North Stream 2 setzt.

Zur Explosion in Baumgarten und den Auswirkungen muss man noch wissen: „In Österreich wird vor allem der Osten via Baumgarten versorgt. Die Unternehmen der EAA Gruppe – Energie Burgenland, EVN und Wien Energie – haben nach eigenen Angaben aber vorsorglich ‚große Mengen Erdgas für ihre Kunden in leistungsfähigen Speichern gelagert‘.“ Wie sehr alles international vernetzt ist und zusammenhängt, kann man auch daran erkennen, dass genau diese drei Unternehmen mit Foresight, der israelischen Firma von Kanzlergattin Eveline Steinberger-Kern bei der Einführung von Smart Metern zusammenarbeiten. In der Smart Technologies und Start Up-Branche sind in Israel viele ehemalige Angehörige des Militärgeheimdienstes Unit 8200 tätig, der so etwas wie israelische NSA ist. Es heißt, dass auf dem Areal in Baumgarten Bauarbeiten im Gang waren und dass die Freiweillige Feuerwehr Marchegg auch regelmäßig übt, was man im Fall des Falles tun muss. Einstweilen ist der Gastransit gestoppt, was u.a. die Slowakei und Ungarn betrifft. Dass zuerst vom mehr Verletzten die Rede war, ist verständlich: „Etwa 60 Personen seien zum Unfallzeitpunkt in der Station tätig gewesen. Der Sprecher bestätigte zu Mittag, dass Gas Connect von einem technischen Gebrechen als Ursache ausgehe. Zwei der Verletzten seien Mitarbeiter einer Fremdfirma.“ (Das hat dann wohl mit den Bauarbeiten zu tun.)

Von technischen Gebrechen abgesehen, über die Laien nicht spekulieren sollten, sind Gasstationen auch Anschlagsziele wie im Oktober 2017 bei Ariel, einer israelischen Siedlung in der West Bank (Hamas bekannte sich dazu). Ebenfalls im Oktober gab es eine Explosion in einer Station bei Accra, der Hauptstadt von Ghana. Heute berichtet auch Russia Today, ohne darauf hinzuweisen, dass hier russisches Gas verteilt wird (Foto des Tages bei RT english). Ähnliche Bilder wie aus Niederösterreich gibt es aus Russland selbst, wo diesen Oktober ein Abschnitt einer Pipeline brannte. Wie bei uns vermuteten auch da einige User in diversen Foren, dass es sich um einen Anschlag handeln muss, da Gas nicht so ohne weiteres zu brennen beginnt. In diesem Fall gab es keine Verletzten, meint einer, sodass auch niemand mit einer Zündquelle in der Nähe war. Und bei uns gibt es Postings wie dieses: „Tragisch. An eine schlechte Wartung seitens der OMV kann man nicht glauben. Ist bei den sicherheitstechnischen Ausführungen schier unmöglich. Hat daher möglicherweise wie in Graz vor eineinhalb Jahren, nix mit nix zu tun.“ Ein User mit dem Namen Gerhard Martinek schreibt: „Die OMV hat eines der aufwendigsten Wartungs- und Sicherheitssysteme der Welt. Ich habe bereits in vielen OMV-Stationen arbeiten dürfen und weiss wovon ich schreibe.“

Auf Fotos sieht man, dass es eine Filteranlage förmlich zerlegt hat, vor der Bauzäune durch die Wucht der Explosion umgeknickt und verbogen wurden. „Wie ein Bombenangriff“, sagten Augenzeugen, da als Folge sechs Gebäude brannten. Nicht von ungefähr hat eine weitere Schlagezeile den Titel „Große Sorge um die Gasversorgung in Europa“. Immerhin beträgt die Jahreskapazität für Erdgas, das aus Russland und Norwegen kommt, 40 Milliarden Kubikmeter, die nach Deutschland, Frankreich, Ungarn, Italien, Slowenien und Kroatien weitergeleitet werden und von denen 8 Milliarden Kubikmeter im Land selbst verbraucht werden. Wer wissen möchte, wie sensibel unsere Energieversorgung und damit unser Alltag ist, lese einmal „Blackout“ von Marc Elsberg, wo es um einen großflächlichen Stromausfall in Europa geht, der bei gehackten Smart Meters beginnt. Der Journalist, der unter Pseudonym schreibt, hat viele Tatsachen in eine spannende Handlung verpackt, etwa dass Kraftwerke früher eigene Software entwickeln ließen, während heute adaptierte Standard-Stoftware auf Windows-, Linux- oder Unix-Rechnern läuft. Im Roman lassen sich z.B. Turbinen nicht mehr hochfahren, die vollkommen in Ordnung sind, weil die verwendete Software schadhaft ist und man nicht weiss, wo der Wurm sitzt. Gegner von Panikmache werfen übrigens stets ein, dass es gerade durch Digitalisierung auch redundante Systeme gibt.

