Lies and Spies – Lügen und Spione

Letzte Woche wurde uns weisgemacht, „die Russen“ hätten die US-Wahl unter anderem mit Hacks beeinflusst. Jetzt behauptet man, „die Russen“ hätten kompromittierendes Material über Donald Trump gesammelt. Auf den ersten Blick mögen diese Fake News den vorherigen nicht widersprechen, weil man ja auch einen Kandidaten unter Druck pushen könnte. Bei näherer Betrachtung wirkt es aber vollkommen lächerlich, weil es wie ein Appell an Trump (den man dauernd anschüttet und attackiert) wirkt, doch den „bösen Russen“ nicht zu trauen.

Seinen 19,5 Millionen Followern auf Twitter teilte der President-elect der USA daher kurz und bündig mit: FAKE NEWS – A TOTAL POLITICAL WITCH HUNT!  Bezeichnender Weise berichtete zuerst CNN, von manchen auch CIA News Network genannt, und dann verbreitete es sich zum Beispiel über Reuters mit dieser Headline: „Trump given unverified reports that Russia had damaging details about him“. Man muss sich die Chuzpe mal vorstellen, dass die Geheimdienste, allen voran CIA, NSA und FBI beständig gegen Trump arbeiten und ihn dann über russische Aktivitäten gegen ihn aufklären wollen: „Classified documents that the heads of four U.S. intelligence agencies presented last week to President-elect Donald Trump included claims that Russian intelligence operatives have compromising information about him, two U.S. officials said Tuesday evening.

CNN (Anderson Cooper, CIA) über Meryl Streep vs. Donald Trump

They told Reuters the claims, which one called ‚unsubstantiated,‘ were contained in a two-page memo appended to a report on Russian interference in the 2016 election that U.S. intelligence officials presented to Trump and President Barack Obama last week.“ Man muss wissen, dass Agenturen wie Reuters Fake News direkt von CIA und Pentagon  beziehen, wie Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam (bekannt für seine Programmbeschwerden wegen Fake News) in einem Interview erklärt. „The Atlantic“ fasst zusammen: „Here’s what CNN does say: When top intelligence officials briefed Trump last week on their conclusion that Russia interfered with the election to hurt Hillary Clinton and aid Trump’s presidential hopes, they presented him a two-page classified memo that included allegations that Russian agents say they have ‚compromising personal and financial information‘ about him. It is not, clear, however, whether U.S. intelligence officials believe those allegations to be true.“

Rekapitulieren wir, was über russische Einflussnahme auf die US-Wahl so alles behauptet wurde: „Die Russen“ versuchten, Wahlcomputer zu hacken, die allerdings nicht am Netz sind, aber in fünf Bundesstaaten vom Department of Homeland Security angegangen wurden, das für die Demokraten arbeitet und die mächtigste Behörde der USA ist. Daher sagen Kritiker auch, dass Donald Trump (und nicht Hillary Clinton) fünf Bundesstaaten „gestohlen“ wurden. Der Geheimdienstbericht befasst sich intensiv mit russischen Medien, denen einige Menschen in den USA inzwischen nun einmal mehr vertrauen als dem Fake News Mainstream. Erwähnt wurde unter anderem Abby Martin, die jedoch seit zwei Jahren nicht mehr bei Russia Today ist, aber bei RT Stimmung gegen Hillary Clinton gemacht haben soll. In einem Interview meint sie denn auch, dass der Mainstream und die Geheimdienste sich am meisten vor echtem Journalismus fürchten.

Ron Paul, der selbst einmal für die Republikaner kandidierte, hält den Bericht ebenso für substanzlos wie Peter König, der einst für die Weltbank arbeitete und fragt: „Who is talking? Consider this: In how many elections around the globe did the US manipulate? – Including in Russia (unsuccessfully) in the 2012 Presidential elections. They are countless, from Europe, to Africa, to Asia, to Latin America. Consider all the US meddling in foreign ballots, and much worse – in ‘regime change’, and with ultimately killing the ‘inconvenient’ candidate. Democracy, what was left of it, has been gradually eviscerated throughout the world by Washington and its handlers. No, Mr. Putin did not interfere in the US elections, not now, not ever. At best, he would have only smiled how the candidates jumped at each other’s throats like fighting cocks, to demolish one another.“ Wenn (offen!) russische Medien wie RT attackiert werden, soll dies die „Glaubwürdigkeit“ des Mainstream wieder herstellen, der dabei natürlich gerne mitmacht.

