Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode

Fake News vor allem via Mainstream sind eine Sache; wie aber die Menschen darauf reagieren ist eine andere. Dass die Strategie aufgeht, obwohl immer mehr Leute kritisch sind und nichts mehr als gegeben hinnehmen, soll anhand von Beispielen illustriert werden. Sie erreichen durchschnittliche Userinnen und User sozialer Medien, wo sie eben auch auf fruchtbaren Boden stoßen. Da werden Refugees Welcome-Devotionalien in Handarbeit hergestellt; zugleich sichert man nicht die Grenzen, sondern die Weihnachtsmärkte mit Bollern (auch in bunt) oder mit Bauschutt- bzw. Müllcontainern. Und als wären in Ost-Aleppo nicht Minen und Massengräber entdeckt worden, startete eben der Civil March for Aleppo in Berlin unter großem Mainstream-Rummel.

Auf der Facebook-Seite zum Marsch findet man ein kurzes Video, in dem Initiatorin Anna Alboth die Intention erklärt. Illustriert wird es mit Desinformationsbildern, wie sie die White Helmets verbreitet haben. Immerhin 400 Menschen kamen nach Berlin, um beim Start dabei zu sein; man kann sich auch unterwegs einklinken. Alboth hatte die Idee dazu erst vor drei Wochen und als sie auf Facebook laut darüber nachdachte, was wäre,wenn sie einfach zu Fuß nach Aleppo gehen würde, meldeten sich binnen 24 Stunden 150 Interessierte. Marschiert soll auch in den USA werden, und zwar Richtung Washington, da Regime Changer George Soros Donald Trump den Krieg erklärt hat. Auch wenn Alboths Marsch sich eher in der Tradition von „Marches of Hope“ bewegt, mit denen illegale Masseneinwanderung nach Europa gefördert wurde, fällt es schwer, an ganz spontane Entwicklungen zu glauben.

civilmarchAuf zum Civil March!

Als versucht wurde, Migranten an der griechisch-mazedonischen Grenze dazu anzustacheln, sich einfach auf den Weg zu machen, spielten via Deutschland und Österreich gelenkte „NGOs“ mit Soros-Verbindungen eine wichtige Rolle. Anna Alboth, ihr Partner und ihre beiden Kinder verstehen sich als „Family without Borders„, wobei sie so vorgestellt wird: „Anna is a press journalist. She worked for different media in Poland during the last few years (longest with the Gazeta Wyborcza). Since 2000 she was involved in the Young Journalists’ Association Polis, then for many years, on an international level, in the European Youth Press. She organized different media projects all over Europe, ran the Orange Magazine and was part of the the board for its 50 000 person network. This is why she has so many contacts in different countries. She is still not sure what she likes more: organizing and connecting people or writing.“

Die Gazeta Wyborcza ist die größte polnische Tageszeitung, wurde mit Finanzhilfe von George Soros auf Schiene gebracht und wirkte daran mit, die antiglobalistische Partei Samoobrona aus der Regierung zu schießen. Samoobrona (Selbstverteidigung) war an polnischer Souveränität und Selbstversorgung orientiert, lehnte den Raketenschild und die Beteiligung an US-Militäroperationen ab (mehr zum Thema Raketenschild schreibe ich hier). Zu den Partnern der European Youth Press (Herausgeberin des Organe Magazine) gehört auch Mapping Media Freedom, das unter anderem von der Frontorganisation Reporter Ohne Grenzen oder von Debating Europe (Partner u.a. Soros‘ Open Society Foundations) unterstützt wird. Die erwähnte Organisation Polis wird von diversen internationalen NGOs, aber auch von der US-Botschaft in Polen gefördert.  Man sieht schon an diesen Details, dass sich Alboth in jener Filterblase bewegt, wo Journalismus mit Propaganda verwechselt wird und der Kampf gegen Grenzen und staatliche Souveränität Programm ist.