PS: Es heisst jetzt, dass der bei der Explosion ums Leben gekommene Arbeiter beim TÜV war, den man nur mittels DNA-Abgleich identifizieren kann: „Offenbar war am Montag ein neuer Anlagebehälter in Betrieb genommen und mit 6 Bar Druck begast. Nachdem am Dienstag kein Druckverlust bemerkbar war, sollte er in Vollbetrieb übernommen werden – das sollte vom TÜV überprüft werden. In diesem Bereich kam es um 8.45 Uhr zu der Verpuffung, die sechs Nebengebäude der Pumpstation in Brand setzte und ein Todesopfer sowie 21 Verletzte forderte.“ Und wir lesen: „Beim TÜV (Technischer Überwachungsverein) wollte man sich auf Nachfrage nicht zu dem möglichen Ableben eines Mitarbeiters des Unternehmens äußern. ‚Wir kennen auch nur die offiziellen Aussagen der Behörde zu dem Unglück und nicht mehr‘, sagte ein Pressesprecher.“ Neu bei Bloomberg mehr aus der europäischen Sicht, und bei uns schließt der Verfassungsschutz Terrorismus aus. Und hier geht es auch um Erdgas: „Die EU-Staaten Italien, Griechenland und Zypern planen den Bau der längsten Unterwasserpipeline zusammen mit Israel.“ Und man beachte: „Die Schließung eines wichtigen Pipelinesystems in der Nordsee hat den Ölpreis auf ein Zweijahreshoch getrieben. Der britische Betreiber Ineos hatte am Montag mitgeteilt, dass das Forties-Pipeline-Netzwerk, durch das rund zwei Fünftel der britischen Öl- und Gasproduktion aus den Feldern in der Nordsee transportiert werden, geschlossen werden müsse, um Reparaturarbeiten zu ermöglichen.“

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

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18 Gedanken zu “Explosion in österreichischer Gasstation

      1. 😉 Der DWN-Artikel stach dem FS3 gestern auch sofort ins Auge! Das war abzusehen, wie das FS3 vor sieben Jahren ankündigte:

        Isreale Gasträume:
        https://farsight3.wordpress.com/2015/12/22/5685/

        Bomben sind offenbar ein beliebtes Mittel in der Realpolitik:
        https://derstandard.at/1296696432793/Nord-Sinai-Anschlag-auf-Gas-Pipeline#posting-19823117

        https://derstandard.at/1308680290534/Griechen-bieten-Hilfslieferungen-fuer-Gazastreifen-an#posting-21891154

        Schöne Zusammenfassung, liebe Alexandra! Danke.
        FS3

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    1. der ablauf dürfte schon realistisch sein; ich glaube, es ist beim standard, wo jemand es erklärt hat, dass man testen muss, ob die leitungen bzw. behälter dicht sind und das macht man bei einer anlage sukzessive, deshalb zuerst teilweise am montag und heute sollte sie in den vollbetrieb übergehen. bei gas ist gefährlich, wenn es sich mit sauerstoff mischt -. soweit habe ich es verstanden

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  1. Die Plattform für „System Change, not Climate Change“ fügt sich harmonisch in das ein, was bei uns als Zivilgesellschaft gilt und ihr Name ist Programm: Es geht gar nicht um den Klimawandel, sondern um einen Systemwandel (= Grenzen und Staaten abschaffen, refugees welcome!).

    Willkommen in der Wirklichkeit, Frau Bader! Ich freue mich, dass Sie es geschafft haben, nach relativ kurzer Zeit (Nov.2015 – dato) trotzdem noch rechtzeitig das sinkende Schiff „System Change, not Climate Change “ vom ideologischen Standpunkt her zu verlassen.

    Das bestätigt mir, dass es niemals falsch sein kann, bei Menschen, welche Potential für Lernfähigkeit erkennen lassen,tunlichst durch Abwarten, Teetrinken und vor allem mittels diskreter Zurückhaltung zu unterstützen. Der Erfolg gibt mir recht.

    MfG

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    1. @fledgling: das hab ich mir beim lesen dieser zeilen auch gedacht…

      alexandra ist eine ex-politanwärterin aus dem grün-roten spektrum, wenn ich das richtig verstanden habe, und hat auf ganzer linie enttarnt um was es unter den vorwänden tatsächlich geht…

      leider hilft das bis dato wenig. das abwarten und teetrinken und das gelegentliche verlassen der einen oder anderen politveranstaltung reicht leider nicht…

      die zusammensetzung und der informationsstand des publikums wird von medien und politik so gestaltet, dass das kasperltheater auf der bühne ungebremst weiter gespielt werden kann, während die handlanger der puppenspieler das tafelsilber des publikums stehlen…

      im moment ist statt dem kasperl eben grade der tintifax und der pezi auf der bühne…

      sie werden den diebstahl fortsetzen bis es buchstäblich wieder um unser letztes hemd geht, wenn wir mehrheitlich weiter im publikum bleiben natsatt nach hause zu gehen und unsere selbst zu verteidingen.

      weder grossvati, noch kasperl und pezi, schon gar nicht gundel gaukely oder der giftzwerg und auch tintifax werden dazu beitragen, dass uns die felle nicht davonschwimmen…

      solidarität im publikum wäre gefragt, um das schauspiel zu beenden…

      weiter so alexandra!

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      1. der unterschied zu euch beiden ist, dass ich mich ja real aus dem fenster lehne und zu spüren kriege, dass das nicht erwünscht ist

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      2. Werte Frau Bader

        Ich kann nicht wissen, wie es sich bei „HIG“ verhält, aber was mich betrifft, kann ich Ihnen versichern, dass ich es JEDESMAL mit Nachdruck zu spüren bekomme, wenn ich mich für Andere, (wie Sie sagen), real aus dem Fenster lehne. Ich bin, was ich bin.

        Solange ich noch Kraft finde dazu, (mein Lebenslämpchen neigt sich dem Ende zu) werde ich mich weiterhin für Wahrheit und Gerechtigkeit einbringen.

        MfG

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    2. Da treten Sie bei mir offene Türen ein, was die Beendigung von politischen Theatern ist. Ein Theater wurde zumindest mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel positiv vom Tisch gefegt. Endlich hat auch der Rest der Welt eine valide Gelegenheit, der historischen Wahrheit durch Zuspruch Rechnung zu tragen.

      Mfg

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