Robert David Steele war einmal selbst Agent und spricht von einem Putschversuch – nicht der Russen, sondern jener Kräfte, die auf Hillary Clinton setzten: „Credit for the defeat of the soft coup has been earned by two persons and one group. Donald Trump earns the most credit – bringing to the matter his deep business experience and common sense, he understood that the narrative against Russia was exaggerated, fabricated, and out of context. With that foundation he was willing to listen to the second person, Michael Flynn, whose deep personal experience in the nether world of black special operations and green clandestine and covert action operations informs him in a manner few can claim.“ Dass zu diesen Mitteln gegriffen wurde, kam übrigens auf genau jene Weise zustande, die „die Russen“ angeblich bei Trump einsetzten:

„Aided by enormous restraint on the part of Vladimir Putin, President of Russia, the soft coup in the USA has collapsed. Not only has the US Intelligence Community (US IC) lost all semblance of credibility with incoming President Donald Trump, but the blackmail by the Central Intelligence Agency (CIA) of Senators John McCain and Lindsey Graham has been revealed by investigative journalist Wayne Madsen.“ Die zuvor erwähnte Gruppe von Leuten, die sich ebenfalls gegen den „sanften Putsch“ zur Wehr setzten, besteht aus Personen, die für die Geheimdienste oder das Militär arbeiten oder arbeiteten. Steele nennt drei Namen, die für viele weitere stehen: William Binney (Ex-NSA), Ray McGovern (Ex-CIA) und Steve Piezcenik (arbeite für mehrere US-Administrationen). Der ehemalige VIzefinanzminister Paul Craig Roberts (er findet den Geheimdienstbericht auch lächerlich) betont, dass die CIA und nicht die Banken die Regierung kontrollieren:

„According to Douglas Valentine’s just published book, The CIA As Organized Crime, it is the CIA, not the banks, that control the government. Judging by the extraordinary pressure that the CIA is putting on Trump with the allegation that Trump’s election is tainted by Russian interference, it is not clear at this time whether the CIA will accept Trump as President of the United States.“ Roberts weist auch darauf hin, dass sich Trump zusätzlich schützen wird: „Trump’s announcement that he intends to supplement his Secret Service protection with private protection suggests that he understands that there are many constraints on his action.“ Dazu passen Aussagen von Willy Wimmer, der lange für die CDU im deutschen Bundestag saß: „Um es auf den Punkt zu bringen oder in ein Bild, man fragt sich, warum der künftige amerikanische Präsident, wenn er denn am 20. Januar vereidigt werden sollte, nicht nach Washington geht, sondern in New York bleibt. Man muss den Endruck haben, der traut sich nicht, nach Washington zu gehen, weil er befürchten muss, von den Schergen Obamas und der Demokratischen Partei verhaftet zu werden.

Das ist ja eine Situation, wo der Rest der Welt eigentlich nun staunen kann und entsetzt sein kann und sich fragt, warum es dann global kracht. Also, eine verhängnisvolle Situation, die ihren Ursprung in den USA selber hat. Da ist Syrien – die Konflikte, die wir an einer Stelle haben und der Aufmarsch in Europa gegen die Russische Föderation – man sieht ja doch in den internationalen Nachrichtensendern die Bilder, wo die ganzen Kolonen von Panzern an die Ostfront rollen. Das ist nur ein Ausdruck für eine entsetzliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten selber.“ Man muss hier bedenken, dass mit allen Mitteln (inklusive Hollywood) zu Protesten nicht nur zur Inauguration Trumps aufgerufen und per „New York Times“-Inserat de facto auf einen Putsch vorbereitet wird. Was angeblichen russischen Druck auf Trump betrifft, so wird bloß von einem früheren britischen Agenten behauptet, dass Infos von Russland gesammelt worden wären. Dieser Ex-Spion arbeitete als „opposition researcher“, was auch immer man sich darunter vorstellen mag, für Anti-Trump-Republikaner und dann für die Demokraten.

