ORF-Weltjournal über mächtige Frauen: Recherche überflüssig?

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wollte der ORF ein Zeichen setzen u.a.mit einem Weltjournal zum Thema „Mächtige Frauen und männliche Untergriffe“. Recherchiert man aber ein wenig hinter dem ORF her, stellt sich die Frage, ob man am Küniglberg überhaupt Faktenchecks macht.  Präsentiert wurde die Sendung von Cornelia Vospernik, als Interviewerin war Christa Hofmann unterwegs; dem Publikum wurden Aufnahmen von Auftritten von Hillary Clinton und Angela Merkel und von beiden gemeinsam gezeigt. Natürlich war eine sachliche Bewertung der Politik dieser Frauen nicht angesagt, sodass Merkel auch als mächtigste Frau der Welt beschrieben wurde, die Europa regiert, während z.B. Berlusconi schon lang aus dem Rennen ist.

Man ist beim ORF dem offiziellen Narrativ verpflichtet, wonach Merkels Willkommenspolitik Eigenständigkeit und Souveränität und nicht das genaue Gegenteil ausdrückt. Hillary Clinton wiederum muss eine großartige Politikerin sein, die man mit Merkel u.a. nach Beratungen über die Situation in Libyen sieht. Dass ebendiese tolle Außenministerin dieses Chaos selbst verursacht hat und am Tod Zehntausender Schuld ist, spielt selbstverständlich keine Rolle. Eine legendäre Rede der früheren australischen Premierministerin Julia Gillard von 2012 zum Sexismus von Oppositionsführer Tony Abbott (siehe Video) wird vom ORF so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, Gillard schlage ihm vor, zurückzutreten und als er dies nicht tut, halt in sich zu gehen und sein Verhalten zu reflektieren.  Bewundernd heisst es, dass ihr der Kragen geplatzt sei, als ausgerechnet Abbott über Sexismus debattieren wollte.

Sie prangerte seine Doppelstandards an und meinte, wenn er über Frauenfeindlichkeit reden will, genügt ein Spiegel, wenn er etwas dagegen unternehmen will, soll er seinen Rücktritt einreichen. Statt aber mehr davon zu sehen, zeigt uns der ORF Ausschnitte aus einem Lied, das von ihrem Statement inspiriert wurde. Neben Elisabeth Badinter, die eben ein Buch über Maria Theresia veröffentlicht hat, interviewt der ORF den deutschen Autor Till Räther zu Wort kommen, der u.a.für die Zeitschrift „Brigitte“ schreibt  und sich mit Sexismus auseinandersetzt, und die österreichische Journalistin Sibylle Hamann, die z.B. im „Falter“ veröffentlicht. Hamann kommentiert Aufnahmen vom Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewundernd, da Soldaten hier vor einer „Oberbefehlshaberin“ stramm stehen.

Auch wenn die Autorin, die Interviewerin und die ORF-Redaktion in dieser Vorstellung geschwelgt haben magen und gerne auch Sequenzen mit mehreren Ministerinnen ansah – die Verteidigungsministerin ist die Befehlshaberin, während der Oberbefehl der Bundeskanzlerin zukommt. Hamann schrieb gerade auch mit an der Feminismus-Beilage des „Falter“, wo sie über Erfahrungen mit der Integration von „Fatima“ berichtet, die sie über elf Monate begleitet hat, was mit einem Medienpreis honoriert wurde. Nun mag „Fatima“ ja recht gut integriert seiń, doch wie ist es mit ihrem Umfeld, wenn sie weder ihren richtigen Namen verwenden noch sich fotografieren lassen darf? In eine ORF-Sendung passt Hamann aber ganz gut. da gemeinsame Ausrichtung am Willkommen Heißen verbindet. Im ORF wie beim „Falter“ ist es tabu, negative Seiten der ungebetenen Zuwanderung oder gar berechtigte Ängste von Frauen zu thematisieren.