Alboth sammelt Spenden für ihren Marsch bei Gofundme.com und hat immerhin schon mehr als 18.000 von angepeilten 30.000 Euro zusammen. Die kalifornische Crowdfunding-Plattform wird auch für (andere) fragwürdige Zwecke genutzt, wie hier ausgeführt wird und wurde den Gründern von einer Gruppe von Investoren abgekauft. Das Manifest zum March erinnert jedenfalls an das apolitische, emotionale Gewäsch anderer Initiativen, die nichts an bestehenden Verhältnissen ändern, sondern uns einlullen sollen: „Es ist Zeit, zu Handeln. Wir können nicht weiter vor unseren Bildschirmen sitzen und nichts tun, schreiben wie schrecklich das ist, behaupten dass wir machtlos sind. Nein, wir sind nicht machtlos. Dafür sind wir sind viel zu viele! Wir gehen vom Berlin nach Aleppo über die sogenannte ‚Flüchtlingsroute‘, nur in die andere Richtung. Uns wurde beigebracht, uns der Situation und dem Krieg zu fügen. Uns wurde beigebracht, uns vor den Mächtigen, die die Fäden ziehen, zu fürchten. Wir wurden dazu gebracht, auf der Seite der ‚Guten‘ zu stehen und den ‚Bösen‘ die Schuld zu geben, die Aufteilung von Menschen in die Besseren und die Schlechteren zu akzeptieren, diejenigen, die nachts in Sicherheit in ihrem warmen Bett schlafen können und diejenigen, die um ihr Leben bangen und flüchten müssen. ‚So ist das eben‘, wurde uns gesagt.“

Dass viel berichtet wird, ist kein Wunder, passen solche Aktionen doch wunderbar zur Agenda des Fake News-Mainstream. Auch bei France24 sieht man den international angelegten Marsch, der mit Transparenten wie „Save Aleppo“ startete. In vielfaches Lob mischt sich auch Kritik etwa bei The Daily Beast (im September, wo Alboth doch die Idee erst vor drei Wochen hatte) mit der Frage, ob die Initiative heroisch oder selbstmörderisch ist. „In the footsteps of refugees“ übertitelt hingegen Euronews einen Bericht auf seiner Webseite. Es überrascht nicht, dass der Mainstream es nicht für notwendig hält, auf die aktuelle Situation in Aleppo einzugehen, das von den vom „Westen“ gehätschelten „Rebellen“ befreit wurde. Wie war das nochmal mit „Save Aleppo“, monatelangem virtuellem Mitleiden der Initiatorin und sobald Aleppo frei ist, macht man sich im Tempo von 20 Kilometern pro Tag auf den rund 3000 Kilometer langen Weg?

schwibbogen

„Lichterbogen für Menschlichkeit“

In die Kategorie „Kann man nicht erfinden“ gehört auch der „Refugees Welcome-Schwibbogen“, der als „traditionelle Weihnachtsdekoration aus dem Erzgebirge“ angeboten wird: „Ein Lichterbogen für Menschlichkeit und gegen Fremdenhass“ ist um wohlfeile 30 Euro zu haben: „Der Schwibbogen ist die traditionelle Weihnachtsdekoration aus dem Erzgebirge und symbolisiert die Sehnsucht der Bergleute nach menschlicher Wärme, die das Tageslicht und ihre Familienmitglieder vor allem in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen. Unsere Refugees-Welcome-Variante des Lichterbogens zieht eine Verbindung zu den tausenden Menschen, die in ähnlicher Weise getrennt von ihren Liebsten, heimatlos in eine ungewisse Zukunft schauen müssen. Durch den Kauf des Schwibbogens kannst Du nicht nur ein deutliches Licht für Gastfreundschaft entzünden, sondern auch die ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten unterstützen.“