Wie der Geheimdienstbericht über angebliche russische Einflussnahme an die Irakkriegslügen 2003 erinnert, denkt man auch bei diesem Informanten an „Curveball„, der damals Beweise für nicht existente Massenvernichtungswaffen vorlegte. Schließlich gab er – nachdem 100.000 Menschen deswegen ihr Leben verloren haben – doch zu, dass alles eine Lüge war. Wenn es um persönliche Diffamierung geht, nutzen Agenten natürlich längst das Internet, wie Gleen Greenwald 2014 darstellte.   Beim Kampf gegen Trump muss man auch an den Spekulanten und Regime Changer George Soros denken, der laut Julian Assange hinter der gegen Wladimir Putin gerichteten Veröffentlichung der Panama Papers steckt. Im letzten Frühjahr war der Begriff „Fake News“ noch nicht etabliert (den die „Washington Post“ jetzt wieder aus der Debatte entfernen will), doch es handelte sich beim Mainstream genau darum.

Soros bezeichnet Trump als „Möchtegern-Diktator„, beschuldigte Putin, für von ihm selbst über die Unterstützung von „NGOs“ forcierte Masseneinwanderung nach Europa verantwortlich zu sein und warf Obama vor, „zu soft“ mit Putin umzugehen. Der US-Botschafter in Russland John Tefft forderte Außenminister Sergej Lawrow auf, der kommenden Trump-Administration historische FSB-Daten über George Soros zu verweigern. Diese Sabotage eines neuen Präsidenten unterstreicht die Befürchtungen Willy Wimmers, zumal Botschafter Tefft Erfahrungen mit Regime Changes von früheren Posten in Osteuropa mitbrachte. Man weiss, dass Soros die Zeit der NS-Besatzung Ungarns, als er als Jugendlicher mit den Nazis kollaborierte, in einem Interview als glücklichste Zeit in seinem Leben bezeichnet hat. Man scheint Soros überall zu finden: bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2011 oder beim World Economic Forum in Davos 2016, das er auch heuer wieder unterstützt, wo es von 17. bis 20. Jänner stattfindet.

Donald Trump sprach die Rolle von Globalisten wie George Soros immer wieder an und zeigte den Milliardär auch in einem seiner Videoclips. Auch dank WikiLeaks ist die Rolle von Soros immer mehr Menschen bekannt, etwa beim Putsch in der Ukraine 2014, bei der Unterstützung von Protesten gegen Trump und natürlich bei der Finanzierung des Wahlkampfs der Demokraten. In Europa wird Ungarn das erste Land sein, das gegen George Soros vorgeht, was bedeuten kann, dass sich andere anschließen werden. Es mag ein wenig übertrieben sein, doch Anonymous behauptet „the takedown of George Soros has begun“. Was das wohl für Angela Merkel bedeuten wird, „deren“ Plan für den Umgang mit „Flüchtlingen“ in der Türkei die Soros-geförderte European Stability Initiative (besser wohl: European Destabilisation Initiative) entwickelte? Oder für Christian Kern, der im Juli letzten Jahres Besuch von Alexander Soros erhalten hat, der für seinen Vater politische Kontakte pflegt?

Dass Russland Material über Trump gesammelt haben soll, können wir auch britischen Medien wie dem „Independent“ entnehmen, die zugleich eine zweite Spionageaffäre behandeln müssen, die Al Jazeera aufgedeckt hat. Alternativmedien wie „Zerohedge“ zerpflücken die Geschichte bereits und beschreiben Versuche, Trump von Twitter zu entfernen. Schliesslich erfährt man dort, was Trump von den kontinuierlichen Angriffen unter der Gürtellinie hält: „Russia just said the unverified report paid for by political opponents is ‚A COMPLETE AND TOTAL FABRICATION, UTTER NONSENSE.‘ Very unfair!“ – es geht weiter mit: „Russia has never tried to use leverage over me. I HAVE NOTHING TO DO WITH RUSSIA – NO DEALS, NO LOANS, NO NOTHING!“ und: „I win an election easily, a great ‚movement‘ is verified, and crooked opponents try to belittle our victory with FAKE NEWS. A sorry state!“ und dann die Absage an CIA und Co.: „Intelligence agencies should never have allowed this fake news to ‚leak‘ into the public. One last shot at me.Are we living in Nazi Germany?“