Dies trifft übrigens auch auf die „Brigitte“ und ihr jüngstes Produkt, das „F-Mag“ für junge Frauen zu, denn dort beschwert sich eine der Redakteurinnen darüber, wie sehr sich ei alter Freund verändert hat, der Deutschland auf dem Weg in die Zerstörung sieht. Sexismus gegen „mächtige“ Frauen illustriert der ORF auch damit, dass Hillary Clinton in einer jüdischen Zeitung aus der Aufnahme aus dem Oval Office 2011 retuschiert wurde, wo man (angeblich) der Gefangennahme Osama Bin Ladens zusah.  Plötzlich gibt es einen krassen Schnitt im ORF-Beitrag und wir sehen die „Medienkritikerin“ Anita Sarkeesian mit einer Sequenz aus einem ihrer Videos über die Benachteiligung von Frauen in Hollywoodfilmen (siehe unten). Sie erregte zuerst damit Aufmerksamkeit, dass sie Videospiele wegen „Sexismus“ kritisierte, dann empörte Reaktionen erntete, sich als armes Opfer hinstellte, Bedrohungen erfand und massiv Fundraising für Videoclips betrieb.

Recherche ist nicht die Stärke des ORF, denn wenn man bei Youtube nach „Sarkeesian“ sucht, findet man sofort Entlarvendes etwa vom User Thunderf00t. Er findet sie ungeheuer heuchlerisch, weil sie sogar vor den Vereinten Nationen sprechen konnte, aber nicht, um sich für Frauen einzusetzen, deren Rechte wirklich verletzt werden. Der User zeigt auch, dass sie Videos lieblos und ebenfalls ohne ernsthafte Recherche gestaltet, wo z.B. falsche Staatsgrenzen zu sehen sind. Sarkeesians „Non-Profit“ Feminist Frequency ist steuerbefreit, dürfte sich dann aber nicht politisch einmischen. Dennoch kämpft sie jetzt erbittert gegen den „Faschisten“ Trump und bietet – was neuerlich Spenden generieren soll – Newsletter zu politischem Aktionismus an.

Der User The Amazing Atheist reagierte auf Sarkeesians Spendenkeilerei, indem er für eine echte Frauenorganisation um Spenden warb, die sich seit vielen Jahren um Mädchen in der Dritten Welt kümmert. Zur Auseinandersetzung mit dem „Amazing Atheist“  sei auch bemerkt, dass Sarkeesian es als Angriff auf sich selbst betrachtet, wenn Geld für echte Frauenprojekte gesammelt wird, die wirklich Diskriminierten helfen. Hätte der ORF sich auch nur minimal informiert, wäre ihm aufgefallen, dass Sarkeesian oft (im Mainstream) zitiert oder eingeladen wird, dort aber nur Nonsens („alles ist sexistisch, rassistisch, homophob“) von sich gibt. Sie ist in nichts „Expertin“, liefert versprochene Videos nicht und klaut für die, die sie tatsächlich produziert hat, schamlos Material bei anderen.

Wie um zu unterstreichen, welch ein Holler dieses „Weltjournal“ ist, folgte darauf ein „Weltjournal+“, das sich (am Frauentag?) mit den sexuellen Verirrungen des ehemaligen Abgeordneten der Demokraten Anthony Weiner befasste. Mit dem Thema „Mächtige Frauen“ hatte dies nur indirekt zu tun, da seine nunmehrige Ex-Partnerin Huma Abedin Hillary Clintons rechte Hand war. Haben die Mitarbeiterinnen des ORF endlich verstanden, dass Clinton nicht Präsidentin geworden ist und es auch nicht mehr wird? Interessant wäre aber gewesen, wenn man (frau) sich mit den Verbindungen Abedins zur Muslim Brotherhood und ihrer teils in Saudi Arabien lebenden Familie befasst hätte. Das hätte aber bedeutet, die Clinton-Kampagne von einer anderen Seite her aufzurollen und somit den Mythos von der kompentesten aller Kandidaten und -innen, die von einem „Sexisten“ besiegt wurde, ins Wanken zu bringen.

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7 Gedanken zu “ORF-Weltjournal über mächtige Frauen: Recherche überflüssig?

  1. Fake-Feminismus ,Fake-Journalistinnen, Fake-Politikerinnen! Alles gewünschte Agenda-Produkte.

    Diese Frauen sind zum Teil so dumm, dass sie über ihre Widersprüche stolpern und dafür das abgeschaffte Patriarchat angreifen. Dabei behaupten die gleichen Frauen doch, dass Frau-sein doch ein Konstrukt sei . Nun, was kann unsereins dafür, dass sie zu blöd sind , sich was passendes zu konstruieren.

