Willkommen in der Parallelwelt

In Orlando ermordet ein Afghane 50 Homosexuelle; LGBT-Organisationen und Welcomer rufen dazu auf, sich nicht spalten zu lassen und freuen sich auf die Wiener Regenbogenparade. Mit Kampagnen gegen Zwangsehe ist vereinbar, dass ein deutsches Gericht eine Kinderehe unter SyrerInnen für zulässig erklärt hat. Wenn DemonstrantInnen unter dem Label „links“ und „gegen Nazis“ auf PolizistInnen und ZivilistInnen losgehen, wird die Gewalt der Gegenseite in die Schuhe geschoben.

Mit anderen Worten – willkommen in der Parallelwelt! Bisher meinten viele, dass manche halt aus Naivität ausblenden, wie sich einige „Schutzsuchende“ verhalten oder ausblenden wollen, dass es auch in Deutschland oder Österreich Arme gibt. Wie sich zeigt, begreift es diese Klientel aber selbst dann nicht, wenn sie mit der Nase auf die wirkliche Welt gestoßen wird. Das Aufeinandertreffen von „AntifaschistInnen“, Identitären und Poiizei am 11. Juni in Wien hat inzwischen ein Nachspiel, was die Berichterstattung des ORF betrifft.

reimonblockit

Tweets mit dem Hashtag #blockit zum 11. Juni

Da 99,999% der ÖsterreicherInnen nicht anwesend waren, bleibt für sie nur, sich an Videos zu orientieren, die jedoch reichlich vorhanden sind. Und obwohl damit der Verlauf von angemeldeter Demo unter dem Motto „Europa verteidigen“ und von Gegenprotest dokumentiert ist, reden einige immer noch etwa auf Facebook beharrlich schön. Einem hartnäckigen User konterte ich schliesslich so: „wiener polizisten schützen die faschisten“ ist ja schon mal ungeheuer freundlich und nett, nicht wahr? dann die reizende geste mit den böllern, da könnte man fast denken, die „antifa“ möchte extra für die „bullen“ nochmal neujahr feiern. dann das brave einsammeln von steinen, über die könnte ja sonst jemand stolpern, wenn er mal muss; und die steine wurden sicher den bullen und den „faschos“ nur zugeworfen, damit diese sie entsorgen. dann die stöcke, die manche antifanten mithatten, die dienten nur einem zweck: abfälle aufspiessen, die weniger umweltbewusste leute fallen gelassen haben. schliesslich die bauzäune, mit denen die antifas auf die polizei zugingen . auch das leicht erklärbar, es war ein geschenk, damit die bullen die faschos leichter umzingeln können…“

Während in den USA “ Celebrities“ ihre Solidarität mit den Opfern von Orlando bekunden, läuft in Österreich parallel die Mobilisierung zur alljährlichen Regenbogenparade auf der Wiener Ringstrasse (diesmal am 18. Juni), Trauer für die Toten in den USA und Kritik an jenen in Politik und Bevölkerung, die gegen Masseneinwanderung sind. „Allah ist unschuldig“ nennt Alice Schwarzer ihren Kommentar: „Der 29-jährige Omar M. ist in Amerika geboren, also Amerikaner. Seine Eltern sind Afghanen. Er arbeitete bei einer Sicherheitsfirma (!), war zweimal verheiratet, wurde 2013 zum zweiten Mal geschieden. Seine zweite Ehefrau sagt, er habe sie geschlagen, ihre Eltern hätten ihr zur ‚Flucht‘ aus der Ehewohnung verholfen. Omar M. war bereits mehrere Male im Visier des FBI, zuletzt wegen seiner Verbindungen mit einem Selbstmordattentäter, der sich in Syrien in die Luft gesprengt hat.