Berücksichtigen wir, was Paul Craig Roberts („the CIA is killing people all the damned time“ siehe Interview) oder Douglas Valentine über die CIA sagen, wundert es nicht, dass den Globalisten und dem von Trump besiegten US-Establishment scheinbar hörige (oder scheinbar durchgeknallte oder besonders narzistische) Politiker und Politikerinnen keine eigene Meinung haben. Craig Murray war ein unbequemer britischer Botschafter in Usbekistan, weil er anprangerte, dass in diesem Land Menschen gefoltert wurden und verschwanden; daher diskreditierte man ihn auf besonders perfide Weise. Daran erinnert er sich in einem Kommentar, mit dem er 2010 Julian Assange verteidigte, wobei er den russischen Begriff „Kompromat“ für mit Vorliebe von britischen und amerikanischen Diensten angewandte Methoden verwendet. Von meiner politischen und journalistischen Erfahrung in Österreich weiß ich, dass „persons of interest“ von einer Agentin „betreut“ oder mit Belastendem unter Druck gesetzt oder abgeschirmt und so am Amtieren gehindert werden oder freiwillig kooperieren bzw. zu naiv sind um zu erkennen, was wirklich vor sich geht.

Russlands Reaktion fiel eindeutig aus: „Russian officials early Wednesday said that news it had ‚compromising personal and financial information‘ on Trump was ‚absolute fabrication.‘ The Kremlin has no compromising dossier on Mr. Trump, ’such information is not consistent with reality and is nothing but an absolute fantasy‘ said Kremlin spokesman Dmitri Peskov. ‚There are people who foment this hysteria, who move heaven and earth to keep up this *witch hunt,* ‚ he added. ‚By the way, this is how Mr. Trump characterized this fabrication.'“ Craig Murray erinnern die Versuche, Trump ans Zeug zu flicken, an die (vom „Stern“) veröffentlichten gefälschten Hitler-Tagebücher und stellt dar, welche „Unmöglichkeiten“ man uns als Wahrheit verkaufen will: „Vladimir Putin had a five year (later stated as eight year) plan to run Donald Trump as a ‚Manchurian candidate‘ for President and Trump was an active and knowing partner in Putin’s scheme. Hillary Clinton is so stupid and unaware that she held compromising conversations over telephone lines whilst in Russia itself.“

Dabei ist auch beachtlich, in welch cleverer Weise Russland die 17 amerikanischen Geheimdienste ausgetrickst haben soll, zumal ja die NSA und das britische GCHQ jede Kommunikation überwachen. Herausgefunden hat dies alles dann nicht die angloamerikanische Geheimdienstgemeinde, sondern eine private Firma aus dem Westen, der es gelang, unter dem Radar der Geheimdienste in Russland zu operieren. Schliesslich hat Trump kaum in Russland, sehr wohl aber in China investiert, möchte aber gute Beziehungen zu Russland und kritisiert den grossen Einfluss Chinas in den USA. Murray beendet seine Tirade mit diesen Worten: „As forgeries go, this is really not in the least convincing. I might add I do not include the golden showers among the impossible aspects. I have no idea if it is true and neither do I care. Given Trump’s wealth and history, I think we can say with confidence that he has indulged whatever his sexual preferences might be all over the world and not just in Russia. It seems most improbable he would succumb to blackmail over it and not brazen it out. I suppose it could be taken as the sole example of trickledown theory actually working.“