Über einen Teil des Kaufpreises freut sich die natürlich auch mit einem Integrationspreis ausgezeichnete Initiative Willkommen in Löbtau. Bei all dieser zur Schau gestellten Wärme und Menschlichkeit muss man sich ja fragen, wie es möglich ist, dass bereits 400.000 Menschen in Deutschland obdachlos sind, man ihnen aber keine Siedlungen baut, sondern sie Angst haben müssen, dass „Geflüchtete“ sie anzünden wollen. Dabei wurde die Identität der sieben Täter, die einen Berliner Obdachlosen in Brand setzen wollten, zunächst hinter der Bezeichnung „Berliner“ verborgen, obwohl es sich um sechs Syrer und einen Libyer handelt. Es ist nachvollziehbar, dass über Anna Alboths Marsch erboste Polen ihr Links zu diesem „Fall“ auf die Facebook-Pinnwand stellen.

sperrenWie Legosteine: Sperren in deutscher Innenstadt

Staaten gelten völkerrechtlich nur dann als Staat, wenn sie die Kontrolle über ihr Staatsgebiet ausüben, also die Gebietshoheit über das eigene Territorium haben. Diese darf selbst bei 100% Flüchtlingen (was ja nicht der Fall ist) nicht gefährdet sein, weil die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechterhalten werden muss. Statt aber Grenzen zu sichern, werden Märkte von Polizei bewacht, mit Bollern und überdimensionierten Legosteinen oder diversen Containern abgesperrt und man verteilt Taschenalarm an Frauen. Der Wiener Bürgermeister gab sich kämpferisch mit dem Spruch, dass keine Mauern um den Christkindlmarkt errichtet werden – das nicht, aber man stellt in Wien große Müllcontainer ab. Auch daran sieht man, dass Brauch (wie bei traditionellem Handwerk) überlagert und verfremdet wird, weil wir ja auch die willkommen heissen müssen, die uns und unsere Kultur alles andere als respektieren.

Der letzte „Wahnsinn“ in diesem Artikel befasst sich mit dem amerikanischen Professor George Ciccariello Maher, der sich zu Weihnachten „White Genocide“ wünschte. Eine Petition für ihn bei Change.org wurde unter anderem von Glenn Greenwald unter Hinweis auf akademische Freiheit unterstützt. Die Drexel University sieht dies etwas anders: „While the University recognizes the right of its faculty to freely express their thoughts and opinions in public debate, Professor Ciccariello-Maher’s comments are utterly reprehensible, deeply disturbing, and do not in any way reflect the values of the University.“

Wie bei uns eskalieren auch in den USA „Hasspostings“ aller Art rasch, doch wenn sich der Politikiwissenschafter lustig machen wollte über „White Supremacists“, so ist dies gründlich daneben gegangen. Er scheint auch nicht mit Definitionen von Genozid vertraut zu sein, die man durchaus auf heute sichtbare Bevölkerungspolitik anwenden kann. Ab Minute 17 in einem Video trifft aber Alex Jones von Infowars den Punkt, denn man macht Amerikanern deswegen ausbeutbare Schuldgefühle, weil 2 % ihrer Vorfahren im 19. Jahrhundert Sklaven hatten. Eben ganz ähnlich, wie bei uns immer wieder auf Schuld aus dem 2.Weltkrieg Bezug genommen wird, die Masseneinwanderung aus islamischen Ländern ebenso wenig tilgen kann wie die der weißen Amerikaner.

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9 Gedanken zu “Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode

  1. Anna Alboth, gehört entweder zu denen , die wissentlich oder willentlich als „Instrumente“ fungieren, oder sie gehört zu den hirnamputierten Weibern, die Fremdvergewaltigung als lustvoll erleben, während ein Blick von einem aus der Gruppe der Weißhäutigen als verdammenswerte Mikro-Aggression gewertet wird. Sie haben alle den Knall noch nicht gehört und können sich nicht vorstellen, dass hier bald Schluss mit lustig ist. Der IS hat mit 8000 Kämpfern begonnen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Soviele braucht es hier gar nicht, denn echte Kämpfer sind einem kusch gehaltenen Volk völlig überlegen.