orlandofoto

findet man auch auf der Facebook-Seite von Bundeskanzler Kern

Laut seiner letzten Frau war Omar M. ‚kein religiöser Mensch‘. Und auch der Vater ließ als ersten Kommentar verlauten, die Tat seines Sohnes habe ’nichts mit Religion zu tun‘. Eher mit Homophobie. Sein Sohn habe sich vor einigen Monaten sehr aufgeregt über ein Männerpaar, das sich auf der Straße geküsst habe. Ob der Vater ‚etwas mit Religion zu tun‘ hat, ist bisher nicht bekannt. Lediglich, dass er engagiert ist in einem ominösen afghanischen Fernsehsender und verlauten ließ, er wolle Präsident von Afghanistan werden. Von der Mutter hat man bisher nichts gehört.“ Der Islamismus biete „Männlichkeitswahn“, Gewalt und „Heldentum“, stellt Schwarzer fest, die vorsichtig ist, was M.s behauptete Zugehörigkeit zum IS betrifft, denn das kann auch Angeberei sein.

Im Regierungsteam von Christian Kern, der seit drei Wochen  Bundeskanzler ist, finden wir auch Staatssekretärin Muna Duzdar, deren Hauptaufgabe Kritik an Außenminister Sebastian Kurz zu sein scheint. Kein Wort zu ihrem früheren Kampf gegen Homophobie und für Vielfalt, keinerlei Betroffenheit; aber man sagt dem neuen Kanzler bereits jetzt ja nach, keine allzu gute Personalauswahl an Bord zu haben, von Ausnahmen wie Verteidigungsminister Doskozil mal abgesehen. Der „Kurier“ sprach in seinem Newsletter noch von: „Die schwerste Schußwaffen-Tragödie in den USA“, hat aber nun einen Artikel auf der Webseite mit der Überschrift „Attentäter bekannte sich zum IS“. Die „Grünen Andersrum“ sind „tief betroffen über Anschlag in Orlando“, weisen aber zugleich darauf hin, dass „LGBTIQ* Personen jeden Tag, überall auf der Welt, Ziel physischer und psychischer Gewalt sind, auch in Österreich“.

Imad Karim erzählt seine Geschichte

Die „Grünen Andersrum“ gehören auch zu jenen, die auf Köln reflexartig damit reagierten,  dass man „rassistische Hetze“ um jeden Preis vermeiden müsse, zumal #ausnahmlos jeder Übergriff auf Frauen abzulehnen ist. In der Masse der Allgemeinheit verschwinden auch hier Täter und Taten, damit munter weiter willkommen gewunken werden kann. Dabei erliegen gerade Frauen, die ja nur „helfen“ wollen, oft massiver Selbsttäuschung, wie eine Diskussion mit der evangelischen Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer („Freundeskreis Asyl“) und dem libanesisch-deutschen Drehbuchautor und Journalisten Imad Karim zeigt. Die Pfarrerin sagte unter anderem: „Vielen von denen ich kenne, ob sie aus Afghanistan, aus Syrien oder aus Eritrea kommen, sind total ehrgeizig. Das gibt es bei Deutschen, hier geborenen Menschen, kaum: Eine solche Wucht an `Ich will hier vorwärts kommen!“

Ihr wird vielleicht gar nicht bewusst sein, dass sie einer Agenda folgt, doch ähnlich unrealistische Schwärmerei hört man auch von anderen, etwa vom Bevölkerungsexperten Rainer Münz, der für die Stiftung der Erste Group arbeitet (diese wiederum lädt manchmal gemeinsam u.a. mit den Open Society Foundations des George Soros zu Tagungen ein und unterstütrzt Projekte). Münz kriegte sich bei einer Diskussion im September 2015, als gerade das burgenländische Nickelsdorf überrannt wurde, vor Begeisterung über den Eifer hypothetischer syrischer Bauarbeiter nicht ein. Wesentliche Parameter des Staates Österreich (etwa ca. 84.000 Quadratkilometer Fläche, 8,6 Millionen EinwohnerInnen) schienen ihm entgangen zu sein, denn es wäre gar kein Problem, wenn pro Tag 10.000 „Schutzsuchende“ zu uns kämen. Was die Pfarrerin betrifft, gab Imad Karim ordentlich Kontra: „Es macht mir wirklich Angst, wie Sie das Ganze – mit Verlaub – glorifizieren. Sie mystifizieren das Thema! Es ist ja fast eine göttliche Mission wie Sie es beschreiben. Die Flüchtlinge, die alle nur das Beste wollen. Ich habe das Gefühl, sie konstruieren eine Welt und Sie sehen darin eine Mission. Ich frage mich: Wenn wir jetzt die Flüchtlinge nicht hätten, ob nicht der eine oder andere eine Depression bekommt, weil er diese göttliche Aufgabe nicht hat.“