Man darf wohl mit Spannung auf Trumps Pressekonferenz warten, die in unserer Zeitzone am Nachmittag, in den USA um 11 Uhr stattfindet.  Es ist auf jeden Fall ermutigend, wie konsequent Trump und seine Verteidiger diesen Anwürfen kontern. (Angebliche) Sexualität in welcher Form auch immer unter Erwachsenen ist schliesslich etwas ganz anderes als wenn es bei Enthüllungen über die Demokraten um Kinder geht. Gut möglich, dass die CIA auf einen Internet-Troll hereingefallen ist (hereinfallen wollte?), der behauptete, russische Spione würden Trump erpressen. Inzwischen bekämpft sich der Fake News-Mainstream schon gegenseitig, wohl weil in letzter Zeit gar nichts mehr klappt. Der designierte Außenminister Rex Tillerson, dem zu gute Beziehungen zu Russland vorgeworfen werden, wird bei seinem Hearing übrigens heftig von den Demokraten attackiert. Wie fake Fake News sind, sieht man am „British intelligence officer“, den niemand identifizieren kann und der geschrieben haben soll: “’Trump’s personal obsessions and sexual perversions‘, are that when staying at the Ritz Carlton Moscow hotel, in order to defile a bed in which Obama had stayed in previously, he employed ‚a number of prostitutes to perform *golden showers* (urinating) show in front of him.‘ The dossier, confirmed by all the press has been ‚compiled by a person who has claimed to be a former British intelligence official.‘ No-one has been able to confirm the authenticity or credibility of who this ‘former’ Brit Intel officer is.“

Paul Craug Roberts findet es absurd, dass die CIA erst von einem unbekannten britischen Ex-Agenten erfahren haben will, dass Trumps Berater General Flynn regelmässig in Russland war: „If such a high level US intelligence official is repeatedly meeting with Kremlim officials and the CIA has to learn about it from memos written by an unidentified former British intelligent agent, the CIA is totally incompetent.“ Und er appelliert an den Verstand: „The dossier claims that in Russian hands are videos of “wild sex parties” staged by Trump on his numerous trips to Moscow. And it gets wilder. The New York Times also ran with the story but did state that there was at the present time no confirmation for the story. Consider these three questions: How would a former British intelligence operative get such extraordinary documents from Russian intelligence? If he had such documents, why would he hand them over instead of selling them to Trump for a major fortune? Why would such a crazy story be on CNN and in the New York Times unless the ruling establishment intends to use it to block Trump from the presidency?“

Fake News sind nicht nur in den USA Thema, sondern auch bei uns, wie man an einer vom an der Panama Papers-Story beteiligten „Falter“ aufgewärmten Geschichte sehen kann. Die Austria Presse Agentur (man bedenke, welche Rolle Agenturen haben) widmet der Privatstiftung des niederösterreichischen Landeshauptmanns ein Sonderthema. Wäre Erwin Pröll bereit gewesen, bei der Bundespräsidentenwahl anzutreten, würde der am 26. Jänner angelobte Präsident vielleicht nicht Alexander Van der Bellen heissen. Gegen Pröll wurde wild mit Gerüchten und Unterstellungen auf der Webseite des Bilderberger-Blattes „Standard“ angepostet, was bei seinem Kandidaturverzicht wohl auch mitspielte. Die ÖVP bezeichnet die „Falter“-Geschichte trotz Klagsdrohungen von Chefredakteur Florian Klenk als „Fake News“. Es passt ins Bild, dass die Grünen eine Rechnungshofprüfung fordern und die Sozialistische Jugend „lückenlose Aufklärung oder Rücktritt“ fordert.  Ein Sprecher von Pröll stellt die Vorgangsweise des „Falter“ so dar: „Dr. Klenk hat in den vergangenen Wochen verschiedenste Ansprechpartner in dieser Frage telefonisch oder per Mail ‚terrorisiert‘, von Beginn an eine ‚Covergeschichte‘, also eine Sensation angekündigt, noch bevor er überhaupt Stellungnahmen über die Faktenlage zur Verfügung hatte. Diese heute erschienene Geschichte zeigt, wie sehr sich Klenk selbst unter Druck gesetzt hat, ohne seinem gewünschten Ziel – eine Aufdeckungsgeschichte zu produzieren – auch nur nahe gekommen zu sein.“