    Möglicherweise hat man den „AktivistInnen“, die so bereitwillig am Untergang mitarbeiten, einen Platz an der Sonne versprochen.

    Aber Knalltüten wird auch durch die Zwangsgebühren eine mächtige Plattform geboten:
    http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=90943&key=standard_document_63034172&xtmc=europa&mtype=d&xtcr=3

    Ein prima Geschäftsmodell, beliebig reproduzierbar und ganz ohne Schuldbildung von Erfolg gekrönt:
    http://www.tagesspiegel.de/politik/migranten-in-deutschland-zehntausende-asylbewerber-kehren-freiwillig-heim/19183410.html

    Zu erleben, dass wir ohnmächtige, kleine Würstchen sind, die als Morgengabe den Eroberern buchstäblich ausgehändigt werden, macht mich immer wieder sprachlos.

    Die Franzosen haben zu diesem Vorgang die besten und hellsichtigsten dystopischen Romane geschrieben. Eine Blaupause der Gegenwart.

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    1. Man kann sagen, dass die Einschläge näherkommen, siehe Warnungen von Europol (wo trotz des Namens auch US-Beamte drinnensitzen): http://www.infowars.com/europol-admits-isis-actively-targeting-refugees-to-carry-out-terrorist-attacks-in-the-eu

      Und wenn auch mehr Menschen verstehen, was los ist, laufen immer noch so viele Naive herum. Es sollte sich ja gar niemand an Alboths Aktion beteiligen, statt dass allen Ernstes Leute mitgehen…

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      1. Auf diese „Marschierenden“ haben die Menschen in Aleppo gerade noch gewartet. Ein herzliches „Welcome“ incl. Unterbringung und Verpflegung?? Oder wollen sie sich eventuell gar als „Trümmerfrauen“ betätigen, was der einzig akzeptable Zweck dieser Aktion wäre.

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  2. Sehr guter und informativer Artikel, vielen Dank!

    Eine kleine Anmerkung: Das Datum des DailyBeast-Artikels ist wohl angel-sächsische Schreibweise, d.h. dürfte das Interview am 9. Dezember stattgefunden haben.

    Bleiben Sie am Ball, kritischer Journalismus ist heute eine Randerscheinung.

    Lg

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  3. ACHTUNG bitte nicht blenden lassen, denn George Soros WILL ja den Krieg gegen ISrael etc. und hat Hillary Clinton ganz aktiv im Wahlkampf unterstützt, die ihrerseits massiv einen Atomkrieg forcieren sollte + wollte !!!

    Soros will Israel, Iran Irak, Syrien etc. nämlich auslöschen – am liebsten möchten bestimmte Millardäre leider lieber ein paar Atombomben da reinwerfen !!!
    Auch Obama hat man damit schon unter Druck gesetzt, der sich zum Glück aber weigerte…

    Meine Meinung zu Trump ist jedenfalls noch relativ unentschieden, da ich erstmal abwarten möchte, WAS der denn wirklich aktiv TUT und ob er diese Kriegstreiberei endlich entschärft und die Truppen ABZIEHT, statt weiterhin überall gegen den ganzen Osten aufzustocken.

    Erst DANN kann ich erkennen, ob das endlich mal ein guter Präsident da wird…

    Am besten wäre es auch, wenn lieber ein unabhängiger Journalist diesen Marsch begleitet und niemand, der evtl. von den 1% – Milliardären manipuliert wird…
    Ich bezweifle daher, dass wir von dieser Frau eine ehrliche und reale Berichterstattung bekommen werden :-O

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    1. Was den Marsch betrifft, hab ich wo gelesen, dass auch Syrer dabei sind; von denen sind aber viele schon wieder ausgesteigen, weil die sich untereinander gestritten haben. Und zu Trump: sicher, man muss wachsam sein, aber was schon wieder mal cool ist, sind seine Reaktionen auf Obamas Versuch, eine diplomatische Krise mit Russland heraufzubeschwören (dazu mein neuester Text).

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