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Henryk M. Broder zur Fraktionsvorsitzenden der Grünen

Es gäbe, so Karim, unter den Flüchtlingen „großartige Menschen“, aber das sei eine Minderheit: „Egal, wie Sie das nun formulieren und hindrehen: Es ist nicht die Mehrheit. Denn wäre die Mehrheit der Flüchtlinge so, wie Sie sie beschreiben, hätte sie den Krieg in ihrem Land nicht angefangen!“ Klaus-Jürgen Gadamer nimmt Merkels Aufforderung, doch mal einen Flüchtling persönlich kennenzulernen, wörtlich und schildert seine Erfahrungen. Er beschreibt den Zustand, in den viele die ihnen zur Verfügung gestellten Unterkünfte bringen, und führt weiter aus: „Zum (Deutsch-)Kurs müsste man 25 Minuten laufen. Das ist für viele zu anstrengend. Da wollten Sprachschüler auch schon mit dem Taxi gefahren werden. Aber warum eigentlich einen Sprachkurs besuchen? An Kontakt zu Einheimischen scheint man wenig interessiert. Die Rundumversorgung funktioniert ja gut. So gut wäre man im Heimatland selbst mit einem Vollzeitjob nicht versorgt. Und wenn man den Arzt besuchen will, gibt es doch Dolmetscher.

Ich wage einen Perspektivwechsel und meine, wenn hier in Deutschland Bürgerkrieg wäre und uns würde ein anderes Land aufnehmen, ich glaube wir wären alle dankbar, wenn uns Ehrenamtliche Sprachkurse anböten. Und wir würden jede Gelegenheit ergreifen, die fremde Sprache zu erlernen. Das sehen die jungen HelferInnen nicht so. Sie erklären allen Ernstes, sie würden auch keine fremde Sprache lernen, wenn sowieso immer Dolmetscher zur Verfügung stünden. Kein Zwang für niemand! Wer Lust hat lernt, wer keine Lust hat eben nicht. Ich sehe, sie haben die Forderung, auch die Deutschen müssten von den Arabern lernen, bereits umgesetzt.“ So läuft es auch anderswo, und ebenso, dass viele gar nicht vor Krieg oder Verfolgung flüchten, sodass sie kein Aufenthaltsrecht haben: „Georgier sind auch in der Flüchtlingsunterkunft. Ich frage die jungen FlüchtlingshelferInnen, was diese denn hier machen. Ob denn in Georgien ein Krieg herrsche, der mir bisher entgangen sei. Sie meinen, die Menschen seien arm und die Kinder der Familien krank.

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Soros-„NGO“ Pro Asyl auf Facebook

Es seien alle willkommen und die armen Kinder hätten wohl ein Recht auf Behandlung in Deutschland. Auf meinen Einwand, dass bestimmt hunderte Millionen Kinder der Welt krank seien und ob diese dann alle in Deutschland ärztlich versorgt werden sollten, ernte ich nur verächtliche Blicke. Rationalität scheint vollkommen außer Mode, dagegen gibt es einen Überschwang an einer ‚Wir sind alle so lieb‚-Emotion. Aber wehe dem, der das in Frage stellt und sachorientierte Kritik übt. Dann wird das Liebes-Gefühl um ein neues Element erweitert: Wir sind alle so lieb und du bist so böse. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich darüber lachen, wenn ich sehe, wie über alles der ‚Wir sind eine Welt‘-Zuckerguss gekippt wird. Auffällig ist, dass es unter vielen Helfern eine Art Helfersyndrom, einen inneren Zwang zum Helfen zu geben scheint. Ein Apfelbutzen liegt auf dem Boden. Eine HelferIn hebt ihn auf und trägt ihn zum Papierkorb. Sie denkt wahrscheinlich: Ich gebe ein gutes Beispiel, dann können die Anderen lernen. Aus Sicht der Flüchtlinge bedeutet das: Natürlich räumt die Frau unseren Dreck weg. Dazu ist sie schließlich da.“