Es versteht sich von selbst, dass Klenk, die SJ, die Grünen und andere selbst gerne mauern und sehr dünnhäutig sind, wenn man an ihren Behauptungen begründete Zweifel hat. „Geheimsache Pröll“ heisst die Story dann auch sensationsheischend, während man echte „Geheimsachen“ niemals zu recherchieren wagt. Dass der Falter beim Druckmachen auf die Regierung puncto Masseneinwanderung („refugees“) mit vorne dabei war, für Hillary Clinton und Van der Bellen (und gegen Trump und Norbert Hofer) kampagnisierte, ist keine Überraschung. Unabhängig davon, ob das Fördern einer vom Landeshauptmann gegründeten Stiftung rechtens ist oder nicht ist doch bezeichnend, dass der Ehrenpräsident des Beirats von Transparency International Franz Fiedler sofort interviewt wird. Zwar war er Rechnungshofpräsident, doch Transparency dient der Agenda der Globalisten, wie man u.a. am Lob für die Panama Papers oder daran sehen kann, dass die Dachorganisation vom National Endowment for Democracy und von den Open Society Foundations unterstützt wird.

Es geht immer gegen staatliche Strukturen und die Politik, nie gegen private Korruption, weil man mit Unzufriedenheit und (oft ja durchaus berechtigter) Kritik das entsprechende Klima für eine Themen- oder Farbrevolution schaffen kann. Dass Van der Bellen Bundespräsident werden konnte, mag auch etwas mit Rat von SPÖ-Berater Tal Silberstein zu tun haben, der in mehreren Ländern in der Regel Kandidaten sozialdemokratischer Parteien (teuer) zur Seite stand. Innenminster Wolfgang Sobotka (ÖVP), der zuvor Mitglied von Prölls Landesregierung war, fragt in einem Interview: „Wozu wird von der SPÖ ein Tal Silberstein engagiert, wenn man angeblich einen Neustart der Koalition im Fokus hat? Das deutet doch eher darauf hin, dass das in Richtung Dirty Campaigning geht.“ Es wurde bekannt, dass die SPÖ sich sehr für die Vergangenheit von Außenminister Sebastian Kurz interessieren soll. Da Kurz erst 30 ist, bedeutet dies frühere Discobesuche bzw. seine Schulzeit, doch es geht auch hinein in sein heutiges Privatleben.

„Außerdem bemerken wir in letzter Zeit, dass Unbekannte bei ÖVP-Veranstaltungen auftauchen und Videoschwenks mit dem Handy machen“, sagt Sobotka, der auch darauf hinweist, dass man vor Wahlkämpfen „Dirty Campaigning“ betreibt,  es die SPÖ also darauf anlegt, die Koalition platzen zu lassen. Tal Silberstein, den ein kritischer Bericht zu Botswana und Rumänien mit dem Mossad in Verbindung bringt, wird von Kern „regelmäßig aus Israel eingeflogen“ und steht wie andere Israelis jetzt in Rumänien vor Gericht. Dass Kern diesem „Guru“ vertraut, soll Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer eingefädelt haben, „Kerns PR-Berater Tal Silberstein hat in umfangreichen Fokusgruppen erheben lassen, was rot-blaue Wähler von der SPÖ wollen“ lesen wir im Vorfeld zur Rede des Kanzlers am 11. Jänner 2017 in Wels, einer Stadt mit blauem Bürgermeister. Dass Silberstein laut „Presse“ „im Kanzleramt ein- und ausgeht“ veranlasst einen User zu diesem Hinweis: „Das dürfen eigentlich nur berechtigte Personen. Der Hr. Silberstein, bei aller sonstigen Wertschätzung, hat sonst nichts mit der Republik und ihrer Verwaltung und Führung zu tun.“

Es passt ins Bild, dass Kerns Umfeld weder die Frage nach Verbindungen zu George Soros beantwortet noch den erwähnten Artikel kommentiert, in dem Silberstein und seine Firma mit Geheimdienstkreisen in Verbindung gebracht werden. Und auch dies gehört hierher, ein typischer Diffamierungsartikel über Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos vom Mai 2007: „’Er ist ein liebenswürdiger Mensch, sehr bemüht, aber nicht gerade visionär und durchsetzungsstark‘, meint ein Genosse über Norbert Darabos. Der idealtypische Landesgeschäftsführer quasi. Das war er auch einmal. Als Parteimanager der SPÖ Burgenland führte er diese im Jahr 2000 zu einem unerwarteten Wahlsieg. Später, als SPÖ-Bundesgeschäftsführer organisierte er den Präsidentschaftswahlkampf von Heinz Fischer – ebenso mit Erfolg. Auch bei der Nationalratswahl 2006 war Darabos der Kampagnen-Manager seiner Partei.