    Ich habe das perfekte Konstrukt. Niemand diskriminiert und benachteiligt mich, höchstens die, die mir einreden wollen, dass mein Konstrukt doch gar nicht passend sein kann. Dass ich mich in meiner Haut wohlfühle, kann doch gar nicht sein.

    Es gibt aber auch die, die den ganzen Beschiss erkennen, aber blendend dabei verdienen. Sie sind sich bewusst,dass es kräftesparender ist, mit dem günstigsten Wind zu segeln, statt sich aufklärend dagegenzustellen. Später, wenn wir dann im Rabiat-Patriarchat angekommen sind, weil starke islamische Parteien hier sagen wo es langgeht, behaupten sie dann: Ich war jung und brauchte das Geld!

    Seit dem Kampf um das 3.Klo ist der ganze Geschlechter – Krampf nur noch ein „Sch…haus“-Krampf.Sorry, aber mir fällt kein besserer Begriff ein. Wenn nicht endlich begriffen wird, dass der Geschlechter-Krampf die Gesellschaft nur schwächt und zu einem Übernahme – Kandidaten macht, dann haben wir den Beweis geliefert, dass Bildung und zivilisatorische Errungenschaften echtes Gefahrenbewusstsein eliminieren.

    Ich stehe auf Kompetenz , egal ob bei Mann oder Frau. Auf diesem Blog treffe ich sogar auf besondere Kompetenz. Trüge ich einen Hut, würde ich diesen vor Dir ziehen, Alexandra.

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    1. S.G Frau Alexandra Bader!

      Mir fehlt in der Politik unseres Landes so eine wie Sahra Wagenknecht. Hätte ich einen Wunsch frei, wünschte ich Sie wären noch in der Politik tätig!

      Hochachtungsvoll Michael!

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    2. Danke, liebe Imela, ich denke, dass es einfacher ist, wenn man mangels Ablenkung konzentriert schreiben und recherchieren kann. Auch wenn ich mich z.B. nach den Pressekonferenzen sehne, die mein Alltag waren – kaum zu glauben, dass man sie vermissen kann, weil sonst ja fast nur Mainstream dabei war -, weiss ich, dass ich dort mit genau dem zu tun hätte, was ich beschreibe. So gesehen hat die „Pampa“, in der ich bin, auch Vorteile: es sollte aber kein völliges Entweder-Oder sein. Halt in der Hoffnung, dass es einmal wieder „normale“ Diskussionen, PKs usw. geben wird, statt überall eine Agenda geliefert zu bekommen. Macht nicht wirklich Spass, dann immer die zu sein, die es schnallt und die gegenzusteuern versucht (und wer sonst noch ist da stets die Frage). Aber von wegen „in der Pampa“ und so, ich verfolge hier sehr konzentriert die News und kann dir das einfach nicht vorenthalten_

      https://www.infowars.com/great-threat-to-global-security-russia-urges-us-to-explain-cia-hacking-exposed-by-wikileaks/

      – da liegt man doch vor Lachen gleich auf dem Boden, also wirklich ROFL, nicht wahr? Russland verlangt von den USA, ihre Geheimdiemste im Griff zu haben. Das gehört zum Spiel, aber nicht als Beweis für „die Russen waren es“, sondern wenn man ein bißchen was auf dem Kasten hat, bringt man dann eben seine Punkte an.

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      1. Bin gerade vom Boden wieder aufgestanden!

        „Macht nicht wirklich Spass, dann immer die zu sein, die es schnallt und die gegenzusteuern versucht (und wer sonst noch ist da stets die Frage).“

        Das kann ich nachempfinden. Nicht zuletzt dafür, habe ich wirklich Hochachtung vor Dir.

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  2. Danke für deine aufbauenden Worte – hab‘ was mit Gilad Atzmon gefunden, kaum jemand bringt Soros‘ Methode so gut auf den Punkt:

    Die Linken hat Soros um den Preis eines Hotelzimmers in der Tasche, und so ist die gesamte Linke umfunktioniert usw.Liebe Imela, das wird dir auch gefallen!

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