So werden wir ausspioniert

Der Titel nimmt Anleihe bei der „Kronen Zeitung“, die am 9. März diese Titelschlagzeile hatte: „CIA knackt Handys, TV, Computer, Autos: So werden wir ausspioniert!“. Angesichts von Leaks, für die Trump-treue Leute in den Geheimdiensten sorgten, sind die Windungen und Wendungen des Mainstream besonders interessant und auch amüsant. Denn man muss so tun, als schade dies °den“ USA und auch dem Präsidenten, der doch eben noch so heftig gebasht wurde. Es wird auch der Eindruck erweckt, als empöre sich Trump ernsthaft über eine Aktionen, die ihm mehr Spielraum verschaffen soll. Auch wenn man uns, siehe „Krone“ erklärt, was alles geknackt werden kann und wird, dient die Berichterstattung nicht dazu, uns gegenüber der CIA zu stärken.

Medien, die verdeckten Operationen und Kriegen ja immer brav zur Seite stehen, sehen sich weder uns noch den offiziellen USA verpflichtet, da sich für sie etwas mit der Wahl ändern hätte müssen, wären sie bloß US-Vasallen. Man folgte brav dem Narrativ von der toughen Powerfrau Hillary Clinton, die so gerne erste Präsidentin geworden wäre, und schrieb ihr Scheitern „den Russen“ zu. Dass Kräfte in Militär und Geheimdiensten keine Kriegstreiberin wollten und genug haben von regime changes, false flags und Morden, war im Mainstream tabu, wurde aber in Alternativmedien thematisiert. Auf beiden Seiten wandten Personen im Verborgenen jene Fertigkeiten an, die sie trainierten, um anderswo Regierungen zu stürzen.

Die heftigste Kritik an der CIA, die dieser Tage zu vernehmen ist, kommt von ehemaligen CIA-Leuten, für die Wikileaks‘ „Vault 7“ wie Weihnachten und Ostern zugleich zu sein scheint. Schon nachdem die CIA 1947 geschaffen wurde, kaum Bedauern auf, weil sie sich an den Erfahrungen des OSS und der britischen SOE orientierte, also an Sabotage und verdeckten Operationen gegen andere Ländern. So meinte Präsident Harry Truman, dass es ein Fehler war, die CIA zu gründen: „I think it was a mistake. And if I’d know what was going to happen, I never would have done it.“ Inzwischen ist es normal, dass die CIA verbotener Weise in den USA tätig ist, in die Computer von Senatoren einbricht, um deren Untersuchung über die Agency zu sabotieren und sich der US-Medien gegen den Präsidenten  bedient.

„Every iPhone in Russia is a CIA microphone, but Russian hacking is the problem according to CNN“, meinte jemand auf Twitter ganz richtig. Was wir auch vermissen, sind Reaktionen seitens der Bundesregierung:  Bundeskanzler Christian Kern, Innenminister Wolfgang Sobotka, Außenminister Sebastian Kurz und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil schweigen. Sie sind nicht einmal bereit, ihr persönliches Interesse wahrzunehmen (denn was wird wohl mit ihren Smartphones, Computern, Fernsehern und Autos passieren?) geschweige denn jenes des Staates und der Bürger. Lieber matchen sie sich, wer am besten den starken Mann gegenüber der Türkei herauskehren kann, deren Präsident auf der CIA-Abschussliste steht, wie man nicht nur am gescheiterten Putschversuch sehen kann. Absurd erscheint auch, dass Innen- und Verteidigungsministerium sich eben noch  via Mainstream als entschlossen verkauften, gegen hybride Bedrohungen vorzugehen, die CIA damit aber anscheinend nicht gemeint sein darf.

Twitterfund

Im ZDF hat Claus Kleber von der Atlantik-Brücke das Leak mit den Worten „da wird jetzt ein wichtiger Teil der Spionagetechnik der USA ins Netz und damit an den Pranger gestellt…“ kritisiert. Da das US-Generalkonsulat in Frankfurt als CIA-Hackerdrehscheibe fungiert und die Agenten sich damit auch frei im Schengen-Raum bewegen können, wird Deutschland eine Untersuchung durchführen. „Ihr könnt hier Basen haben, aber ihr dürft nicht Deutsche attackieren“ erklärt Julian Assange bei einer Pressekonferenz via Livestream am 9. März. An Daten aus Ministerien in der EU zu gelangen, ist relativ einfach, weil man nur einen USB-Stick mit Malware braucht und vorgeben muss, z.B. eine Präsentation zu geben. Man verwendet das System vor Ort, will z.B. Videos zeigen und schon ist alles infiziert. Man kann sich auch, offenbar ganz besonders raffiniert, als Computerexperte ausgeben, der Viren beseitigen will.

Wikileaks kündigt auch Infos über Liaison-Offiziere zu veröffentlichen, jedoch nichts, was mit Terrorismus zu tun hat. Wenn man sich fragt, wie leicht es möglich ist, Daten in einem Ministerium anzuzapfen, sei darauf verwiesen, dass z.B. von George Soros, einem der wichtigsten Verbündeten der CIA unterstützte Institutionen, Initiativen, Vereine, Experten, Projekte, Medien usw. überall sind und man auch bei uns eine Menge an entsprechenden Verbindungen findet. Es wäre natürlich eine ideale Tarnung, bei einer dieser Soros- und damit auch CIA-Fronts mitzukommen, wenn ein Termin bei einer Tagungen, einem Workshop, einer Präsentation in einem Ministerium ansteht. Dass George Soros auch Donald Trump attackiert, ist kein Zufall, sondern passt wunderbar ins Bild. Wenn man Trump-Unterstützern mit regime change-Erfahrung wie Steve Pieczenik zuhört, dann ist „Vault 7“ ein weiterer Schritt, um den deep state und eine zum Moloch gewordene CIA zu besiegen.