Doch dieser Triumph hatte andere Väter. Darabos‘ Verdienst war es mehr oder weniger, die angeheuerten Spin-Doktoren, Stanley Greenberg und Tal Silberstein, in Ruhe arbeiten zu lassen. Die beiden gaben in Absprache mit Alfred Gusenbauer die Strategien vor – Darabos kümmerte sich um die Ausführung.“ Der Fake News-Mainstream ist dazu da zu verschleiern und zu unterstützen, was verdeckt vor sich geht. Aber selbst so erkennt man den Bruch, der erfolgte, als der via Sozialistischer Jugend (traditionell ist die IUSY transatlantisch) aufgestiegene Gusenbauer Kanzler werden wollte. Einer der intelligentesten und durchaus kreativen Roten musste da zurückweichen und wurde dann mit jenem Ministerium „belohnt“, in dem man Druck auf ihn kaschieren konnte, indem man permanent auf seinem Zivildienst (1988) herumritt. Dies sollte Desinteresse am Heer erklären und zudecken, dass Darabos abgeschottet, überwacht, unter Druck gesetzt wurde (und wird). Es ist kein Zufall, dass sowohl der jetzige Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil als auch Bundeskanzler Kern bei diesem Thema mauern und dass Darabos medial nach wie vor gebasht wird.

12 Gedanken zu “Lies and Spies – Lügen und Spione

  1. „…dass die Geheimdienste, allen voran CIA, NSA und FBI beständig gegen Trump arbeiten und ihn dann über russische Aktivitäten gegen ihn aufklären wollen:“

    Wie soll das nach dem 20. Januar nur weitergehen? Die ganzen secrets sind sich in den Staaten eh alle untereinander nicht grün, und jetzt kommt auch nich Trump. Ich denke das Jahr 2017 wird eines der politisch spannendsten der letzten Jahren werden. Hinzu kommt das „die globale Vernetzung“ der Eliten heute Höhepunkte erlangt, wie sie nur vor dem Sozialismus von Aristokraten gepflegt wurde, soweit das Auge sehen konnte

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    1. Sehe ich ähnlich, aber wenn ich Trump-Pressekonferenz und Rede von Christian Kern (fast zugleich nach unserer Zeit) vergleiche, ist der eine erfrischend ehrlich und direkt und der andere künstlich…

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      1. Der andere ist ein Schwätzer, um es nett zu formulieren. Machtgeiler Selbstdarsteller, der bei der nächsten Wahl wieder einen schmutzigen Wahlkampf führen wird, wie gegen Norbert Hofer.

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    1. Dafür entspricht hier bei Alexandra der Content eines einzigen Artikels dem eines Halbjahres-Abos der „Presse“ (nur als Beispiel). Denn die Artikel dort sind in der Regel so kurz wie ein Schluckauf und auch ähnlich informativ.