Gadamer meint, in den Herkunftsländern wird nur denen Respekt entgegengebracht, die Autorität ausüben – naive Vorstellungen wie die Geschilderten führen dazu, dass Einheimische schlecht behandelt werden, aber Dankbarkeit erwarten. Übrigens ist die oben abgebildete Transatlantikerin Göring-Eckardt Theologin, und (gespielte?) Naivität ist in Kirchenkreisen inzwischen auch beim Thema Prostitution üblich. Allerdings haben auch Caritas und Diakonie Verbindungen zu den Stiftungen des „regime changers“ George Soros, der Ausbeutung und Missbrauch von Frauen als sexuelle Dienstleistung verharmlost. Es wirkt absurd, wenn die wehrhafte Aussteigerin Huschke Mau in einem Streitgespräch gegen „Sexwork“ auftritt, Diakonie-Vorstandsfrau Maria Loheide aber dafür ist. Man kann an dieser Causa auch gut nachvollziehen, wie sehr jene Szene gekapert ist, die sich als frauenpolitisch oder gar feministisch versteht.

Pseudo-Feminismus auf den Punkt gebracht

Wer Steine nicht sieht, die aus den „eigenen Reihen“ geworfen werden, wer angeblich für LGBTIQ*-Rechte ist, aber bei Islamismus wegsieht, wer für weibliche Selbstbestimmung und gegen Gewalt ist, aber Täter aus Àngst vor „rassistischer Hetze“ schützt, die/der hat auch keine Probleme damit, Kampagnen gegen Zwangsehe und Scharia-konforme Kinderehen unter einen Hut zu bringen. Ich erinnere mich an eine Ausstellung über Gewalt gegen Frauen international im Frauenministerium 2008, als kurzzeitig Heidrun Silhavy Ministerin war. Breiter Raum wurde dabei Zwangsheirat gewidmet, über die auf offiziellen Seiten nach wie vor aufgeklärt wird. Es hat nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich Auswirkungen, wenn das Oberlandesgericht Bamberg entschied, eine Kinderehe anzuerkennen, bei der ein 20jähriger Syrer eine 14jährige Landsfrau heiratete:

„Das Familiengericht in Aschaffenburg gab dem Jugendamt zuerst Recht. Eine 15-Jährige verdient besonderen Schutz und die minderjährige ‚Ehefrau‘ muss überhaupt erst einmal unbeschwert die Freiheit kennenlernen dürfen, auch um zu lernen, dass hier eine Frau über Zusammenleben und Ehe selbst entscheiden kann. Das wollte der Ehemann nicht akzeptieren und ging in Berufung. Offenbar gab es genug Unterstützer, die ihm das Beschreiten des Rechtswegs finanziell ermöglichten. Oder wurde hier der deutsche Steuerzahler einmal mehr in Anspruch genommen?“ Zuvor wurde gegen einen CSU-Politiker ermittelt, der ein Verhältnis mit einer 15jährigen hatte, wegen eines „altersuntypischen Machtgefälles“, denn auch angeblich einvernehmlicher Sex ist strfbar, wenn einer der Beteiligten 14 bis 16 und der andere über 21 ist und „die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt“. Was sagen wohl all jene zu zweierlei Maß, die eben noch Kampagnen gegen Zwangsheirat lancierten und diese theoretisch anprangern? Schweigen im Walde?

 

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