Google News auf Deutsch

Es ist nicht zu erwarten, dass mit der CIA assoziierte Medien plötzlich aufhören, Handlanger zu spielen, sodass jedwede Berichterstattung ein Versuch ist, die Debatte zu steuern. „Die CIA vermutet einen Insider hinter der Veröffentlichung geheimer Hacking-Werkzeuge, das FBI will wenn nötig über tausend Verdächtige verhören. Die US-Regierung sieht eine Gefahr für die Sicherheit des Landes, schreibt das Handelsblatt. Und die NATO-affine „Neue Zürcher Zeitung“ beklagt den „Wandel von Wikileaks„, während die FAZ unter dem Titel „Jetzt kann jeder NSA“ von Enthüllungen spricht, die „gefährlicher als frühere Leaks“ sind und „nicht nur einen der größten Geheimdienste der Welt“ entblößen. Statt Trump wie üblich runterzuschreiben, behauptet die „Bild“, dass er jezt „Jagd auf Maulwürfe“ mache. Warum sollte er nicht froh darüber sein, dass u.a. an die Öffentlichkeit gebracht wurde, dass die CIA fremde Server und fremde Malware vortäuscht, also z.B. vorgibt, aus Russland anzugreifen, um einen NATO-Bündnisfall nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags zu provozieren?

Außerdem ist z.B. die „New York Times“ verwirrt ob Trumps Anschuldigungen, dass Obama ihn in der Übergangszeit abhören habe lassen. Assange beantwortetet auch eine Frage von CNN, deren Sorge der CIA galt, die ja das Recht habe, so im Ausland zu agieren. Er fand es interessant, dass der Sender die Position der CIA vertrat und keinen Gedanken z.B. an Regierungen und Parteien etwa in Europa verschwendet. Alternative US-Medien zu attackieren, gehört zu den Aufgaben von Mainstream-Medien wie dem „Standard“. Es geht schließlich um die Deutungshoheit und darum, krampfhaft Märchen aufrecht zu erhalten, die zu einem immer dichteren Geflecht an Lügen führen. Es beginnt ja nicht erst bei Trump vs. Clinton, da man auch die Politik von Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama mit Desinformationen begleitet hat.

 Twitterfund (siehe Propagandaschau)

Falsche Narrative gelten nicht nur international für Personen und Themen, sondern ebenso auf nationaler Ebene. Da wurde stets ausgeblendet, dass die Politiker, die man zu bashen hat, rauen Elementen in der CIA ein Dorn im Auge sind und dass selbstverständlich das gesamte verfügbare Instrumentarium eingesetzt wird. Unter dem Eindruck des CIA-Fake News-Mainstream machten sich User gerne über die Vorstellung lustig, dass heimische Politiker rundum überwacht und unter Druck gesetzt werden können (alles provinziell und unwichtig, so die Fake-Medien). Was Journalisten in gesteuerten Medien vielleicht noch berührt, ist ihre eigene Betroffenheit, da ihre verschlüsselte Kommunikation mit Informationen eben auch nicht sicher ist, sie natürlich Smartphones, Smart TV und Smart Cars  benutzen.

Die eingangs erwähnte „Kronen Zeitung“ verweist auf den bei CNN interviewten Sicherheitsexperten Ross Schulmer, der zu den aufgedeckten Kapazitäten meinte: „Sie können Musik abspielen oder komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen und einen Unfall verursachen, wenn sie jemanden umbringen möchten.“ Die Zeitung ergänzt in Klammern: „Somit ließe sich eine Reihe von mysteriösen ‚Autounfällen‘ kontroversieller Persönlichkeiten erklären.“ Bislang galt es bei uns als tabu, in diese Richtung auch nur theoretisch zu denken und Totalüberwachung von Politikern war ebenfalls nie Thema. Und nach wie vor sorgen sich Medien vor allem darum, die die lösen Leaker zu prügeln und die arme CIA zu verteidigen.

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3 Gedanken zu “So werden wir ausspioniert

  1. Also se gibt keine sicheren Autos, ja die können jederzeit mal eine „Aussetzer“ haben….

    Ich bin eine Ameise, …….aber was muss ein Politiker tun, seine Naviantenne mit Blei abdecken, oder ein Auto aus den 80ern fahren?

    VW zb. hat zwar ein Notbremssystem, aber das liesse sich demnach auch ausschalten.
    Damals als Toyota so ein Gaspedal „Unfallproblem“ hatte, habe ich mich schon gefragt warum da nicht eine der Notmassnahmen funktionierte, also Bremse, Gang raus, usw.

    Das beste wäre, man würde diese Programme leaken und an die ganze Welt verteilen, somit auch CIA Mitarbeiter davon betroffen wären.

    Bin gespannt ob da nun IT-Sicherheitsfirmen die Lücke aufgreifen……… bis auch sie…..

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