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  2. Ja, das hat die edwige echt nett gesagt…
    Das Dumme dabei ist nur, A. Bader ist wirklich begabt zu schreiben, ABER sie widmet ihre Energien einem immerwährenden im Kreise drehen mit der Beschäftigung, der passiven „kritisierenden“ Nachbetrachtung/Analyse der Handlungen und Faktenschaffung eines durch und durch komplett verfaulten, korrupten und hochkriminellen, den autochthonen Völkern gegenüber feindlichen politischen System-und auch edwige weiß das-schmiert aber weiters Honig ums Mäulchen.
    Genauso gehts auf dem Unterberger-Blog, nullkommanull Weiterentwicklung-rumgeblubber, rumgenöle und die ewigen Wünsche-Hoffnungsattitüden auf die nächste „Wahl“-dabei merken diese Leute, die noch zum Großteil eine sehr gute Allgemeinbildung genossen, noch nicht einmal, wie sie sich selbst vom Pseudo-Oppositionsguru in ihrer Wut kanalisieren, verarschen lassen und sich selbst belügen und vollverarschen mit ihrer hirntoten NICHTS ändernden jahrelangen Kreisdreherei!
    Was ist wohl die Meinung, wieviel Zeitfenster noch bleibt, sich 1. in solch sinn-und hirnentkernter Weise ungestraft beschäftigen zu können und 2. ab wann es unumkehrbar mit den von der „Elite“ geschaffenen Fakten ist, um überhaupt noch als Mehrheit im „eigenen“ Land zum positiven handeln, etwas verändern zu können?
    Dabei habt ihr hier in Ösiarm (verhältnismäßig mehr wie in BRiD) doch wunderbare Menschen, die den Systemmüll durchschaut haben und ablehnen, NEIN! dazu gesagt haben, weiter „gehorsam“ Sklaven zu spielen, den Irrsin mitzumachen, eigene Abschaffung mitzufinanzieren, die All In gegangen sind mit aller Konsequenz.
    Liebe Frau Bader, beschäftige dich analytisch damit, intellektuell für dich ein Kinderspiel, so du wirklich willst-edwige weiß, was ich meine-diese Menschen sind es, von denen AKTIV Veränderung zum POSITIVEN ausgeht, sie brauchen deshalb jede mögliche Unterstützung von geistig regen Leuten wie gerade auch euch hier!
    Zur Anregung auch dieser wichtige geschichtliche Artikel:
    http://www.oesterreich-rundschau.at/aktuelle-rundschau/alleinschuld-deutschland-und-die-weltkriege-alles-luege/
    Gerade darauf baut sich das verlogene Fundament eurer II. „souveränen“ österreichischen Republik, dem „1. Opfer des III. Reiches“(mit 99,73%!!! Zustimmung 1938, in der freien Abstimmung, WO man auch mit Ja oder Nein stimmen konnte!) und die Plazenta Israels, die BRD auf, darauf beruht all die geplante Umerziehung hin zum totalen Selbsthass in unseren deutschen Völkern!
    Die damaligen Hintermänner und Drahtzieher zur Entfachung der Weltkriege und des daraus folgenden unsäglichen Elends entstammen derselben alles seit eh und je in Diaspora unterwandernden „Glaubensgemeinschaft“, wie die heutigen hinter alles „Gutem“ auf dieser Erde steckenden-to be continue…

    LG

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    1. Ich bin eh dafür, etwas gemeinsam mit anderen zu tun – aber wo sind sie alle? Da bleibt dann nichts anderes übrig als Faske News zu entlarven und Zusammenhänge aufzuzeigen. Gäbe es Menschen, die selbst nicht recherchieren, aber von den Recherchen anderer profitieren und etwas auf die Füsse stellen, wäre ich froh. Ich bemerke, dass die meisten nur jammern, aber nicht handeln, auch nicht mit den Instrumenten, die ich und andere ihnen erschaffen.

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    2. lieber tim.schult, es ist nett, dass man sich im hohen norden um uns sorgt.

      aber wir befolgen die ratschläge, die vorwiegend an unsere gastarbeiter-communities aus dem ausland gerichtet werden, wie wir denken zurecht mit skepsis.

      auch dann wenn es sich um die zahlenmässig größte community handelt, so muss man sich doch eingestehen, dass auch hier die integration trotz oft schon 80 jahren anwesenheit im gastland noch immer nicht zur gänze gelungen ist…

      im ernst jetzt: es gibt kein „deutsches volk“ in österreich. das was uns trennt ist nicht nur die gemeinsame sprache.

      alexandra, weiter so. kritik und echte berichterstattung ist richtig und wichtig

      ps: die neue rechtschreibe geht ma no immer am geist…
      https://de.wiktionary.org/wiki/zahlenm%C3%A4ssig

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  3. „Genauso gehts auf dem Unterberger-Blog, nullkommanull Weiterentwicklung-rumgeblubber, rumgenöle und die ewigen Wünsche-Hoffnungsattitüden….“

    Leute, seid ihr alle satt und undankbar. Konsumhaltung wohin das Auge blickt, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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